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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm  ·  · 
 
wadeln bis wadenbeinhöhle (Bd. 27, Sp. 246 bis 247)
 
wadeln, verb.
wädeln, verb.
wedeln, verb.
wadeln
wädeln
wadelung, f.
wädelwarm
wadelzeit, f.
wädelzeit, f.
wedelzeit, f.
waden
wadenader
wadenbein, n.
wadenbeinader, f.
wadenbeinhautnerv, m.
wadenbeinhöhle, f.
wadenbeinhüftnerv, m.
wadenbeinmäuslein, n.
wadenbeinmuskel, m.
wadenbeinnerv, m.
wadenbeinpulsader, f.
wadenbeinschlagader, f.
wadenbinde
wadenbrecher, m.
wadendruck, m.
wadenfleisch, n.
wadengeschwulst, f.
wadenhautnerv, m.
wadenhoch, adj.
wadenkern, m.
wadenkleid, m.
wadenklemmer, m.
wadenkneifer, m.
wadenkneiper, m.
wadenknochen, m.
wadenkrampf, m.
wadenlos, adj.
wadenlosigkeit, f.
wadenmäuslein, n.
wadenmuskel, m.
wadenmuskelkrampf, m.
wadennerv, m.
wadenpar, n.
wadenparade, f.
wadenpolster
wadenpromenade, f.
wadenpulsader, f.
wadenrock, m.
wadenschlagader, f.
wadenspanner, m.
wadenstecher, m.
wadenstiefel, m.
wadenstrumpf, m.
wadenstrümpfler, m.
waderer, m.
wadicht, adj.
wadmal
wadsack
wadschaum
wadschinken, m.
wadstein, m.
wafel, m.
wäfel
wafeln, verb.
wäfeln, verb.
wafen, verb.
waffen, verb.
wafern, verb.
wäfern, verb.
wäferung, f.
waff, interj.
waffart, m.
waffe, f.
waffe, f.
waffel, f.
waffel, f.
waffelart, m.
waffelbäcker, m.
waffelbäckerin, f.
waffelbindung, f.
waffelbude, f.
waffeldecke, f.
waffeleisen, n.
waffeler, m.
waffelfrisur, f.
waffelgebäck, n.
waffelgrind, m.
waffelhaus, n.
waffelkram, m.
waffelkuchen, m.
waffelmaul, n.
waffelmuster, n.
waffeln, verb.
waffeln, verb.
wäffeln, verb.
waffelngrind, m.
waffelpfanne, f.
waffelstein, m.
waffelteig, m.
waffen, interjection
 wadeln, wädeln, wedeln, verb.
1) in der alten sprache ist wadeln schwanken, schweifen, sich hin und her bewegen. ahd. wadalôn, vagari, evagari, fluctuare. Graff 1, 777. mhd. von flüssigkeiten: den daz bluot wadelôt aftir deme lîbe ist diz (pflaster) vil nôtdurftic. Pfeiffer zwei deutsche arzneibücher 1, 29. vom feuer:

si sluogen alsô sêre
ûf helme und ûf die schilte,
daʒ daʒ viur wilde
wadelende drûʒe vlouc.
U. v. Zatzikhofen Lanzelet 5319.

übertragen:

unkunt gît vrîen gedanc,
wan er vil gar âne getwanc
wadelt hin unde her
die wîle gar, unz obe er
die wârheit ervindet.
H. v. d. Türlin krone 21062;

zû des clôstris portin werde gesezzit ein wîsir altherre ... des alder in nit lâze wadele. Hohenfurter benedictinerregel 66, 3. als nebenform ist wedeln anzunehmen, obgleich bei den folgenden beispielen vielleicht auch an das von wedel 'schweif' abgeleitete verbum gedacht werden könnte:

er sach andirnthalb den arn
von eime scafte wedilin. Athis B 81;

under allen creatiurendie got z schaffen rchte
die reinen und die gehiurendâ bî was einiu gar diu ûʒ erschte,
wie hôch got mensch und engel hât geedelt,
noch edeler ist diu tugentdiu edel ob aller edel hôhe wedelt. j. Titurel 9.

dasz das wort, das sich in der nhd. zeit litterarisch nicht belegen läszt, doch noch in der späteren sprache lebt, bezeugt eine aus dem Nürnbergischen des 17. jahrh. beigebrachte redensart: in unglück wadeln, sich placken und plagen, voltolarsi nel fango di calamità, cioè travagliarsi con ansietà, sich im elend weltzen. Güntzel 825. zweifelhaft ist, ob von mundartlichen formen hier etwas anzuschlieszen ist. wadeln 'schwenken, flattern' ist nebenform zu wedeln (s. d.); schwäb. wâdeln, fränk. wädeln (s. DWB wedeln) 'sich vor hitze bewegen' gehört zu wehen; auch wadeln 'schwankend gehen'. Klein prov. wb. 2, 223. Wagner mundart von Reutlingen 60, schweiz. wädeln (s. DWB wedeln) ist wol ein anderes wort.
2) schweiz. ist wädeln 'vollmond werden'. Stalder 2, 426. in Appenzell wedla. Tobler 441: hüte wedelt (hat vollmond) der wintermonot unde gat die sunne in den tarant. kalender, Haupts zeitschr. 6, 363; des wintermonotz craft unde volrat wedelt hüte unde gat die sunne in den schützen. 6, 364.
3) in Mecklenburg findet sich (zu wadel 'richtige zeit des holzfällens') wadeln 'abholzen'. Mi 104: nach etlichen jahren wurde dies kleine gehölz abgewadelt. Bartsch sagen aus Mecklenburg 1, 240. hierher gehört vielleicht auch wadeln 'reisholz machen', in Franken. Weber ökon. lex. 627, vgl. wadelholz.
 
 
wadeln, wädeln, wehen, schwenken, den schwanz bewegen, schwankend gehen, s. DWB wedeln.
 
 
wadelung, f., abstractbildung zu wadeln 'schwanken, sich bewegen'. ahd. wadalunga, ventilatio. Graff 1, 777. mhd. vom wasser: an der liehten sunne ist manich wunder geschehen; der mân ist oft verwandelt; die schône sterne habent ofte ir berhtele verlorn; wazzer genuoch sint bluotfare worden mit solhem walle und wadlunge, daz di vische ... sich wunden und sturben. Jeitteles predigten aus S. Paul 16, 21.
 
 
wädelwarm, s. DWB wedelwarm.
 
 
wadelzeit, wädelzeit, wedelzeit, f. die richtige

[Bd. 27, Sp. 247]
zeit im jahre um holz zu fällen: wädelzeit, wedelzeit, saison de couper le bois, heiszt nach alter forstsprache die gehörige zeit zum fällen oder abtreiben des holzes. handb. für forst- und jagdkunde (1797) 3, 392; holz kan zu allen zeiten verkauft werden, und bleibt es der käufer sache, ob sie bauholz auszer der wadelzeit wollen fällen lassen. forstordnung für Ostpreuszen und Lithauen vom 3. dec. 1775 bei Stahl forst-, fisch- u. jagdlex. (1780) 4, 1014; die zeit der hauung (des wadelholzes) fällt wie bei dem laubbaumholze in die monate november bis in den februar, als die rechte eigentliche wedelzeit. H. C. Moser bewirthschaftung einer wald-revier (1794) 73; waddel, wädel, wädel- oder wadelzeit sind nach der forstsprache die hartmonate, nämlich dezember, januar und februar. Behlen 6, 188; wadelzeit ist die beste, günstigste zeit des holzfällens für jede der verschiedenen hauptarten des holzes d. h. für oberholz von anfang november bis ende märz, für schlagholz vom märz meist bis ende may. Weber ökon. lex. 627. Mothes baulex.3 4, 330.
 
 
waden, s. DWB waten.
 
 
wadenader, f. nach den waden gehende ader, vena suralis: die fünffte (ader des schenkelasts) ist die waden-ader, welche in zwei äste, den äussern als den kleinern, und innern als den grössern getheilet wird, und begiebet sich in die mäuszlein der waden. Hübner (1727) 1990.
 
 
wadenbein, n. die schienbeinröhre, nebenröhre des schienbeins, der an der äuszern seite des unterschenkels neben der tibia liegende knochen, fibula. Pierer med. wb. (anatomie) 3, 67; das kleyn schienbeyn, wadenbeyn, fibula. Emmelius nomencl. 108. Frischlin nomencl. (1594) 134. Stieler 125; fibula, waden-bein, die röhre im untern schenckel. Kirsch 1, 499; schien- und wadenbein (der kerfjäger) verwachsen oft am unteren ende. Brehm thierl.2 2, 218. in der Schweiz auch hölzerne form für stiefelrohre. idiot. 4, 1305.
 
 
wadenbeinader, f. die längst des wadenbeins heraufsteigende, meist aus zwei zweigen bestehende ader, peronaea vena, auch wadenbeinblutader. Pierer med. wb. (anatomie) 6, 158.
 
 
wadenbeinhautnerv, m. der als ein kleiner ast vom wadenbeinnerv an der äuszeren hautvene zum fuszrücken herabsteigende nerv. Pierer med. wb. (anatomie) 2, 290.
 
 
wadenbeinhöhle, f. die durch die äuszere fläche des schienbeins in ihrem oberen theile gebildete höhlung, cavitas peronaea. Meckel menschl. anatomie 2, 257.