| Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm | · · ![]() | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
stauchenzeug bis stauchrahm (Bd. 17, Sp. 1137 bis 1139) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
stauchenzeug, n. staucher, m. staucherin, f. stauchgabel, f. stauchhafen, m. stauchicht stauchkaliber, n. stauchkartoffeln stäuchlein, n. stauchling, m. stauchrahm, f. stauchrein, f. stauchung, f. stauchweger, m. stauchwerkzeug, n. stauchzange, f. staudach, n. staudächtig, adj. staudacker, m. staudamm, m. staudbaum, m. stäudchen, n. staude, f. attichstaude balsamstaude baumwollenstaude berberstaude brombeerstaude, f. dornstaude haselstaude heidelbeerstaude himbeerstaude johannes-beer-staude kapperstaude krammetstaude kratzbeerstaude mehlbeerstaude mistelstaude myrtenstaude nesselstaude papyrusstaude pfriemenstaude reckholderstaude rosenstaude stachelbeerstaude tamariskenstaude theestaude wachholderstaude kartoffelstaude erdbeerstaude staudech(t), n. staudechtig, adj. staudeich, m. staudelbeere, f. staudelbohne, f. stäudelkorb, m. stauden, verb. anstauden staudenapfel, m. staudenartig, adj. adv. staudenbeere, f. staudenbohne, f. staudenbrudler, m. -gatzger, m. staudenbühel, m. staudendotter, m. staudenente, f. staudenfusz staudengatzger, m. staudengebüsch, n. staudengerste, f. staudengestrüpp, n. staudengewächs, n. staudengras, n. staudenhack, m. staudenhahn, m. n. -hähnlein, m. n. staudenhaue, f. staudenhecht, m. staudenhederich, m. staudenhocker, m. staudenholz, n. staudenhopfen, m. staudenhühnlein, n. staudenjäger, m. staudenjunker, m. staudenkirsche, f. staudenklee, m. staudenkohl, m. staudenkoralle, f. staudenkorn, n. staudenliedel, n. staudenmahd, f. staudenmajoran, m. staudenmasse, f. staudenmelde, f. staudenmesser, n. staudennessel, f. staudenpappel, f. staudenpfad, m. | 1) nomen agentis zu stauchen, 'einer der stauchet' Campe (1). so in ältern wörterbüchern: staucher, stauher, et staufer, der, ac staucherinn, die, mas, et foemina luxans, distorqvens, depravans, it. oppilans, obstruens, et vaporans 2126; staucher, stauer, m. stagnatore, it. stimolatore. ochsen-staucher, stauer ò stäuer, stimolatore di buoi, boaro, cacciabuoi dict. 2, 917b. sonst wenig üblich. ostfries. stuker oder stûker, 'person die das stuken des torfs thut' 3, 351b, vgl. DWB stauchen II. so schon mnd. stuker in (Oldenb.) urkunden v. 1577 und 1581 (torfstukers) 4, 448b. [Bd. 17, Sp. 1138] 2) vom nomen agentis aus ergeben sich weiterentwicklungen nach zwei richtungen. a) bezeichnung eines geräts zum stauchen, so im bergbau gleichbedeutend mit stampfer, s. das. 4, sp. 680. 458; zum eindrücken der patrone in das bohrloch, bei sprengarbeit Karmarsch-Heeren3 1, 384. österr. staucher, 'bei dem bohrzeuge ein runder, hölzerner stössl, um das pulver in dem bohrloche festzudrücken. bei den frischfeuern ein holzschlägel, um die feuergrube mit kohllösche auszuschlagen, oder die schlakenstücke in das flüssige roheisen bei der bödencortitsch oder hartzer-renn-arbeit zu mengen' 232. (vgl. besonders stauchen I, 2, c.) b) vereinzelt übergang in die bedeutung eines verbalabstracts. so in der soldatensprache: 'eine grosze anstrengung ist eine schindung, ein staucher oder wichser' 76 (zu stauchen I, 6, c). ostfries. stuker oder stûker, stukert, 'zustand der od. etwas was hemmt u. stocken macht, hemmung, stockung, bz. hemmnisz, hindernisz, widerwärtigkeit etc.' 3, 351b (zu stauchen III, 1). 3) in hochd. mundarten weitverbreitet als nebenform zu stauche I, in verschiedenen bedeutungen: a) schwäb. vorderärmel 507. Campe; bair. staucher, stäucher, vorsteckärmel Schmeller2 2, 722. (vgl. DWB staucher I, 1, a—d.) b) zu staucher I, 1, e: staucher, heisset dem frauenzimmer in Nürnberg so viel als ein muff frauenz.-lex. (1715) 1896, vgl. alltagsl. s. 99; 'der staucher ... in Schwaben, ein muff' Adelung (als einzige bedeutung), s. auch Campe ('in manchen gegenden am Rhein'). 171, 69 (würtemb.). so besonders bair. Schm.2 2, 722, els. stucher (lautformen štyXər, štùXərt, demin. štiXərlə, štyXərlə) 2, 574a; in Würzburg, s. 118; henneb. 2, 121. so auch in der litteratur dieser landschaften: die guffen ... die sie in die stuchen stecken wannenkr. (1517) 96 bei a. a. o. dazu: aber sie wird deinen lippen c) els. ferner 'fausthandschuh aus wolle' 2, 574a; 'im fränkischen nennt man auch kurze handschuhe ohne finger staucher' Campe, so würzb. 'halber, die finger nicht deckender handschuh' Schm.2 2, 722, im mittleren Franken stäucher 2, 161. d) els. auch 'pulswärmer, eine art gestrickter manschetten, oft mit glasperlen besetzt, zum warmhalten der hinterhand und des vorderarms', besonders demin. sprichw. eim st. an mësse 'jem. die handknöchel drücken, dasz es schmerzt' 2, 574a; so auch unterfränk. 'staucher, deminut. staucherla, gestrickte oder gewebte, über die handgelenke gezogene, gegen die kälte schützende bekleidungsstücke' 175, in Rappenau štaux, dim. štaixlə 181b. vgl. DWB stauche I, 1, f. e) im schwäb. ferner schleier (stauche I, 2) und f) schürze 507 (s. DWB stauche I, 3, b). 4) henneb. staucher 'an einigen orten: ein fasz zu trockenen victualien, was schwäb. stübbich heiszt' 2, 121, danach Campe ('ein ding, in welches etwas gestaucht wird', vgl. unter stauchen III, 2). [Bd. 17, Sp. 1139] zur allmählichen ausbildung der endform, s. Karmarsch-Heeren3 3, 53. so leich mir her das steuchl dein: auch gent die weiber umadumb
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