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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm  ·  · 
 
stäuberlein bis staubexplosion (Bd. 17, Sp. 1106 bis 1107)
 
stäuberlein, n.
stäubern, verb.
stauberreger, m.
stauberzeugt, adj.
stäubesand
staubesband, n.
stäubesemmel, f.
staubesnacht, f.
staubessohn, m.
staubete, f.
stäubete, f.
staubexplosion, f.
staubfaden, m.
staubfädenartig, adj.
staubfadenförmig, adj.
staubfädengleich, adj.
staubfall, m.
staubfangend, adj.
staubfänger, m.
staubfarbe, f.
staubfarben, adj.
staubfarbig, adj.
staubfarn, m.
staubfaser, f.
staubfäserchen, n.
staubfeder, f.
staubfege
staubfeld, n.
staubfell, n.
staubferien
staubfetze, m.
staubfeuerung, f.
staubfigur, f.
staubflechte, f.
staubfleck, m.
staubflügel, m.
staubflügler, m.
staubform, f.
staubförmig, adj.
staubfrei, adj.
staubfreiheit, f.
staubgattung, f.
staubgebärde, f.
staubgebein, n.
staubgebiet, n.
staubgebilde, n.
staubgebildet, adj.
staubgeboren, adj.
staubgebückt, adj.
staubgebürtig, adj.
staubgefahr, f.
staubgefäsz, n.
staubgefilde, n.
staubgegründet, adj.
staubgehalt, m.
staubgemächt, n.
staubgemisch, n.
staubgenährt, adj.
staubgeruch, m.
staubgeschlecht, n.
staubgeschöpf, n.
staubgestiebe, n.
staubgetümmel, n.
staubgewächs, n.
staubgewand, n.
staubgewebe, n.
staubgewerk, n.
staubgewimmel, n.
staubgewölk, n.
staubgeworden, adj.
staubgewühl, n.
staubglas, n.
staubgleich, adj.
staubgrau, adj.
staubhaar, n.
staubhaltig, adj.
staubhanf, m.
staubhaufe, m.
staubhaufen, m.
staubhaut, f.
staubhell, adj.
staubhemd, n.
staubhimmel, m.
staubhingesunken, adj.
staubhose, f.
staubhügel, m.
staubhülle, f.
staubhülse
staubhund, m.
staubjagen, n.
staubig, adj.
staubicht, adj.
steubig, adj.
steubicht, adj.
staubigkeit, f.
staubkäfer, m.
staubkalk, m.
staubkamm, m.
staubkammer
staubkittel, m.
 stäuberlein, n., in der form steuberle, deminut. zu dem vorigen, wegen der dieser rasse überhaupt eigenthümlichen kleinheit: ain kleins hündle, ein steuberle, wie man solche hundt zu nennen pfligt Zimm. chron.2 4, 278, 28 Barack; durch die steuberle wird der hasz gefunden und durch die rüde geschunden Fischart groszmutter 80.
 
 
stäubern, verb.
1) zu stäuber 1 und 2, mit dem stäuber arbeiten oder als stäuber arbeiten, dann auch vom staub reinigen. möglich ist aber auch die annahme einer reinen iterativbildung zu stäuben, verb.: stäuberen, pulverem abjicere Schottel 1421; das haus stäubern oder ausstäubern, es rein machen Adelung; neben säubern: das sie alsbald das land, strasse und unsicher ort also geseubert und gestäubert hat, das ... alles in reinem frid und sicherhait gestanden ist Steinhöwel berühmte frauen 325, 20 anh.
2) zu stäuber 3; wie ein stäuber aufjagen, scheuchen: stäubern, anjagen, antreiben Hulsius (1616) 307a. s. auch unten stöbern, verb.; kleine hund finden und steubern das wildprät, die grossen fangens Lehmann 1, 289;

und hatten auch kein feyrens nit
mit ihrem steubern und aufftreiben.
Wickram irreitend bilger xxi;

ach wär Hans Mors ein hirsch! Hardi (ein hund) hätt' ihn gefunden,
gestäubert und gejagt
Gotter 3, 310.

auch aufstäubern, verb. (s. theil 1, sp. 750): der stäuber stäubert das wild auf Adelung.bildlich:

drum gebt mir einen mann,
dem ich die pfenge fein in hosen steubern kan.
Weise überfl. gedanken 1, 8, 2,

vgl. dazu steuber 3, c.die möglichkeit der annahme einer iterativbildung zu stäuben besteht für die folgenden belege, doch nicht ihre notwendigkeit: da er des feindes auch jenseit des stroms gewar worden, alsbald mit stücken auf dessen trouppen gespielet und dieselben ziemlich von einander gestäubert Chemnitz schwed. krieg 2, 495; wirklich kann dem gesellschaftlichen leben nichts nachtheiliger

[Bd. 17, Sp. 1107]
sein, als der verwünschte wind, der oft unversehens die schönsten spiel- und lustpartien auseinander stäubert Thümmel reise 2, 242; ich will ihn stäubern, er soll an mich denken Adelung.
3) offenbare iterativbildung zu stäuben 7 (sp. 1102) in der bedeutung von stieben: disr practisch procken sei aus der magisnostrischen universitæt zu Löwen wie verlegen korn ausgeflogen und hin und wider in die länder gesteubert Fischart groszmutter (1607) vorr. 3a. es stäubert, es regnet fein Campe.
 
 
stauberreger, m. in der heutigen hygiene z. b. eine maschine, die bei ihrer arbeit staub erregt und so die sie bedienenden arbeiter gesundheitlich schädigt Dammer handwörterb. der gesundheitspflege 753a: in diesem fabriksaal finden sich viele stauberreger.
 
 
stauberzeugt, adj. aus dem staube erzeugt (vgl. oben staub 5, a, sp. 1085), d. h. irdisch, sterblich u. s. w. ganz entsprechend unten staubgeboren:

der herr hat ihn gefaszt beim schopfe,
geschleudert ihn vom goldnen stuhl,
gleich einem stauberzeugten tropfe.
Rückert 1 (1867), 50;

auch stauberzeugte brust:

doch trägt dies sel'ge übermasz der freuden
nie ungetrübt die stauberzeugte brust.
Körner 2, 12 Hempel.


 
 
stäubesand, imperativische bildung als familienname: stäube den sand! bei Heintze die deutschen familiennamen3 251 als oberdeutsches Staubesand. niederdeutsch Stövesand. nach Heintze geht die bezeichnung auf einen flotten reiter, welcher den staub recht aufwirbelt. möglich ist auch die beziehung auf einen fleiszigen schreiber, welcher den löschsand auf die tinte stäubt und bald zum weiterschreiben das blatt wendet.
 
 
staubesband, n., plur. die staubesbande, in welche die seele des sterblichen menschen hier auf der erde verstrickt ist und die sie bei seinem tode von sich wirft (vgl. DWB staub 7, sp. 1090), kurz der irdische leib:

wenn sich die seele neigt
aus staubesbanden sternenwärts
J. Kurz ged.2 228.


 
 
stäubesemmel, f. semmel aus stäube (s. DWB stäube 1, sp. 1097), staubmehl gebacken: wolte gott, dasz ich mein lebenlang keine pfründe noch stäubesemmel nie gesehen noch genossen hette Rivander 2, 64a; die stäubesemmel machen, dass ich das leben nicht verlassen kann 64b. vgl. auch staubbretze sp. 1095.
 
 
staubesnacht, f. eine unter dem einflusz etwa von todesnacht (theil 11, sp. 567) zu stande gekommene mystische umschreibung des irdischen daseins der menschen und deshalb nicht einfach in dem gegenseitigen verhältnis der compositionsglieder zu fassen:

mir gabest du, in staubesnacht versunken,
den seelenstrahl, den reinen geistesfunken.
Rückert 6, 65,

hier eine nacht, welche vom wesen des staubes beherrscht wird, d. h. das irdische leben im dunkel des göttlichen geheimnisses, im gegensatz zu dem tag des ewigen schauens.
 
 
staubessohn, m. der mensch (vgl. DWB des staubes sohn unter staub 5, g, sp. 1090):

(schleier,) der undurchdringbar, dicht gewebt,
den staubessöhnen nicht sich hebt.
Stolberg 5, 265 (weisze frau 5, 4).


 
 
staubete, stäubete, f. in der Schweiz (über die bildung vgl. Weinhold alem. gramm. 209) dasselbe wie
1) staubregen (s. u.): die staubeten, kleiner dünner rägen, ein sprützeten, pluvia tenuis Maaler 385c.
2) staubschnee (s. u.): staubeta schneegestöber Tobler appenzell. sprachsch. 406b, auch mit umlaut stäubete (neben stübete) Stalder schweiz. idiot. 2, 393.
 
 
staubexplosion, f. explosion leicht entflammbaren wirbelnden staubes, z. b. von getreide, kohle, kork, stärke.