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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm  ·  · 
 
schlecken bis schleckergans (Bd. 15, Sp. 549 bis 552)
 
schlecken, verb.
schlecken, verb.
schlecker, m.
schlecker
schleckerbartel
schleckerbest
schleckerbissen, m.
schleckerbse, f.
schleckerei, f.
schleckerer, m.
schleckergans, f.
schleckerhaft, adj.
schleckerhaftig, adj.
schleckerhaftigkeit, f.
schleckerhaftiglich, adv.
schleckerig, adj.
schleckerisch, adj.
schleckerl, n.
schleckermaul, n.
schleckern, verb.
schleckerwerk, n.
schleckfinger, m.
schleckfrasz, m.
schleckgras, n.
schleckhafen, m.
schleckhaft, adj.
schleckicht, adj.
schleckig, adj.
schleckisch, adj.
schleckkauf, m.
schleckkoch, m.
schleckkrämer, m.
schlecklein, n.
schleckmagen, m.
schleckmahl, n.
schleckmarkt
schleckmaul, n.
schleckmaulen, verb.
schleckmundi
schlecknase, f.
schleckschusz, m.
schleckspeise, f.
schleckung, f.
schleckwaare
schleckwein, m.
schleckwerk, n.
schledde, f.
schledern, verb.
schleef, m.
schleep
schleer, m.
schleer, f.
schleet
schlegel
schlegelbirne, f.
schlegelgesell, m.
schlegregen, m.
schleh, adj.
schlehe, adj.
schlehbaum, m.
schlehblüte, f.
schlehdorn, m.
schlehdornbeere, f.
schlehe, f.
schlehen, verb.
schlehenbaum, m.
schlehenblüte, f.
schlehblüte, f.
schlehenblütenwasser, n.
-blütwasser, n.
schlehenbranntwein, m.
schlehenbüchse, f.
schlehenbusch, m.
schlehencompost, m.
schlehenconfect, n.
schlehenconserve, f.
schlehendämmerungsfalter, m.
schlehendorn, m.
schleheneule, f.
schlehenflechte, f.
schlehengebüsch, n.
schlehengeistchen, n.
schlehengemüse
schlehenmaul, n.
schlehenmost, m.
schlehenmotte, f.
schlehenmusz, n.
schlehenpflaume, f.
schlehenraspe, f.
schlehenrot, adj.
schlehensaft, m.
schlehenstamm, m.
schlehstamm, m.
schlehenstaude, f.
schlehstaude, f.
schlehenstrauch, m.
schlehstrauch, m.
schlehentrank, m.
schlehentraube, f.
schlehenwasser, n.
 schlecken, verb. lecken, naschen. ein schwaches verbum slicken (das mundartlich, besonders nd. erhalten ist. brem. wb. 4, 829. Schütze 4, 121. ten Doornkaat Koolman 3, 199a), verslicken ist früher als schlecken bezeugt, das auch durch seine bedeutung 'schlingen, verschlingen, verschlucken' unserem schlecken sich an die seite stellt. mhd. wb. 2, 2, 397a. Lexer mhd. handwb. 2, 974. Graff 6, 786, nd. slicken Schiller - Lübben 4, 238b. dieses schlicken verhält sich zu schlecken wie alts. likkôn, ags. liccian zu lecken, vgl. oben unter schleck. nhd. schlucken, der schluck (s. diese) gehören nicht unmittelbar in diesen zusammenhang. während im älteren nhd. schlecken viel gebraucht wird, tritt es in neuerer sprache allmählich wieder zurück; schon Steinbach 2, 441 bezeichnet es als landschaftlich, Adelung als nur im 'gemeinen leben' üblich, Campe als ein 'niedriges, aber deswegen noch nicht verwerfliches wort'. die mundarten, besonders die oberdeutschen, haben schlecken mit den dazugehörigen bildungen lebendig erhalten, und die ausgebildete neuere schriftsprache bedient sich dieses sprachgutes zu derb-charakteristischem ausdrucke.
1) lecken, leckend schlürfen und essen: lambere, schlecken Dief. 316b, ligurire 329b: lingo is ere, lecken, lambo is ere, schlecken, auflecken Aventinus werke 1, 428, 37; an denen (den jungen) schleckt die beerin so lang und viel bis sie es mehlich formiert und zu einer rechten gestalt bringet. J. Heyden von Dhaun Plinius (1584) 159; (die bären) saugen an jren fördern datzen und halten jr leben mit solchem schlecken auf. 160; (die katzen) schleckten jm den trüssel, so bliesz er jnen ins loch. Fischart Garg. 201 neudruck; dasz man scheinbarlich sahe, zwey kleine schwartze hündlin auff ihrem (der frau) bette umbgehen, die jhr jren mund und jre lefftzen an jrem hinziehen schlecketen. buch d. liebe 289a; ein hund, der gehauen wirt, mag er sich selbs schlecken, so heilt die wunden. Paracelsus opus chir. (1565) 52;

doch kamen die hund z den stunden,
schleckten des armen gschwer und wunden.
Wickram irr. reit. bilger 87b.

leckend schlürfen: katzen schlecken milch. Frommanns zeitschr. 4, 117, 2. Seiler 254a; der hund schleckt seinen napf aus; bringt die hunde her, dasz sie es (das blut) schlecken. Grabbe 1, 38. so auch von der lecksucht der rinder Hunziker 222: alta chüe schleckid au gern salz. Tobler 388a; vom pferde: gibs jhm under dem ftter zu essen, oder sonst zu schlecken. Seuter roszarzn. 50. vom menschen, leckend schlürfen, genieszen, mit der zunge schlürfen wie saufende hunde Albrecht 202a: wan es (das gebratene) rott ist, so schlecket es (das kind) daran und iszt etwas davon. Keisersberg narrensch. 99b; an beiden zipfeln (der wurst) zu schlecken. Keller Seldw. 1, 268; gesellen die im hafen schlecken. Fischart Garg. 17 neudr.; aus dem pot schlecken, catillare Frisch 2, 194c. es ist unfein, nach dem essen

[Bd. 15, Sp. 550]
sich die lippen abzulecken: höfliche leute schlecken oder belecken die lefzen nicht mit ausgestreckter zunge. Comenius sprachenth., übers. von Docemius (1648) § 559. die finger nach etwas schlecken, begehrlich, lüstern sein nach etwas (eigentlich eine geberde des in gedanken, im voraus genieszenden): von dem gedencken kummen sie zm lust, und schlecken die finger, und wesseret inen das maul darnach. Keisersberg narrenschiff 99b; also dasz sie die finger darnach schlecken. Fischart bienenk. 104a. in gleichem sinne:

das ir die feust darnach wurdt lecken
und die pfann nach der podenschar (dem satz in der pfanne) schlecken. fastn. sp. 212, 35.

teller schlecken so viel als schmarotzen: teller schlecken, parasitare Steinbach 2, 441;

der liebkoszt, der runt jnn die oren,
das er uff kum jn kurtzen joren
und sich mit deller schlecken ner.
Brant narrensch. 100, 11

(vgl. 100, 3, wo dem einfachen schlecken diese bedeutung untergelegt werden musz);

die warheit schwygen, deller schlecken.
Murner narrenbeschw. 3, 77;

mitschlecken, parasitari Stieler 1830; nach eim ding schläcken, etwas begären, und begirlich darnach stellen, ligurire rem aliquam Maaler 354d; er schleckts maul darnach. Wander sprichwörterlex. 4, 231. besonders von dem behaglich-langsamen verzehren von leckerbissen, von schlürfendem, leckendem essen, eigentlich besonders von halbflüssigen, breiigen speisen: honig schlecken, süsze speise, obstsaft schlecken. dann aber auch in freierer anwendung, leckeres essen, naschen; mit weiterer ausbildung der bedeutung, genäschig, leckerhaft sein: schläcken, gte schläckle oder bisszle frässen, catillare, ligurire Maaler 354d; schlecken, avide manducare, delibare, cupedia morari, cupediosum esse, ligurire, catillare Stieler 1830; etwas köstliches mit kleinen bissen essen, suavia capere Frisch 2, 194c, vergl. Schm. 2, 505. Schmid 466. Schöpf 619. Stalder 2, 325. Tobler 388a; ich weisz schon warum sie nichts vorspart, sie schleckt. Klein provinzialwb. 2, 119; aber schlecken ist, da der glust ainen menschen treibt zu aim ding dat jm nit not ist. Keisersberg siben hauptsünd. (1510) Bb 1a; jhe mer von disem verbotnen baum des wissens guts und bösz hat geschleckt. Franck lob d. gerechten göttl. worts 162b; zur straff den zweck mit den schönen zänen ausz dem treck müssen auf niderländisch trecken und schlecken. Fischart Garg. 104a; (die katze) trincket ehe das wasser aus dem becken, auff dasz sie mög den fisch nach vortheil schlecken. groszm. (kloster 8, 376); dasz auch die frösch und schnecken vor groszem schlecken nit thieff geng in der erden stecken. 28 neudr.; der meszhonig musz geleckt und geschleckt werden, oder er wer nicht gut. bienenk. 173b; erstlich der frauwen gebott sich solches schleckens zu mäszigen. wegkürzer 6b; wann ich die häringsnasen in dem fasz Diogenis hätte mögen schlecken. Schuppius schriften 734; butter schleckten und kaffee tranken. Pestalozzi Lienh. u. Gertr. (1831) 3, 147; sprichwörtlich: wer honig schleckt, musz viel wermut fressen;

Sante Michel rihtet uff sin woge
und henket sich der folant dran,
doch schaffet er nit, der swarze man;
wann sin slecken ist umbsus.
Dangkrotzheim namenb. 285;

die schleckt (die ehebrecherin), und wüscht den mund gar schon
und spricht, ich hab nüt bösz gethon.
Brant narrensch. 64, 77;

die köchin aber schleckerhafft.
fing an von den hünern zu schlecken.
H. Sachs 2 (1591), 4, 81c;

ein bissen (sollst du) offtmals duncken ein,
den du allmal leckst sauber ab,
damit dein maul zu schlecken hab.
Scheit Grobian. 3318 neudruck;

sie lernen liegen schlecken stelen.
Wickram irr. reit. bilger 50a;

und wolt kurzum nur wildpret schlecken.
Fischart 2, 76, 2829 Kurz;

das euch das schlecken wird zum schrecken. 2839.

in eigenthümlicher wendung:

schön frauen und mörschnecken
und mangeguerr der wein:
heben vom stul im (l. und) schlecken
mich ins kalt grab hinein.
Fischart bienenk. 213a.

composita zu schlecken, in entsprechender bedeutung: abschlecken, ausschlecken, beschlecken, einschlecken Stieler

[Bd. 15, Sp. 551]
1830, z'samschlecken Schm. 2, 505, verschlecken, vernaschen Stieler a. a. o. Stalder 2, 325. Schmid 466. Lexer 219. einschlecken, einschlucken, mit aufgabe der vorstellung des leckerhaften: verbeisze dich, schlecke es ein (das leid). Spee güldn. tugendb. 229.
2) schlecken übertragen vom küssen und liebkosen, in derber sprache Stalder 2, 326. den übergang veranschaulichen stellen wie die folgende:

was thut er an ihrer tochter lecken?
an fremden verbot'nen speisen schlecken.
Göthe 13, 61

(vgl. DWB war ein gekos' und ein geschleck';
da ist denn auch das blümchen weg'. 12, 187);

dasz die neugeheiratheten .. mit einander ein anblicken und anblinzeln, löffeln und schlecken treiben, als seien sie mutterseelen allein. Immermann Münchh. 1, 185. geschleckt (wie geleckt), sauber gewaschen, wol aufgeputzt Schm. 2, 505. Stalder 2, 325; si chunt g'schleket Hunziker 222; wie ein welscher milchbart geleckt und geschleckt. Zschokke 7, 259.
3) besonderes: beim scheibenschieszen schlecken, probeschüsse machen Schöpf 619 (s. unten schlecker 2, c, schleckschusz). bei Schröer 202a ist aus der Zips für schlecken die bedeutung 'schnell essen' bezeugt. schleck, schleck ist in oberdeutschen mundarten ein ausdruck der verhöhnung, wobei man den linken zeigefinger mit dem rechten reibt. Schmeller 2, 505. Schöpf 619. Lexer 219. Hintner 219; die redensart ist wol wie das bei Lexer 174 angeführte leck! leck! zu verstehen. für schleck, schleck sagt man auch schlekabartl Castelli 244, schleckebarscht' l Hintner a. a. o., schlekerbartl Frommanns zeitschr. 6, 111, 21.
 
 
schlecken, verb., in nd. gegenden zäh werden, erharten. Schambach 194a, gewöhnlich schlicken.
 
 
schlecker, m.
1) leckermaul, näscher, schwelger (sieh schlecken 1): schläcker, ein fraasz, der für und für in der platten ligt, patinarius Maaler 354d; schlecker, der, lurco, Apicius, cupedius, catillo, liguritor, patinarius, cupedo, cupes Stieler 1830; schlecker (der, pro näscher, leckermaul), liguritor, cupes Steinbach 2, 441, ebenso bei Frisch 2, 194c, Adelung, Campe; hierzu das fem. schleckerinn bei Stieler a. a. o. und Adelung. in gleicher anwendung in älterer sprache das zu slicken gebildete masc. slicker, schlicker, gluto, glutor Dief. 266c, besonders im nd., s. Schiller-Lübben 4, 238b; schlecker, in der neueren schriftsprache wenig gebraucht, ist besonders im sinne von näscher, leckermaul den oberd. mundarten geläufig, s. Stalder 2, 325. Tobler 388a. Lexer 219. Hügel 138a. Klein provinzialwb. 2, 119: wan si wider heim kumen (von der hohen schule), so künnen sie nüt, und werden bchtrucker darusz gockler, henselin, schlecker, baderknecht. Keisersberg narrenschiff 69b; Sergius Orata ist der erst schlecker zu Rom gewest. Petrarca trostb. 57b; also wolt ich, das allen schleckern wider für. Wickram rollwagenb. 155, 6 Kurz; mit schleckern und faulen hansen. Bebel facet. (1589) 51a; des mäusztödters, schleckers und swappers (Apollo). Fischart groszm. (kloster 8, 607); dem schlecker schmecket in der gantzen stadt kein wein besser, als der nichts kostet. Schuppius 410; doch ich ward dort kein schlecker, sondern blieb ein schlucker. Rückert poet. werke (1882) 3, 379;

da (im tode) wirt der stoltz des übermuhts,
der schlecker alles lusts und eckels .. beraubet.
Weckherlin 569;

hat dieser schlecker nichts ermessen?
Hagedorn 2, 19;

mir mundet wein, der etwas herb;
wer ist ein süszer schlecker?
lasz' er sich holen weinverderb
vom nachbar zuckerbäcker.
Rückert poet. werke (1882) 5, 346.

tellerschlecker, bezeichnung eines schmarotzers. Schöpf 619, s. oben teller schlecken unter schlecken 1. in gleichem sinne auch schlecker: es ist ein schlecker (parasitus) Phormio. Terenz (1499) 124b, schweiz. schlecker, schmeichler Tobler 388a. Seiler 254b. tintenschlecker ist eine verächtliche bezeichnung des schreibers Schöpf 619. sprichwörtlich: ausz einem schlecker wirt ein armer lecker. Franck sprichw. 2, 157a. Henisch 1184, 66; ausz einem schlecker wird ein alter lecker. Petri 2, k 1b.
2) besonderes:
a) in bair. mundarten bezeichnet muesschlecker den zeigefinger, womit die mutter dem kinde das mues einstreicht Schm. 2, 505; bei Tobler 388a wird neben schleckfinger auch das einfache schlecker als name dieses fingers bezeugt. im wienerischen wird die zunge schlecker genannt Hügel 138a (vergl. DWB lecker theil 6, sp. 483).

[Bd. 15, Sp. 552]

b) schlecker, einmaliges schlecken Lexer 219 (vergl. einen tüchtigen hopser thun u. ähnl.).
c) schlecker, neben das schleckerbest und schleckschusz, heiszt in Tirol ein probeschusz beim scheibenschieszen. Schöpf 619. s. DWB schlecken 3.
d) die jäger nennen schlecker einen hirsch, der keinen richtigen wechsel hält, sondern bald hierhin, bald dorthin auf äsung zieht. Behlen lex. der forst- u. jagdkunde 5, 490; auch bezeichnung eines schlechten jagdhundes.
 
 
schlecker, m. fette, schlüpfrige thonerde Frischbier 2, 283b (für nd. slicker); slecker neben slacker und slickerweder, naszkaltes, schmutziges wetter Schambach 193a.
 
 
schleckerbartel, s. DWB schlecken 3.
 
 
schleckerbest, s. DWB schlecken 3, schlecker 2, c.
 
 
schleckerbissen, m., diminutiv schleckerbissel, schleckerbiszlein, n. leckerei, köstlicher bissen. cupedia, schleckerbiszlein Dief. 163a; lecker- sive schleckerbiszlein Stieler 127. schleck'rbiss'n Hügel 138b: (ihr habt) alles auf die schläckerbiszlin gerichtet. Petrarca trostb. 200b; o du arme stattmausz, wie werden dir deine schleckerbiszlin so saur. sprichw. (1591 bei Egenolff);

gut schleckerbiszlein, vögel und fisch.
H. Sachs fastn. sp. 1, 111, 363 neudruck.


 
 
schleckerbse, f. pisum sativum, die speiseerbse, mundartlich bei Pritzel-Jessen.
 
 
schleckerei, f. verzeichnet bei Stieler 1830. Steinbach 2, 441. Frisch 2, 194c. Adelung, bei Campe als nicht schriftgemäsz. auch ins nd. ist das wort eingedrungen sleckkerijen, naschwerk Dähnert 429a, im brem. wb. aber slikkerije 4, 830.
1) das naschen, schwelgen in tafelfreuden, lüsternheit nach leckerer speise, nach wohlleben, naschsucht. sich auf schleckerey befleiszigen, venari leporem Stieler 1831: damit nicht ir gesell sie abermal an der schleckerey verhinderte. Kirchhof wendunmut 1, 105 Österley; ein weib soll häuszlich seyn .. nichts verliederlichen durch unfleisz, faulheit und schleckerey. Moscherosch christl. vermächtn. 201 (1643);

und als sie (die hühner) prietten in dem safft,
leckt sy daran durch schleckerey. meisterges. (ms. germ. Berol.) nr. 51;

ja wenn die schleckerey der fürsten musz vergehn,
so werden wir bey Christus tafel stehn.
Hallmann Theodorich 61.

verschlimmert zu üppigkeit, bosheit, niederträchtigkeit, wie leckerei, s. dieses th. 6, sp. 485 unter 2: widerteufferische schleckerey, und anderer verfürung. Luther tischr. (1568) 296b randbemerkung.
2) leckerbissen, naschwerk: wohlbesetzte tafel, die unter köstlichsten und niedlichsten schleckereyen krachen und bersten möchte. ehe eines weibes 69; den kindern schleckereien mitbringen. freier:

dis isz wol, wie schreibst, leckerei,
und aine schleckhaft schläckerey.
Fischart 2, 234, 744 Kurz.


 
 
schleckerer, m. (s. DWB schleckern 1), näscher, nach leckerbissen lüsterner: der pasteten und kuchenbecker bereitet aus dem besten meel leckerbiszlein, welche der schleckerer ... schleckspeise sein. Comenius sprachenthür übersetzt von Docemius § 407.
 
 
schleckergans, f. die nordische schneegans, anas hyperboraea Nemnich; eigentlich die bezeichnung unsrer wilden gans. in nd. gegenden slicker-, sleckergans (zu nd. slick, sumpfige erde, schlamm); s. Schambach 194a. Woeste 240a.