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schnicken bis schniefeln (Bd. 15, Sp. 1327 bis 1330) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
schnicken, verb. schnicker, adj. schnickermesser, n. schnickern, verb. schnicklich, adj. schnickschnack, m. schnieben, verb. schnieber, m. schniede, f. schniedel, m. schniefeln, verb. schniegel, m. schniegelfleckchen, n. schniegeln, verb. schniepe, f. schniepel, m. schniepeln, verb. schnieren, verb. schniffeln, verb. schniffen schniffler, m. schniffling, m. schnill, f. schnipf- schnipf schnipfe, f. schnipfel schnipfeln schnipfen, verb. schnipfer, m. schnipp, interj. schnippchen, n. schnippe, f. schnippel, m. n. schnipfel, m. n. schnippelbrocken, m. schnippelchen, n. schnippeln, verb. schnippelung, f. schnippen, verb. schnippentaube, f. schnipper, m. schnippergeld, n. schnipperin, f. schnipperlich, adj. schnipperling, m. schnippern, verb. schnippicht, adj. schnippig, adj. schnippisch, adj. schnippischheit, f. schnippkügelchen, n. schnipplein, n. schnipps schnippschen, n. schnippschere, f. schnippschnapp schnippschnappschnurr schnippsel, n. schnippsen, verb. schnippung, f. schnipsen, verb. schnipzen, verb. schnirkel, m. schnirkelbeet, n. schnirkeln, verb. schnirkelnadel, f. schnirkelschnecke, f. schnirkelwerk, n. schnirrbacken, verb. schnirrbraten, verb. schnirrbrater, m. schnirre, f. schnirren, verb. schnirrer, m. schnirricht, adj. schnirrig, adj. schnirring, m. schnirrschnarr, m.? schnirrung, f. schnirz, m. schnitt, m. schnittarzt, m. schnittbank, f. schnittbaum, m. schnittbohne, f. schnittbrenner, m. schnittbrot, n. schnittbülte, f. schnittchen, n. schnitte, f. schnittel, f. n. schnittelmesser, m. schnitteln, verb. schnitter, m. schnitterblume, f. schnitterchen, n. schnitterfaust, f. schnitterfest, n. schnitterhüpfel, n. | 1) das hd. schnicken bezeichnet eine schnelle bewegung mit den fingern, beinen u. a., und zwar a) transitiv, so z. b. die vögel schnicken das wasser, schlagen mit dem schnabel, hinein, dasz es umherspritzt Campe, oder schnicken die körner umher, schnellen sie mit dem schnabel fort Adelung; mit den nassen fingern tropfen ins gesicht schnicken. Campe; bair. (in Aschaffenburg) etwas fort, in die höhe, hin, her schnicken, schnellen 2, 567; ebenso rheinisch 1, 362, thüringisch, mit den füszen oder händen wegstoszen, vgl. DWB entschnicken, theil 3, 610. b) intransitiv: die feldhühner schnicken mit den schwänzen, wenn sie dieselben auf und nieder bewegen, wofür auch schnippen gesagt wird Adelung; so besonders thüring. die pferde schnicken, wenn sie den reiter absetzen wollen; nach sprachsch. 217: di pfêr schniken, nicken lebhaft mit dem kopfe; auch von kindern, die auf dem arme getragen werden, hinunterstürzen: las di klaine nich erunger schnik. ebenda. 1, 146. 2) das nd.-nl. snicken (bei 4, 144), wozu sich auch engl. snick up stellt, im ablaut zu mnd. mnl. snukken, s. 918, zeigt die beiden bedeutungen 'schluchzen' und 'ersticken', die wol aus 1 abgeleitet sind und auf das krampfhafte zucken, die ruckweise bewegung des kehlkopfes gehen. a) schluchzen, so gewöhnlich im holl., ferner brem. und ostfries., s. brem. wb. 4, 893. 229a. ten Doornkaat [Bd. 15, Sp. 1328] 3, 244b; snicken, hicken, singultire Kilian. in Esthland auch hd. schnicken, schnucken, schluchzen, den schlucken haben 27a. b) ersticken, suffocari, in Hamburg und Holstein: dar schull man van snikken; he fritt, dat he snikken mugt, auch sick snicken. brem. wb. 4, 893. 274. 4, 274. Campe. auch im binnenlande, meist als versnicken, den atem verlieren 6, 294. c) holl. überhaupt vom atmen: snicken, respirare, recipere anhelitum, spiritum ducere, animam attrahere Kilian; daher wol auch übertragen, nach etwas schmachten, sich sehnen, so schon bei Vondel, s. bijdragen 6, 390. 3) schles. schnicken, supprimere aliquam, gehört nicht hierher, sondern ist ableitung von schnicke, s. das. 3. 87a. ey, kieckeis, wat het düt, dei hüser sünt van linnen, een kleensmidt de haar een sniggere deeren. quelle vom j. 1791 bei wo sik de sniggere deern utflijede! wo se den kopp dreit! und duftet als balsam 1) iterativ zu schnicken, intransitiv, in die höhe springen, so thür. neben schnickeln sprachsch. 217; vom aufspringen der fische im wasser, in Leipzig neben schnippeln 205a; transitiv, im nassauischen für gewöhnliches schlickern (kot um sich werfen; schleudern, schlenkern) 1, 362. 2) schallwort, vom schnellen, abgesetzten gezwitscher kleiner vögel oder einem halblauten, verbissenen lachen Campe; behaglich lachen a. a. o. 3) aus spielerei mit einem messer schneiden, schnitzeln, so nd. snickern 199b; in Esthland schnickern schnitzeln, unnütz schneiden, die cour schneiden 11. wol entstanden aus dem gleichbedeutenden snitkern und eine deminutivbez. iterativbildung zu schneiden. vergl. schnickermesser, schnittcher. [Bd. 15, Sp. 1329] darin zu suchen, schnick 2 aber ist wol erst aus der zusammensetzung losgelöst, die auch in schnick und schnack zerlegt wird. das westfäl. snicksnack zeigt abweichende bedeutungen, denen dieselbe schallbezeichnung zu grunde liegt: 'variierendes schnacken mit der peitsche', sowie im rätsel für 'schwanz', auszerdem snick un snack, alles 246a. in hochd. mundarten nur ganz vereinzelt bezeugt, so aus der Pfalz 2, 135, und aus Ungarn 203b. in der nhd. schriftsprache erst seit mitte des 18. jahrh. (Lessing u. s. w.), vgl. 2, 619: denken sie, dasz es schicklich ist, mit ihnen hier in dem vorgemache einen elenden schnickschnack zu halten? 2, 165 (Em. Galotti 4, 3); den vorigen schnickschnack (gerede, klatsch) musz er also nur um etwas zu erzählen angebracht haben. Eva König bei 13, 416; findet man mehr gewäsch im schnickschnack der heringsweiber als in den öffentlichen disputirstunden der herrn von dieser profession? Montaigne 5, 361; doch was geht mich aller dieser schnickschnack an! reise 1, 212; das schwarze genie .. thät seinen mund auf und las, nach einem kurzen vorangeschickten schnickschnack, was wer lust hat hier ebenfalls lesen kann. Siegfr. v. Lindenb.4 2, 232; der lesepöbel, der die nase beim schnickschnack der Orsina rümpfte. briefe 1, 130; doch wenn du mich um dieses schnickschnacks aus der hölle gerufen hast, so lasz mich immer wieder abziehen. ich kenne schon lange eure kunst über das zu schwatzen, wovon ihr nichts wiszt. 3, 50; sie sagten: 'man müsse das publikum nicht verwöhnen — man werde nicht so viel neue stücke finden' ... und was dergleichen schnickschnack mehr war. Kotzebue (1802) 214; die dame, die, beym thee .. wo nicht: singst du vielleicht dem ohr schnickschnack! versetzte der papa; schnickschnack ist das, du schalk! seht da kommt der dudelsack! [Bd. 15, Sp. 1330] u. s. w.). in der ältern sprache nicht belegt, erst nhd. bei 1406: schnieben, spirare, athem holen, est anomalum, ich schnob, geschnoben; ferner: schneuben, et schnieben, aliâ dialectô id. est quod schnauben, et schnaufen, habetque in praeter. ich schnob, ich schnöbe, partic. geschnoben, spiritum difficilius reddere, graviter spirare, stertere. it. fremere, circumstrepere, cum anhelitu conari, sudare, vires laborando terere 1896; ich habe geschnoben, praes. ich schniebe, spiro, respiro, spiritum duco, secund. du schneubst, tert. er schneubt, imperf. ich schnob 2, 481; bei Abelung als veraltet bezeichnet; wenn er und Campe zugleich einen bedeutungsunterschied aufstellen, derart dasz schnieben ein feineres und gelinderes geräusch bezeichne als schnauben, so ist das wol eine künstliche, auf den klang der wörter gegründete scheidung. in der litteratursprache scheint schnieben nur im ältern schlesischen (etwa 1650—1750) eingedrungen zu sein: wenn einer weidlich schnarcht und mit der nase schnäubet. das hertze klopffet, biebet, diesz wünschen Amor hat der liebes-götz erschniebt (gewittert) laszt mir nur reichen, was da ist,
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