| Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm | · · ![]() | ||
schnappgalgen bis schnappsack (Bd. 15, Sp. 1174 bis 1176) | |||
schnappgalgen, m. schnapphahn, m. schnapphahnerei, f. schnapphahnrohr schnappisch schnappkarren, m. schnappmaul, n. schnappmesser, n. schnapps, m. schnaps, m. schnapps, interjection schnaps, interjection schnappsack, m. schnappsbruder, m. schnapsbruder, m. schnappsbude, f. schnapsbude, f. schnapps-, f. (schnaps-), f. bulle, f. schnapps-, f. (schnaps-), f. buttel, f. schnäppschen, n. schnäpschen, n. schnappseln, verb. schnappsen, verb. schnapps-, f. (schnaps-), f. flasche, f. schnapps-, n. (schnaps-), n. geld, n. schnapps-, n. (schnaps-), n. glas, n. schnapps-, f. (schnaps-), f. gurgel, f. schnapps-, n. (schnaps-), n. haus, n. schnappsig, adj. u. adv. schnapsig, adj. u. adv. schnapps-, f. (schnaps-), f. kammer, f. schnapps-, m. (schnaps-), m. keller, m. schnapps-, f. (schnaps-), f. kneipe, f. schnappstengel, m. schnapps-, m. (schnaps-), m. trinker, m. schnapps-, m. (schnaps-), m. wirt, m. schnapptuch, n. schnappung, f. schnappwage, f. schnappweife, f. schnar schnarch schnarchconcert, n. schnarchel schnarcheln, verb. schnarchen, verb. schnarcher, m. schnarcherei, f. schnarchhaft schnarchhans, m. schnarchicht schnarchkauz, m. schnarchler, m. schnarchlung, f. schnarchpost, f. schnarchung, f. schnarf, m. schnarfen, verb. schnarflung, f. schnargarkisch, adj. schnarpen schnarpfen schnarpsen schnarr schnarrbasz, m. schnarrdrossel schnarre, f. schnarreisen schnarren, verb. schnarrente, f. schnarrer, m. schnarrerin, f. schnarrgans, f. schnarrgauker, m. schnarrgickel schnarrhans, m. | 1) bezeichnung eines strauchdiebes zu pferde, straszenräuber; von gramm. 2, 961 als imperative zusammensetzung gefaszt, wie schnapp den hahn; eine beziehung auf den hahn des flintenschlosses wäre aber hierbei schon deswegen unmöglich, weil es dergleichen zu der zeit, wo das wort auftaucht, noch gar nicht gab. man wird bei der deutung des wortes vielmehr an das verbum schnappen 4 (sp. 1171) und an das subst. hahn in übertragung auf einen menschen (vgl. th. 42, sp. 163, nr. 3, a) zu denken und das wort als eine derbe und nicht ohne humor gebildete bezeichnung eines schnappenden, beute haschenden hauptkerls zu erklären haben. zufrühest seit dem 15. jahrh. bezogen auf den adelichen oder doch berittenen wegelagerer (über die declination vgl. unter hahn th. 42, sp. 159): Münch (zum edelmann). ich hör wol, ir seit der selbigen schnaphenlein auch eins. edelmann. was schnaphons bin ich? man hat mich wider got, eer und recht von dem meinen triben. sat. 3, 104; die schnapphanen haben ein sprichwort odder reymlin, rauben und brennen ist kein schand, das thn die besten in dem land. sprichw. 2, 60a; der knecht thete sich zu etlichen fränkischen schnaphannen. Zimm. chron. 12, 406, 4; war sein lebenlang ain reuterisch man und ain groszer schnaphan gewest. 628, 7; schnaphän und hagjunckern. bienk. 230b; die spyeler haben übel zyt, oft duet ein schnaphan auf mich (den krämer) lawren, dasz nicht die schnapphan ubr jn kommen kamen drey schnaphan her getraben, den Türcken lued man auch zur bahn, [Bd. 15, Sp. 1175] aus dem jungen volke und einigen älteren schnapphähnen bestehend. werke 2, 184; dem schnapphahn ward, wie sichs gebührt, 2) schnapphahn, von einem buhler, der verführen will: hastu ein hübsch weib, so darfestu jr .. förchten vor den schnaphanen, die auf der gassen gehn und das har puffen und jr hofieren. schimpf 92b; von einem der reich zu freien gedenkt: so schien sie nun mehr als je für schwere und leichte schnapphähne ein guter fang. werke 1, 405; in Iglau schnapphahn ein bissiger mensch 5, 467; niederd. snapphaan neben buschklopfer auch gewaltsdiener, bettelvogt. brem. wb. 4, 881; bei Hagedorn selbst von einem hunde: ich komm, o hirsch, dein einzig kalb zu rächen. 3) name einer münze in Jülich: wie der Straszburger müntz die rappen, und die Gülchner vom reutersmann jre müntz die schnaphan nennen. Sar. 163a; so wolt er jnn einen schnaphanen schenken. rollw. 82, 26 Kurz; die bauren namen den schnaphanen von dem pfaffen. 83, 9; schnapphähne, eine also genannte münze in den Niederlanden. 4, 15a. 1) das schnappen, als bild für plötzliche geschwindigkeit (vgl. DWB schnapp 3), in der formel im schnapps, in einem schnapps: in einem schnaps zwei ding zusammen .. gedenken. bienk. 85a; noch (dennoch) werden sie in einem schnaps so gesund, wie ein fauler apfel auf faulem stro. 114a; fliegen knapp im schnaps dem himel zu. ebenda; im Elsasz haben sie inn eim schnaps die sechs und vierzig stätt und fünfftzig schlösser uberrumpelt. Garg. (1590) 436; so schickt er euch inn eim schnaps vier hundert fünftzig tausent auszerlesenes volcks. 442; in einem huy, in einem schnapsz, in einem stutz, in einem nun, ἐν τῷ νῦν. (1650) 1, 216; uberstachen die kutt behend, 2) was im schnappen auf éinmal erfaszt wird: schnapps (neben schnapp), quantum hinati ore una vice capitur 2, 211b. 3) besonders bezeichnung einer gewissen menge brantwein, so viel man auf éin mal schnappen kann (landschaftlich auch wurf genannt); zufrühest niederd.: snapps und snipps, ein schluck branntwein, enen snapps nemen, ein gläschen gebranntes trinken. brem. wb. 4, 880; snapps, schluck, glas branntwein 4, 880; dann auch in mittel- und oberdeutschen mundarten: schnapps, schluck branntwein 359; schnapps, branntwein 637; schnaps, plur. schnäps 227, u. a.; und so in täglicher rede allgemein: einen schnaps, ein paar schnäpse trinken: sie .. gab mir einen schnaps und vier neue fünfbätzler. bauernsp., 10. cap. früh auch schon stoffbezeichnung schlechthin geworden, wie branntwein: sie (die [Bd. 15, Sp. 1176] burschen) lassen sich den schnaps bouteillenweis auf ihre stuben holen. Göttingen nach seiner eigentlichen beschaffenheit (1791) 99; manchmal brachte eine sogar ein klein fläschchen mit süsz angemachtem schnaps. Käthi cap. 13; wie einem trinker, der nach immer stärkerem schnapse verlangt. werke 1, 279; ein fläschchen schnapps ergreif ich da. bezahlen soll mit theurem geld 4) schnapps, in oberdeutschen mundarten rüge, verweis; so schweizerisch; tirolisch einen schnapps kriegen 637. nur mich laszt ungeneckt! sonst mit dem letzten athem fuhr sie (die seele) aus, er maint, ich sol pleiben im stall, reget sich was, gleich schieszt der jäger, ihm scheinet die schöpfung, nur herunter mit dem schnappsack!
| ||
| © 1998—2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | ![]() | ||