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lappen bis lappenkästchen (Bd. 12, Sp. 195 bis 198) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
lappen, verb. lappen, verb. lappenberg, m. lappenbiene, f. lappenblume, f. lappendig, adj. lappenei, n. lappenhaft, adj. und adv. lappenhausen lappenhäuser, m. lappenkästchen, n. lappenkörblein, n. lappenkunst, f. lappenmann, m. lappenpuppe, f. lappenschnecke lappenspieler, m. lappenstehler, m. lappenwaare lappenwerk, n. lapper lapperei, f. läpperei, f. lappern, verb. läppern, verb. läpperschulden, f. lappetuch, n. lapphorn, n. lappicht, adj. lappig, adj. läppin läppisch, adj. lappjagen, n. lappländer, m. lappländersnase, f. läpplein, n. lappmann, m. lappreis, n. lappscheisze, f. lappscheiszig, adj. läppschen lappschuld, f. lappstatt, f. lapptreiben, n. lärchbaum, m. lärchbäumen, adj. lärche, f. lerche, f. lärchenbaum, m. lärchentanne, f. larete, f. larifari lärm, m. lärmen, m. lärmbläser, m. lärmenbläser, m. lärmecke, f. lärmen, verb. lärmenblasen, n. lärmenschlagen, n. lärmente, f. lärmer, m. lärmfackel, f. lärmfeuer lärmfroh, adj. lärmgasse, f. lärmglocke, f. lärmig, adj. lärmkanone, f. lärmmacher, m. lärmplatz, m. lärmenplatz, m. lärmschusz, m. lärmspiel, n. lärmstange, f. lärmstück, n. lärmwort, n. lärmzeichen larum lärvchen, n. larve, f. larve, f. larvenblume, f. larvengesicht, n. larvenmann, m. larvensame larvenschnecke, f. larvenspiel larvenwerk, n. larvieren, verb. lasch, adj. lasche, f. lasche, f. laschen, verb. laschen, verb. laschenbret, n. laschennagel laschung, f. lase, f. läser, m. | dar lerde ik ersten lapen dat blôt. Reineke fuchs 1992; kauf ich ir (meinem weibe) nit ain schöne struppen, [Bd. 12, Sp. 196] etwenn was ir gemains geschrai: (du sprichst jetzt) kum nyena har, Lüllaff, das mag nit gesein, lappen gehört einer gröszeren wortfamilie an, deren einzelne glieder in den bedeutungen manigfach von einander abweichen. die gemeinschaftliche wurzel lap, deren auslaut leicht variiert und welche nasaliert und nicht nasaliert auftritt, hat den eigentlichen begriff des niederhangenden, wie er auch in sanskr. ramb, rambate schlaff herabhangen, lamb, lambatê niederhangen, gleiten, fallen, im latein. labor, lapsus sum, labi, labefacio, labare, labes (vgl. Fick2 165) erscheint und wie er den deutschen labber (sp. 4), laff (sp. 55), lampeln, lampen (sp. 88), lappe (sp. 193) und dem hernach folgenden verb. lappen zu grunde liegt. ihm entspringt aber auch der begriff des leckens und schlürfens, der wol an die thierische, namentlich hündische art, mit hangender zunge wasser zu nehmen, anknüpft, im griech. λάπτω λέλαφα und lat. lambere vorhanden ist und auch deutsch sich manigfach geltend macht, vgl. oben sp. 7 labern, sp. 55 lafern, sp. 57 laffen, sp. 195 läppeln und unten läppern, ags. lapian lambere, läpian, lepian, leppan lecken lassen ( gloss. 106), engl. lap, flamländ. lappen, niederl. leppen, dän. labe, schweiz. labben, lappen lecken wie die hunde, schlemmen, prassen 2, 149, bair. lappen, leppelen, leppern, trinken mit der zunge wie der hund, schlürfen, in kleinen zügen trinken 1, 1496 Fromm.; im Erzgebirge heiszt lappen schwatzen, albernes zeug reden (was sonst labern, labbern sp. 7, lafern sp. 55, vgl. auch lampern, lämpern unter lampen sp. 89); holstein. labben, lecken, gemein küssen, labbern saugen 3, 3; göttingisch labbern, lawwern allzuoft küssen, verliebt schäkern überhaupt 117a. entlehnt ist franz. laper, ital. lappare lecken. vgl. auch DWB labbe hängelippe, lefze, lippe. 1) intrans., schlaff herniederhangen; von körpertheilen, kleidungsstücken: es ist alles weich und lodlecht an einem den der schlag gerührt, es lumlet und lappet alles. Keisersberg post. bei 1, 576c; er trug es (nämlich sein gürtel) auf die handzwelen art, wie es die Türken tragen, nicht so dünn auf barfüszerseilerisch, wie es den frawen paternosterweisz hinab musz lappen. Garg. 117b; diser firlefanz (ein federbusch) lappet jm lustig uber das recht or herab, wie den zimmerleuten die hanenfedern. 119a; andern gab er so ein nasses auf den nabel, .. dasz jnen kutteln, krösz und därm herausz, wie dem verräter Judas lapten. 206a; solch krankheit (der pferde) wirt gemeinlich erkannt, an dem stäts triefenden wasser ausz den oren, und das sie dieselben lassen lappen, darnach auch den halsz oder den kopf henken lassen. feldb. 152; die pferde selbst lassen die köpfe sampt den ohren lappen und hangen. 2, 64; mynr gelider keinsz ist one schmerzen. eins gleich so lappet als das ander. den rock lasz auch fein abher lappen, wie bistu so voll, du alter tropf, da lappet mein wesen, da baumelt die pracht, thaler klappen, [Bd. 12, Sp. 197] weit. 256; das ist das schwäb. loppern, lose, unbefestigt sein. 1, 1497; alemannisch lopperig wackelnd: die lange fenster schnattere dervo (von der luft) 2) transitiv, etwas mit lappen versehen. a) bei schuhen: calcei clavati sive suppacti gelapte schwe 3a; suppactus gelapt ebenda, gemeint sind schuhe, von denen zwei stücke des oberleders lose angeheftet und zur durchziehung von schnüren eingerichtet sind, vgl. oben DWB lappen am schuh sp. 194; in der naturwissenschaft: lobatus, mit läppchen oder anhängen versehen, gelappt (bei blättern und thieren). 3, 433; weidmännisch lappen, das wild mit lappen umstellen: seinem nachbar das wildpret des nachts mit lappen zu verziehen, sich zuzulappen. not. ven. 245. vgl. einlappen. b) am häufigsten einen lappen auf etwas schadhaftes aufsetzen, flicken: quadrillare lappen, flicken 476b; pictiare, pictaciare lappen nov. gloss. 291a; hosen lappen, interpolare caligas 1070; hessisch lappen, flicken, ausbessern, jetzt fast nur noch von kleidungsstücken, ehedem aber von der ausbesserung jedes gerätes und sogar der bauwerke. 237 (mit belegen von 1563); niederd. lappen, lappen aufsetzen, meist in der verbindung flicken un lappen 118b, vgl. auch kessellapper, kesselflicker; ich wil hie noch nicht antworten, auf die sophistische und arme glöslin, die hie d. Carlstad uber den kelch flicket und lappet. 3, 72a; er (gott) spricht .. ich wils setzen und stellen, das es feste stehe, als wolt er sagen, es hat sich das jüdisch volk bisher geflickt und gelapt mit den königen, hab ich jnen zu zeiten einen fromen könig erwecket, als Ezechiam, so haben sie zehen böse dagegen gehabt, ich wil einmal ein könig aufrichten und setzen, der sol bleiben. 426b; lieber meuchler, seid jr da zurissen, so lappe euch der teufel. 5, 307a, vgl. 8, 290b; hie war angst und not, hie hatten die theologen zu flicken und zu lappen. 6, 89a; ein neu tuch aufn alten rock gelappt. br. 5, 353; gelapte oder gepletzte bücher, die wider das blut Jesu Christi jhr lesterung auszspeyen, sind one nachtheil nicht zu lesen. Sar. 67b; eines tages sasz er (ein schuhmacher) ganz still da und lappte einen schuh. niederl. sagen s. 566; o babst wie viel du lallst und papst manch schöner hund in dem wasser was wunders wird er fahen an, alles schier so lappenhaft in dem tal ze Grausen ge Lappenhausen cham er do. 57c, 29. bald hinkt heran ein Lappenheuser, [Bd. 12, Sp. 198]
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