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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm  ·  · 
 
kloben bis klobenseil (Bd. 11, Sp. 1219 bis 1220)
 
 kloben, klöben, spalten u. ä., von klieben (s. 1, c. d).
1) kloben ist selten.
a) gleich klieben:

klobt mit scheiter sein schlegel. Ambr. lb. 235, 24 (verkehrte welt);

dem faulen gefällt kein block den er kloben soll. Simrock spr. 2290. Voss braucht zerkloben. dasz es nicht etwa blosz md. und damit einer nd. einwirkung verdächtig ist (s. d), dafür bürgt sein vorkommen im entlegensten süden: geklobet, fesso (fissus). Schmeller cimbr. wb. 136b (s. v. klieben).
b) in etwas andrer bed. bei Kinkel, also wol rheinisch: mit dem einen (stuhlbein) parierend, mit dem andern draufklobend drang er in den brüllenden haufen der studenten ein. erzählungen von G. u. J. Kinkel 406, offenbar drauf los schlagend wie man beim holzspalten thut, wie Danneil 106b aus der Altmark gibt: klöwn grob drein schlagen beim handgemenge. denn wie bei klieben (s. z. b. Blumauer sp. 1161) scheint wesentlich das spalten mit schlägel und keil so genannt.
c) fraglich ist die art der ableitung. wäre es alt, so müszte man kleuben erwarten (man vergl. sp. 1162 oben) wie beugen von biegen; ist es erst aus dem eigentlich falschen nhd. praet. klob, kloben (mhd. kloup, kluben) gebildet? oder gar nicht vom verbum, sondern vom m. klobe 6, a, eig. 'zu kloben spalten'? sonst müszte man ein ahd. chlobên annehmen, mit brechung des urspr. u (s. sp. 1043 kleben I, c). s. auch klobholz.
d) älter bezeugt ist nd. cloven, clowen findere Dief. 236a, kloven (eine eke, eiche) Rein. vos 615, part. upgeklovet 620, auch nrh. van ein cloven diffindere Dief. 181b. 236a, nl. kloven Kil., nnl. klooven, kloofde, auch noch nd. z. b. götting. in klôfde, geklôwet Schamb. 104a. diese alle können aber wirklich vielmehr dem vorhin geforderten hd. kleuben gleich stehn, mit ô gleich mhd. ou (öu), s. dazu 2, c.
2) klöben.
a) nnd. heiszt es sonst klöven br. wb. 2, 810, Richey 124 (klöve m. spalt 125), klöwen Dähnert, Danneil, Schambach.
b) so wird aber auch hd. angegeben klöben Schottel 1346, Stieler 983, Frisch 1, 523a, Ludwig (mit part. gekloben), selbst über das nd. und md. gebiet hinaus bei M. Kramer 1768. 1787 holz klöben, mit dem klöbeisen; s. auch klöber, klöbung, zerklöben, klöbschlegel. bernstein klöben weist deutlich nach Norddeutschland. aber nach klöber 3 musz es auch ein altes md. klöben schon gegeben haben, mit œ gleich hd. eu, öu.
c) auch diesz nämlich entspricht ganz wol jenem gedachten hd. kleuben, denn so heiszt beugen nd. bögen br. wb. 1, 106, auch rhein. bögen flectere (15. jh.) Dief. 239b, nd. nrh. auch bogen das., wie kloven vorhin, knieboginge genuflexio 260b. ebenso dän. klöve spalten (wie böje), norw. klöyva (wie böygja), altschwed. klöfva, sodasz sich hd. kloben und klöben wirklich als verschiedene bildungen ergeben.
3) vermischung mit klauben zeigt nd. erz klöven Chytraeus nom. c. 15 a. e., wovon auch hd. spuren da sind, s. DWB klauben I, b, klieben 3, b.
 
 
klobenarbeit, f. das aufziehen mit dem kloben (4, b), der heberolle. Frisch 1, 524b. Adelung.
 
 
klobendeichsel, f. deichsel mit zwei armen, für éin pferd, gabeldeichsel. Adelung. eigen nd. klopdiessel brem. wb. 1, 215.
 
 
klobenglied, n. s. DWB klobe 5, d.
 
 
klobenholz, n. im forstwesen, brennholz das in groszen scheiten aufgesetzt und verkauft wird, unterschieden vom klafterholz in kleinern scheiten. Adelung. auch gleich knüppelholz. s. DWB klobe 6, a, auch klobholz.

[Bd. 11, Sp. 1220]

 
 klobenhütte, f. hütte zum vogelfang mit dem kloben.
 
 
klobenmacher, m. wie klobenschmied: klobenmacher und nagelschmid, s. Birlinger Augsb. wb. 282a.
 
 
klobenring, m. s. DWB klobe 5, d.
 
 
klobensäge, f. eine grosze säge, holz zu dünnen bretern zu schneiden, nach Hübner und Frisch 1, 524a von den kloben, gespaltenen handgriffen die das sägeblatt halten; Adelung erinnert dagegen, das treffe auf jede handsäge, und leitet es von klieben unmittelbar oder von kloben klotz ab, wie sie das gestell der säge bilden; besonders bei tischlern zum schneiden der fourniere, klobsäge, sie wird von zwei männern geführt.
 
 
klobenschmied, m. östr., z. b. in Steiermark, s. DWB klobenmacher. was für eiserne kloben macht er aber?
 
 
klobenseil, n. seil an einer heberolle, s. DWB klobe 4, b. Steinbach 2, 574. Frisch 1, 524b.