| Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm | · · ![]() | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
klippklapp bis klippschenk (Bd. 11, Sp. 1208 bis 1209) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
klippklapp klippklappen klippkram, m. klippkrämer klippkrug, m. klipplein, n. klippmeister klippmühle, f. klipprohr, n. klipprose, f. klippschenk, m. klippschenke klippschliefer, m. klippschlüpferig klippschuld klippschule klippschwengel, m. klippstecken klipptorf, m. klippwerk, n. klipse, f. klirr klirren klisper klistenstange, f. klistern klistier klitsch klitsch, m. klitschangel, f. klitsche, f. klitschen klitscher, m. klitschern klitschig klitschklatsch, m. klitschnasz klitschrose, f. klitschrot klitter, m. klitterbuch, n. klitterer, m. klitterig, adj. klitterling, m. klittern klüttern klittern klüttern klitterschuld, f. klitterung, f. klitterwerk klitze, f. klitzen klitzericht klitzgrau klo kloake, f. klob, praet. klöbchen, n. klobdarm, m. klobe, m. kloben, m. klobelauch kloben klöben klobenarbeit, f. klobendeichsel, f. klobenglied, n. klobenholz, n. klobenhütte, f. klobenmacher, m. klobenring, m. klobensäge, f. klobenschmied, m. klobenseil, n. klobenwerk klöber, m. klobholz klöbicht klöbig klobig klöblein, n. klobsäge klöbschlegel, m. klobsleute klöbung, f. klobwurst, f. klocke klöckel, m. klöckeln klocken klocken klocksen kloxen klockzen kloder, m. kloff klöffel, m. klöffeln kloffen | 1) als interj.; vom klappen der pantoffelabsätze: sie (die meidlein) richten sich fleiszig zu ... doch schallt im haus ihr behendes klipklap (von ihrem gehn), bald lief die mühle klipp klapp klapp. wenn ich die liebe fühle, 2) mit ausfüllung der senkungen: de mähl güng klippe klappe, klippe klappe, klippe klappe. kinderm. nr. 47 (1, 238). gleichen zweck der rhythmischen, gleichsam taktierenden ausfüllung hat auch der dazwischen gesetzte scheinbare artikel (s. schon unter 1): die mühle geht die klipp die klapp. weim. jahrb. 4, 330; da schlug die thür die klipp die klapp. kinderm. nr. 38 (1, 202). ebenso in die klinke die klanke sp. 952, die kip die wip 788, den klinker den klank 1171 (15. jh.), s. auch klinkerklunker, holterdiepolter.3) als subst., wie klingklang und andere ähnliche schallwörter: der klipp-klapp, molarum strepitus. 968; über dies ist der deutsche jambus jener ausgehunzte klippklapp keinesweges. 178b, eintöniges geklapper (s. dazu sp. 962 und unter 4), vorher ein beständiges einerlei, ein ewiger klipp klapp! 178a, s. unter 1. aber auch als subst. im neutr.: drosch durch die ausgebreitete saat ihr wirbelndes klippklapp. 4) aber auch als adv., wie es unter 1 schon mehrmals klingt: nur musz es eben (das versmasz des alexandriners) nicht so klipp-klapp behandelt werden wie es seiner zeit von Gottsched, Uz u. a. geschah. Augsb. allg. zeit. 1866 s. 5463b. diese wörter sind gleichsam noch ungestalteter bloszer wortstoff, daher zu allem brauchbar. 5) ein spiel klipklap spielen 1346, vgl. dick und dack spielen groszm. 133 (652 Sch.), s. dickedack. [Bd. 11, Sp. 1209] 1) ein schnippchen 'mit dem finger' (d. i. daumen und mittelfinger) als zeichen eines nichts das doch etwas ist, einer bagatelle: denn was ist keiser, bapst, könige, fürsten und alle welt gegen gott? Esaias sagt sie seien ein chen (51, 6 ), das ist 'unum sic', ein kliplin so man mit dem finger schlegt. 5, 51a, es ist wie lat. 'ne tantillum quidem', mit dem gewiss ein ähnliches fingerzeichen urspr. immer verbunden war. daher ein klipplein geben auf oder um etwas (als kaufpreis) wie noch 'nichts geben auf ..': und wolt nicht ein klipplin auf die papisten oder ihr wüten und drewen geben. 5, 42b; bauwer, bürger und die vom adel geben nicht ein kliplin umb das evangelium. tischr. 99a; geben nicht ein kliplin auf sie. 129a. 244a, man denke sich immer dazu das schnippchen geschlagen. 2) man machte aber einem andern im wortstreite ein solch schnippchen vors gesicht, um ihm so zu sagen, dasz man nichts oder genauer wie viel man um ihn gebe; das bedeutet eig. 'einem ein klipplein (schnippchen) schlagen': item zu Jhene in der herberge, da wir von der sachen redten und er (Carlstad) sein ding aufs allersterkeste zuverteidingen sich verhiesz, wand er das maul (verächtlich) und schlug mir ein klipplin und sprach 'umb euch ist mir nichts'. 3, 46a. daher überhaupt als ausdruck triumphierender geringschätzung: du thust es alles in gottes namen .. (ironisch) und beutest dem schrecklichen gottesgericht gleich trotz. lieber, schlahe im ein kliplin dazu und reif (räuf) im den bart aus. 1, 365a; alsdenn wird recht angehen das fröliche rhümen und trotzen, das wir werden sagen und singen 'tod, wo ist nu dein stachel? helle, wo ist dein sieg?' das heiszt dem tod und helle ein kliplin geschlagen und gesprochen 'lieber tod, beisz mich nicht' u. s. w. 6, 270a; des sind wir gewis und frölich und bieten des mit einem kliplin trotz allen pforten der hellen. 8, 87b; das ich dem teufel und hellen ein kliplin schlahen köndte. 8, 102a.
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