| Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm | · · ![]() | ||||||||||||||||||||||||||||
hungertod bis hungerzitze (Bd. 10, Sp. 1950 bis 1951) | |||||||||||||||||||||||||||||
hungertod, m. hungertuch, n. hungervierteljahr, n. hungerwach, adj. hungerwiese, f. hungerwurm, m. hungerwüste, f. hungerwüthig, adj. hungerzahn, m. hungerzeit, n. hungerzitze, f. hungrig, adj. und adv. hungrig-nüchtern, adj. hünin, f. hünisch, adj. hünkel, n. hünkeldieb, m. hunne, m. hunne, m. hünsch, f. hünstkraut, n. hunten, adv. hunz, adj. hunzen, verb. hüp hupe, f. hüpelchen hüpeljunge hupf, m. hupfauf hüpfauf hüpfebein, m. hüpfeln, verb. hupfelrei, m. hüpfen, verb. hupfen, n. hüpfer, m. hüpferling, m. hüpfhaft, adj. hüpfhahn, m. hüpficht, adj. hupfiglich, adv. hüpflein, n. hupflustig, adj. hüpfung, f. hupp, interj. hüppeln, verb. huppen, verb. huppen, verb. hüppen, verb. hüppen hüppenbube hur hürchel, f. hürcheln, verb. hürchen hürde, f. hürden, adj. hürden, verb. hürdendraht, m. hürdengerte, f. hürdenlager hürdenmacher, m. hürdenpfahl, m. hürdenrecht, n. hürdenrennen, n. hürdenschlag, m. hürdenstecken, m. hürdenwand, f. hürdenwerk, n. hürdler, m. hürdlerpferd, n. hürdung, f. hurdwagen, m. hure hure, f. hurei, f. huren, verb. huren, verb. hurenast, m. hurenauge, n. hurenbalg, m. hurenbauch, m. hurenbein, n. hürenbeisz, m. hurenbett, n. hurenblick, m. hurenblut, n. hurenbrauch, m. hurenbrüche, f. hurenbube, m. hurenbuch, n. hurenfeind, m. hurenfleisch, n. hurenfreund, m. hurenführer, m. hurengang, m. hurengast, m. hurengeist, m. hurengelage, n. | 1) tuch womit zur fastenzeit der altar verhangen ward, mhd. hungertuoch ( wb. 1, 1387): velum hungertuch 609c; item ein mechtig schön fastentch oder hungertch uff 200 linwat. verz. des kirchenschatzes im Berner münster in anz. 5, 376; dich solt leren das hungertch, das man uf spant, im selben ler z dem minsten abstinenz und fasten. narrensch. 153b; die fasten, palmtag, und marterwochen lassen wir bleiben (bestehen) ... doch nicht also, das man das hungertuch, palmenschieszen, bilde decken, und was des gaukelwerks mehr ist, halten (soll). 3, 284a; da (in den fasten) verhüllet man die altar und heiligen mit tuch, und läszt ein hungertuch herab, das die sündigen leuth die götzen nicht ansehen, noch die heiligen bilder die sünder. weltb. (1567) 133a; darnach hat man .. die bilder in kirchen verhenget mit dem hungertuch. postilla 3, 86a; vormals ist nach päpstischen gebrauch das so genannte hungertuch in der kirchen s. Johannis zu sehen gewesen, welches a. 1472 Jacob Gürtler, ein gewürzkramer, verfertigen lassen und in die kirchen verehret. es war ein groszes auf leinwand gemaltes gemälde, worauf 90 biblische geschichte alten und neuen testaments entworfen .. dieses tuch ward alle jahre in der fastnacht aufgehenkt und mitten in dem groszen gange der kirchen bis oben hinauf gezogen von einem pfeiler die quer über bis zum andern, allwo es bis auf den guten freitag hangen bliebe. nachdem es 200 jahre gehangen hatte, wurde es a. 1672 gar abgeschafft. J. B. Carpzov analecta fastorum Zittaviensium (Zittau 1716) 1, 63f.; das hungertuch, ein mit biblischen historien bemaltes tuch, das die papisten von der fastnacht bis zum charfreitag aushingen. J. Paul briefe u. lebensl. vorr. s. viii. sprichwörtlich: es reimpt sich eben wie der teufel und unser hergot am hunger tch. sprichw. 2, 51a. bildlich, von einer finsternis: von diesem hungerthuch das fürgefallen ist, und der sonnen ihr bildtnusz, glanz, schein bedeckt hatt. opp. 2, 659 A. 2) im 16. jahrhundert erscheint die redensart am hungertuche nähen, flicken, fasten, kümmerlich sich behelfen, die keinen bezug mehr auf das kirchliche hungertuch zeigt: musz oft eine gute fette küchen lassen, und am hungertuche flicken. tugendsamer weiber spiegel (1586) D 5a; dein eigen weib und kind er musz am hungertuch erst nehen. 364b; das mus er neen am hungertuch. 5, 327b. gleichzeitig und später heiszt es dafür am hungertuch nagen. warlich, gnädiger herr, am hungertuch nagen macht schwechlich zu schlagen. Garg. 218b; andere narren sihe ich, welche ihren reichtum und pracht nur herauszen auf der gassen erzeigen und sich statlich sehen lassen, aber anheimbs in ihren häusern am hungertuch nagen und nichts weder im zipfl noch sack haben. Gusman v. Alfarache (1616) s. 398; muste ich an meinem ordinari hungertuch nagen. Laz. de Tormes 44; am hungertuche nagen. 1112b; denen zum theil an dem hunger- und kummertuche nagenden creditoribus. mandat des herzogs Friedrich von Gotha vom 29. mai 1753 in den Eisenachschen wöchentl. nachrichten 1753, 25. stück; und wenn ich auch am hungertuch nagen müszte. briefe 1, 149; ich füll mein wanst und wasch mein kragen, ich war ein biedermann und nagte 3) andere redewendungen: auf königlichen tafeln breitet man kein hungertuch. 1365; dann trät ich (der sohn eines armen webers spricht) froh ins kleine zimmer, [Bd. 10, Sp. 1951] jetzt heulen wölfe am verschneiten grunde, (die kunst zu reimen, die) dich aber auf den weg der hunger. wiesen führt. ach! niemand that mir was zu leide: was thaten wir, als halb im sand
|
| |||||||||||||||||||||||||||
| © 1998—2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | ![]() | ||||||||||||||||||||||||||||