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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm  ·  · 
 
auflegen bis aufleimen (Bd. 1, Sp. 685 bis 686)
 
 auflegen, n. impositio, in mehrfachem sinn: so ist der verstand dieses textes klar, das Jacobus auflegen nicht das heubtstück ist. Luther 3, 264b; er habe es aber durch sein gebet und durch das auflegen seiner hände wunderbar am leben erhalten. Göthe 20, 300; das leise, freundliche auflegen der linken hand auf die schulter des in purpur gekleideten.
 
 
aufleger, m. auf- und ablader von waaren.
 
 
auflegewasser, n. und dis wasser gehört zu den obangezeigten auflegewassern. Bartisch augendienst 111.
 
 
auflegung, f. impositio: das du erweckest die gabe gottes, die in dir ist, durch die auflegung meiner hende. 2 Tim. 1, 6; aus dem allen sol erfunden werden, das mir mit billigkeit von niemands einige auflegung (beschuldigung) geschehen sol. Luther 1, 210b; neben auflegung gnugsamer schriftlichen kundschaft seines verhaltens. Kirchhof mil. disc. 265.
 
 
auflehnen , inniti, reniti, acclinare, reclinare, vom ahd. hlinên, κλίνειν, Graff 4, 1094,
1) aufstützen: die hand auflehnen; auflänen Garg. 176a; den stab gegen den boden auflehnen.
2) sich entgegensetzen, empören, widerspenstig sein: das rot mör hat sich ufgelenet als zwo muren. Keisersb. post. 3, 71; bis so lang, das mein herz sich als ein steinern ufer widder die wellen auflehnt. Luthers br. 2, 107; darum nennet in Moses ein Nimroth und rebellen, der sich wider alle welt und gottes wort auflehnet. Mathesius 82b; wer wil sich wider in auflehnen? 1 Mos. 40, 9; und ir solt euch nicht auflehnen thüren (dürfen) wider ewre feinde. 3 Mos. 26, 37; und der herr wird deine feinde, die sich wider dich auflehnen, fur dir schlahen. 5 Mos. 28, 7; zuschlage den rücken dere, die sich wider in auflehnen. 33, 11; von der hand aller, die sich wider dich auflehnen. 2 Sam. 18, 31; und mein widersprecher lehnet sich wider mich auf. Hiob 16, 8; die könige im lande lehnen sich auf. ps. 2, 2; es lehnet sich das meer auf gen berg über sich. Agricola spr. 711; ein lauter wasser, das sich gegen ihr wie ein berg auflehnete. Opitz 2, 260;

Kaphareus verlacht die wellen,
die sich an ihn lehnen auf.
Fleming 465;

wann man sich, wie mancher wolt,
mit einem jeden auflehnen solt,
hett man bei tag und nacht kein ruh.
Eyring 1, 410,

wo man vergleiche sich auflegen; der ochse lehnte sich auf, stiesz mit den hörnern an das budendach. unw. doct. 777; jede nachricht, dasz sich wieder eine andere insel aufzulehnen anfange, verursachte eine allgemeine freude. Wieland 2, 101; wir sahen den schlagbaum, und hinter demselben eine grosze masse menschen, die sich dort auflehnten und andrängten. Göthe 30, 311; es heiszt die ordnung der dinge umstoszen und sich gegen die gesetze der natur auflehnen. Tieck 7, 252.
3) aufreizen, zur empörung anregen:

hat euch der teufel all aufgelent? fastn. sp. 539, 5.

s. aufleinen.
 
 
auflehnig, renitens, widersetzlich.
 
 
auflehnisch, dasselbe.
 
 
aufleiern, ein lied zur leier singen, aufspielen: leire mir eins auf! Stieler 1141.

[Bd. 1, Sp. 686]

 
 aufleihen, leihen, geld aufleihen, aufborgen.
 
 
aufleihen, was oben sp. 645 aufleien:

wie sie sich schmückt und ziert, gleich also nach der reihe
zier und ausschmücke dich, und deine haar aufleihe
gleich eben so wie sie.
Werders Ariost 5, 25, im original:

come ella s'orna, e come il crin dispone
studia imitarla.


 
 
aufleimen, entweder mit leim festigen oder den leim lösen.