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[I]
Vorwort
Entstehung und Gestalt dieses Bandes wurden durch die beiden Reformen des
Deutschen Wörterbuches von 1908 und 1930 bestimmt. Die Neuordnung von 1908
unter GUSTAV ROETHE und EDWARD SCHRÖDER schuf in der Göttinger Centralsammelstelle
die breite wissenschaftliche Grundlage für die weitere Arbeit. Auf
diesem Fundament ruht auch der vorliegende Band. Doch auch er hat die Erwartung
eines schnelleren Abschlusses, den die Akademie an die Neuerung geknüpft
hatte, nicht erfüllt; denn nun verlangte die Erforschung des Einzelwortes in den
vielfältigen Verästelungen seines Gebrauchs, wie sie durch jene reichhaltigen Sammlungen
nicht nur ermöglicht, sondern auch gefordert wurde, einen erheblich größeren
Aufwand an Zeit und Kraft als zuvor. LUDWIG SÜTTERLIN, dem die Akademie
diesen Band 1909 anvertraute, legte wegen beruflicher Überlastung schon nach der
zweiten Lieferung (1913) die Arbeit nieder, und so blieb dieser Teil zwei Jahrzehnte
lang brach. Erst als die tiefergreifende Reform vom Jahre 1930, ein Werk ARTHUR
HÜBNERs, mit dem Grundsatz der nur nebenberuflichen Mitarbeit akademischer
Lehrer brach und die Verantwortung für den Fortgang des Wörterbuches in jüngere
Hände legte, begann ein neuer Abschnitt auch für diesen Band; gewiß wäre er noch
vor 1950 abgeschlossen worden, hätten nicht Krieg und Nachkriegszeit seine Beendigung
um ein volles Jahrzehnt hinausgeschoben.
Nach 1945 teilten sich die Göttinger und die Berliner Arbeitsstelle in die wiederaufgenommene
Arbeit. Ihr Zusammenwirken wurde durch die Unterstützung ermöglicht,
die die DEUTSCHE FORSCHUNGSGEMEINSCHAFT dem Deutschen Wörterbuch
bis zum Ende auch dieses Bandes und bis zum Abschluß des Gesamtwerkes geliehen
hat; dafür gebührt ihr wiederum Dank.
Gemeinsam mit WILHELM WISSMANN, der die Verantwortung für die etymologischen
Fragen der frühen Wortgeschichte trägt, stehen BERNHARD BECKMANN
und THEODOR KOCHS als Leiter und Mitarbeiter der Berliner und Göttinger Arbeitsstelle
drei Jahrzehnte hindurch im Dienste des Deutschen Wörterbuches. In der
Wahrung der wissenschaftlichen Tradition und ihrer Weitergabe an die jüngere
Generation der Mitarbeiter haben sie ihre Aufgabe gesehen und so zum Gelingen
des Ganzen in besonderer Weise beigetragen.
Berlin und Göttingen, im Dezember 1960
| THEODOR FRINGS | HANS NEUMANN |
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