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Mittelhochdeutsches Wörterbuch 
 
OBLÂTE bis ŒDE (Bd. 2, Sp. 429b bis 430b)
 
 Lexer FindeB OBLÂTE stf. mlt. oblata . oblate, panis eucharisticus. ein tûb von himel swinget: ûf den stein ( den gral ) diu bringet ein kleine wîʒe oblât Parz. 470,5. vgl. bihteb. bl. 60.
 
 BMZ oblâtîsen s. das zweite wort.
 
 
Lexer NLexer OBLEIE stf. aus mlt. obleia, oblagia, oblegium, und dies nach Wackern. aus gr. εὐλογία, nach du Cange aus lat. offerre, oblare. brotzins. vgl. leseb. 249, 28. opfer: Wernh. Mar. fundgr. 2, 157,34.
 
 Lexer OCCÊNE oceanus? der was von sîner manheit in al den inseln erkant, die wider occêne sint gewant Trist. 18736. v. d. Hagen erklärt es für occident.
 
 
Lexer NLexer FindeB OCCIDENT stm. (?) oben an von ôrient biʒ nidenân an occident bruchst. aus dem fürstl. archive zu Büdingen in der Wetterau.
 
 OCH adv. verkürzt für ouch. vgl. Gr. 1 3 , 194. Hahn gr. 5. ich hâns och wol gedâht Nib. Lm. 1681,1 in A. man sol iu bereiten och (: noch) gemach und erzenîe Parz. 577,18. auch sonst noch in hss.; darauf hin ist Nib. Lm. 1021,2 och statt doch in den text gesetzt.
 
 
Lexer FindeB OCH interjection des schmerzes, stärker als ach. vgl. uch u. Gr. 3,295. swer wilden marder in schôʒen zamt und leit dem lewen ein joch, ob im sîn hant dâ niht erlamt, sô mac er doch wol sprechen och! MS. 2,176. a. ein jæmerlîcher spruch, der ist geheiʒen: ach und uch! darzuo mê: wê unde och (: doch) Georg 1078. Brûne schrei. och unde ô Reinh. 1555. unde er nindert schrei och Pass. 209,28. und er nie schrei daran och das. 217,86. daʒ wir dicke müeʒen och von arebeiten sprechen das. 37,47. vgl. Pass. K. 98,14. das. 462,21 und 509,70. daʒ man nennet och und ach, des was dâ vil unde genuoc Hahn ged. 48,38. dâ was och unde wê kaiserchr. 101. b. vgl. Eneit 9498. sprich ich gein den forhten och (: doch) Parz. 1,29. decliniert: daʒ ime niemermê zeran oches unde aches Rother 4564.
 
 Lexer OCKER stm. sinopis, rôtstein Doc. 1,227 ( Ziemann ).
 
 
BMZ OCKER OCKERS OCKERT vgl. BMZ EHT, doch auchOG.
 
 
Lexer NLexer FindeB ODE , OD , ODER conj. oder. ahd. odo, edo Graff 1,147. goth. aiþþau. daneben alde (s. dasselbe) und olde, old (s. dass.). in mitteld. schriften ader und selbst uder ( pf. Kuonr. 39, 5; s. Hahn gr. s. 5 ). vgl. Gr. 3,60 u. 274. swâ er lît oder stât od in der mennischi hât Diemer 364,17. diu tugent od daʒ alter od diu unkraft od diu zît arzneib. Diemer i. I. stoup od aschen das. i. XIII, u. ö.; im Iwein, desgl. im Wigal. überwiegt die form ode, im Walth. dagegen oder, was nicht bloss der jüngern überlieferung zuzuschreiben ist, denn auch in den Nib. herrscht schon in C oder weit vor. s. fundgr. 1,386. a. noch warnung 3264 und Teichner 96 erscheint ode. Wackern. nennt oder eine comparative erweiterung von ode. die in der lat. sprache so genau geschiedenen begriffe lat. aut und lat. sive fallen im deutschen zusammen. vgl. H. Rückert zu Ludw. 81,24 ( s. 151), wo eine menge beispiele von der bedeutung sive angeführt werden, wie gælîche ader îlende Leys. pred. 47,28. in doppelfragen des gegensatzes, wo weder, deweder, einweder entsprechen. weder hâstu dich dises willen selbe bedâht ode bistu ûf die rede brâht arm. H. leseb. 348,12. vgl. weder. sô müeʒe einer trunken wesen ode er künde niht genesen Teichn. 96. oder eʒ wære, es müsste denn sein, Erec 1269. ich sage dir für wâr, daʒ er wil nimmer ûf gehân oder er müeʒe dich bestân altd. bll. 1,330. beachte: min [en] kan ich wærlich oder mêr, dan wie si wil Frl. 358,12, wo noch gewöhnlicher wäre, vgl. die anm. daʒ nu lützel iemen oder aber vil selten niemen Stricker ed. Hahn 12,280. eintweder unz er stürbe oder aber den sige erwürbe Daniel 110. a. daʒ er dâ wolt ersterben oder aber den sige erwerben Karl 126. a. vgl. Hahn's anm. a. a. o. s. 98. wolden si dar zuo gedagen oder aber tugentlîchen von den mæren slîchen Cato 5.
 
 Lexer FindeB ŒDE , ÔDE adj. ahd. ôdi Graff 1,150. goth. áuþs gr. ἔρημος. unangebaut, öde, leer, leicht. alsô daʒ ganze dörfer, gaʒʒen und hiuser œde stuonden zürch. jahrb. 71,33. mîn herze daʒ was œde von êren und von manheit Lanz. 3552. mîn herze stêt mir œde daʒ ê gefüllet lac vil maneger frîer wal Gliers, beitr. 1,121. daʒ ich meins œden herzen schrein gespeis mit rehter künste funt Suchenw. 1,30. wie cranc, wie œde ist sîner ( des menschen ) natûre wesen Mart. im leseb. 759,18. daher ein scheltwort: widerwärtig. zwein vil œden ganzen gênt si vil gelîch Nith. H. 39,26. vgl. das. 52,3. œder gouch ( compar. ) ist in dem lande niender das. 49,19. vgl. das. 54,38 und 93,27. MS. 2,144. a (?). g. sm. 1304. niwan daʒ er den œden krophen vor gestât Nith. H. 60,39. sîn gewant sol man an eim œden kragen suochen das. 41,8. daʒ möht eim œden kragen noch ze schaden kumen das. 60,33. vgl. das. 96,24. MS. 2,3. b. ein lieblingswort Nithart's. vgl. Haupt zu Nith. 90,11. œder sac Helbl. 3,141. der vil ôde tumbe schalc Mart. im leseb. 757,4.