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Mittelhochdeutsches Wörterbuch 
 
nehteclîche bis durchnæje (Bd. 2, Sp. 303a bis 304a)
 
nehteclîche, adv.
nehtec, adj.
übernehtec, adj.
nahte, swv.
benahte, swv.
benahtunge, stf.
vernahte, swv.
NÆJE, swv.
ungenæt, adj.  part.
benæje, swv.
durchnæje, swv.
entnæje, swv.
übernæje, swv.
vernæje, swv.
zernæje, swv.
nât, stf.
nâtsoum
genæte, stn.
nâtære, stm.
nâdele, swf. stf. stf.
nâlde, swf.
nâdelbein
nâdelhol
nâdelrunze
nâdelstein
nâdelnacket, adj.
næhenâlde, swf.
scheitelnâdele, stswf.
steckenâlde, swf.
NAME, swm. swn. swm.
NAM, swm. swn. swm.
âname, swm.
bîname, swm.
miltname, swm.
mitename, swm.
nâchname, swm.
sundername, swm.
übername, swm.
unname, swm. swv.
verunname, swm. swv.
undername, swm.
vorname, swm.
wandelname, swm.
zuoname, swm.
zuoname, swv.
namelôs, adj.
benamen, adv.
vürnamen, adv.
namhaft, adj.
namhaftec, adj.
namelîchen, adv.
nemelîchen, adv.
nemelîch, adj.
namelîch, adj.
vornemelîch, adj.
name, swv.
bename, swv.
vername, swv.
vernamet, part.  adj.
nemne, swv.
beneme, swv.
geneme, swv.
benemde, stf.
nenne, swv.
nennen, stn.
genant, adj.  part.
genantlich, adj.
ungenant, adj.  part.
wertgenant, adj.  part.
benenne, swv.
benant, adj.  part.
genenne, swv.
vernant, adj.  part.
nennec, adj.
ungenennec, adj.
unnennelich, adj.
genennede, stf. stn.
genende, stf. stn.
genanne, swm.
gnanne, swm.
gename, swm.
genenne, adj.
NANTES, geogr.  nom.  propr.
NANZEI
NÂPELS, geogr.  nom.  propr.
NAPF, stm.
kæsenapf, stm.
stahelnapf, stm.
toufnapf, stm.
NAPPE, swv.
genabe, swv.
gnabe, swv.
genappe, swv.
gnappe, swv.
nepfe, swv.
gnepfe, swv.
NÂR
NÂRANT, nom.  propr.
NARDE, m.
NARDUS, m.
 Lexer FindeB nehteclîche adv. für nehte gelîche, aller nehte gelîche, vgl. gelîch. aller nechteclîche, alle abende, wuosch in die tugentrîche Diut. 1,453.
 
 nehtec adj. ahd. nahtig (nahtîc, nahteigs?) Graff 2,1021. Gr. 2,303. Ziemann citiert Karl 946 ( wohl 94. b. ) und führt überdies die form nahtec an, doch ohne beleg.
 
 
Lexer FindeB übernehtec adj. eine nacht über dauernd ( vgl. Sommer zu Flore 1409. Haupt zu Engelh. 42. Gr. 3,156 ). er giht, er welle in alleʒ daʒ verkoufen, daʒ nie übernehtec bî im wart MS. 2, 144. a. almuosen sol man denen geben, die gar nicht übernächtigs haben Val. Holl. 5. b. nichts übernächtigs hân das. 168. b. vgl. comment. z. narrensch., zu 70,5. eine übernehtege that ist eine solche, die bereits eine nacht über stattgefunden hat, ehe sie bei gericht anhängig gemacht ist. wirt aber die wunde übernechtic ungeclaget mühlh. stdtr. 28,37. wirt eʒ aber übernechtic das. 37,19. vergl. Haltaus 1821. Scherz 1702. adv. heut gesunt und morgen siech; wie junc, wie starc, wie mehtec, die siht man übernehtec bleich und jæmerlich gestalt Suchenw. 39,224; ungenau steht adj. statt des adv. nit übernächtigs er behelt narrensch. 70,5 nichts behält er eine nacht über, alles vergisst er während der nacht.
 
 
Lexer FindeB nahte swv. ahd. nahtên . werde nacht, dunkele. als eʒ nahten began Trist. 9302. dô eʒ nahtende wart das. 14616. nu begund eʒ schiere nahten Ulr. Trist. 2589. eʒ taget lange und nahtet drât Teichn. 223. dîn âbent nahtet an dem lobe MS. 2,211. a.
 
 Lexer FindeB benahte swv. bleibe eine nacht über. ich benahte in disem walde Trist. 2518. er benahtet in dem walde Gregor. im leseb. 315,30. daʒ er dô eines nahtes benahtet ûf einem velde Griesh. pred. 1,129. unde benahtet einest ein pilgrim dâ ze im gest. Rom. 40. eines tages kom eʒ alsô, daʒ si benahten wolden Hahn ged. 82,83. di ersten nacht benachte er gensit der Elbe Ludw. kreuzf. 37,9. dô benachte er ûfem wege pass. K. 321,75. wo benahten neben und im gegensatze zu betagen gebraucht wird, ist die bedeutung leicht eine weitere; noch nicht Winsbekin 39,7 : dâ enwil si âne zwîvel niht benahten inne noch betagen, aber: tumber gouch, der dran betaget oder benahtet Walth. 10,7, tag und nacht daran zubringt. ouch gienc Isôt, Tristandes brût, diu mit dem namen was ein brût und noch der werke was ein maget, als ir benahtet noch betaget wære der dinge ihtes iht, dâ von man brût von briuten spricht Heinr. Trist. 870. eine sache benahten heisst “eine sache am abende für den folgenden tag bestimmen” Westenrieder glossarium. — eine sache benahtet, sie wird übernehtic, bleibt eine nacht über ungeklagt, Haltaus 130. — einen benahten, jemandem eine nach nächten gezählte frist setzen, ihn vorladen, vgl. Haltaus 130.
 
 Lexer NLexer benahtunge stf. die nach nächten gezählte frist; in der regel ohne weiteren zusatz 14 tage; die êrste, zweite benachtung Haltaus 130.
 
 Lexer vernahte swv. ein verbrechen vernahtet, wenn klage über dasselbe nicht sogleich nach der that, sondern erst am folgenden tage beim richter angemeldet wird. ab ein man gewundet wirt und di klage vornachtet kulmer r. 3,2,10. eyn totslag vornachtet das. 3,31.
 
 Lexer NLexer FindeB NÆJE swv. Gr. 1,968 fg. ahd. nâjan, nâhan, nâwan Graff 2,997 zu lat. neo . neben næjen kommt vor næhen, nêhen, nægen, nêgen, neigen, næn, nên, im prät. nâte, næte ( bei Hartmann ist nur nâte im reim belegt, vgl. Lachm. zu Iw. 749 ), part. genât, genæt, geneit.
1. nähen. ûf daʒ sîn gewant næt ir ein kleineʒ zeichen Nib. Z. 137,1 2 . mit kleinen sîden næ ich ûf sîn gewant ein tougenlîcheʒ kriuze das. 137,2 1 . dise spunnen, dise nâten (: unberâten) Iw. 228. si nâte unde span Eracl. 534. die wallære truogen ûʒen an ir wæte mermuschelen genæte Trist. 2632. der nâte dise allen drin das. 4570. diu zwei, gedræt unde genæt ( schöne figur und schöne kleidung ) diu en vollebrâhten nie baʒ ein lebende bilde, danne daʒ das. 10958. baʒ gesniten unde genât MS. 2,94. b. die man meisterlîche hete drûf genât (: gât) Mai 41, 7. er gienc dâ snîder nâten (: berâten) W. Wh. 196,6. den die doch baʒ nâten mit rîchen worten wol gemeʒʒen MS. 2,218. a. ûʒ zorne ein strâf næt haʒʒes kleit Frl. 270,5 eine strafe, die im zorne ihren grund hat, weckt hass. suere nehen Diefenb. gl. 264. consuere nehen das. 76. sarcio i. e. buoʒe vel nege vel sûwe sumerl. 18, 4. ich wil si heiʒen lêren wol neigen unde spinnen troj. 15204. daʒ si nu wider nête dîn herîn gewête pass. K. 58,21. er lieʒ im in die nêhe die ermele wol enge nên (: sên) das. 531, 5.
2. schnüren. eʒ wart in fürgespenge manec schœniu meit genæt vil minneclîche Nib. Z. 87,4 2 . dô næten sich die recken in alsô guot gewant das. 283,4 1 . si nâte selbe mit ir hant in ein hemede daʒ magedîn Erec 1540. ein juncfrouwe in dô næte (: in lînwæte) in einen roc pfellîn Wigal. 700. ein herteʒ tuoch, daʒ hatte er vaste an sich genât von dem gürtel an diu knie Barl. 163,17. ermel gestrichen, mit der sîden ane genât Herbort 620. vgl. Tit. XII, 2. 3.
 
 Lexer FindeB ungenæt adj. part.
1. ungenäht.
2. ungeschnürt. ir hemd stêt ungenæt zuo beider sîten mit wîtem schranz Keller 6,26.
 
 Lexer NLexer benæje swv.
1. benähe. ein hemede, daʒ was mit golde wol benât H. zeitschr. 5,426. dar în si si benâten, näheten die leichname in die tücher, pass. K. 130,18.
2. schnüre ein. die brîstens alle umb den lîp. dô wart benæt manec arm Eracl. 1819.
 
 Lexer NLexer FindeB durchnæje swv. diu zuht eʒ maʒ, kiusche sneit eʒ, diu reinekeit durchnâte daʒ MS. 2,95. a.