Rheinisches Wörterbuch. Im Auftrag der Preußischen Akademie der Wissenschaften, der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde und des Provinzialverbandes der Rheinprovinz auf Grund der von Johannes Franck begonnenen, von allen Kreisen des Rheinischen Volkes unterstützten Sammlung bearbeitet und herausgegeben von Josef Müller, Heinrich Dittmaier, Rudolf Schützeichel und Mattias Zender. 9 Bände. Bonn/Berlin 1928-1971.
  ä  -  Aal II   (Band 1, Spalten 3 - 6 )  

ä ę Interj.:


 1.  beim Stocken in der Rede, im Denken. ä .., wat woll ich elo son?

 2.  des Ekels. ä, dat mag ech net sehn.

 3.  der Schadenfreude. ä ä, hät Schläg krich; ä-kiss-kiss (hä-, ha-) moss setze blive Rip, Allg. ä zich-zich beim Möhrchenschaben Eup-Raeren; ä zänk Monsch; ä blicke borä Eup; ä fitsch-fitsch, langs de Nas May; ä fitzfitz Mörs-Eversael; ä lipp-lipp Klev. –

 4.  des ungläubigen Staunens, des Verneinens dessen, was ein anderer sagt. ä, dat wiərd at net wohr sen Allg.

a s. an, in; A s. Agen, Auge.

 

a- untrennbare Partikel vor Subst. und Adj.: Ungünstiges bezeichnend. S. Aband, Adach, Adechse, Ahirte, alüstig, Aschebe, Asinge, Aspinn, ascherig, Awand, aweise.

 

Aachen ō:xə Mosfrk, Rip; o Aach; ō:kə, ō·ə.kə SNfrk; ākə Moers, Klev: die Stadt Aachen. O. a jen Worm. Oət (alt) wie Kaiser Karls O. Allaf O., on wenn et versönk, ein Spruch, der freilich 1829 zum erstenmale gedruckt vorkommt. Scherzhafte Fortsetzung: Allaf de Worəm, en wenn se stönk. Die Nachbarschaft freilich verträgt diesen Stolz nicht und verspottet A. We van Lück (Lüttich) geht onbeloge, von O. onbedroge, van Düre ongespott, de geht no Kölle on lof Gott. Weə wellt steəhlə on net hange, deə kömmt no O. on let sech fange. Die östlich A. Wohnenden scheuen vor allem die Windrichtung aus A., die Regen verkündet. Van O. kommt kene gode Wengk, vil wenniger e got Kengk Jül-Linnich. O. es en Rensloch (Regenloch) ebd. A. und die Nachbarstädte: Dat blenkt wi Botsched (Burtscheid) bover O. ironisch beim Ueberschätzen einer wichtigen Sache. (Ein Teil von B., der A. zugekehrt ist, liegt höher und glänzt bei heiterm Himmel und bei Sonnenuntergang über A. hinweg.) Dat es de beiste Frau us O., wenn de angeren e B. send. Glich haste eng, dat de mengs, B. lög bover O. Köllen en Aken es nit op enen Dag gebaut Klev. Dat es e Kölle gescheht (geschehen) on en Oaken e Joahr wuərde von etwas Unglaubhaftem Heinsb-Lümb. – Besondere lokale RA.: Dat kömmt wie Meibom en O. Dat geschücht, wenn der Düvel van O. kömmt d. h. nimmermehr. (Auf eine Lokalsage sich gründend, die den Teufel bis zum jüngsten Tage in den Paunellenturm bannt.) Das geschieht, wann de letzten Hond von O. kömmt Prüm. – Der Schmed va O. Gedenktafel in der Jakobstr. Dor kom ene Man van Aken, hat en schneewit Laken, hej u oll de ganze Welt bedecken on koss niet ower et Water der Schnee Klevld. Hopp, hopp, Petsche, te Köllen op dem Schwättsche, te Oken en

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de Nonnebösch hant se gefangen ene wette Fösch usf. Nfrk. Türelüre kömmt va Düre, Jänche kömmt van O., hättste mich ene Weck metbracht, da kütste och bei mich schlofe. Ne, ne! dat don ich net, en Onglöck es gau gescheht. Im Martinslied Mörs nach dem Empfang von Gaben: Hie van dänn no Oken, dor wellen wej se (de fetten Ferkes) koken.

Aacher ø:χer, kər [in Aachen selbst øχər] m.: der Aachener. Blaresseg wie ne Ö. Ö. Buhei Protzerei. Ö. Martwif. Ö. Duəmgroəf Schelte für den A. Ö. Penn urspr. Holzstifte für die Schuhe, welche die A. Stadtsoldaten in der Wachstube verfertigten; dann Bezeichnung für die A Wehrmänner selber, und jetzt Schelte für den Aachener. Ö. Hei, Ärmedei, Beddelei deutet die schlechte Bodenbeschaffenheit in der A. Heide an. Ö. Wengk on Lücker (Lütticher) Blot deht kenem Jülicher got. Dat es doch ken Ökər Reis nicht weit, Anspielung auf die Fussprozessionen nach A. Kref-Fischeln. – Erzeugnisse Aachens: Öcher Printen hartes Honiggebäck in länglicher Form. Ö. Fla(-den) 1836. Ö. Kies (Käse) stink wi en Pris Köln.

Aacherfähre ōkərfęər f.: Ruhrfähre Dinsl-Aldenr.

aachisch heute dafür ø:χər, nur Nfrk ōkəš Adj.: RA.: Dat es en richtige okesche Reis mit Anspielung auf die Heiligtumsfahrt Duisb.

 

Aal I Rhfrk u. auch im ō:-Gebiet vielfach, besonders in der Eif, wo `Schlangen-, Langfisch, Steinbisser' herrschend ist, wie nhd. āl, Pl. ālə. Sonst Mosfrk ō:l [ō·ă.l, ō:-], Pl. ō:lə, doch auch ę:l (dichter um Koch-Kobl); Rip ō:l, Pl. ō:lə u. ø:l; SNfrk ō·ă.l, Pl. ō·ă.lə u. ø·ə.l (dichter in Mörs, Geld), ø·ə.lə um MGladb, Klevld ōl, Pl. ōlts u. ølts. – Daneben im Sg. eine umgelautete Form ø:l, Pl. ø:lə, bes. Rip verbr. bis Wippf, Gummb, Grevbr, Düss; auch Mosfrk ę:l, Pl. ę:lə Saarl-Eidenb Hüttersd Ueberherrn, Trier-Fell, Koch-Lutz; i·l. Malm-Amel. – Demin. ę:lχə, ø:lχə, ølkə, øltjə, ølšə – m. [Aber auch f. Goar-NSpay, Saarl-Hüttersd, Daun, Sieg-Fussh, Altk-Kirchen, Wippf, MülhRh-Ensen, Lennep-Hückesw]:


 1.  Aal, der Fisch. In Vergleichen wegen seiner Glätte u. Beweglichkeit. So glatt, glattig, flutschig, glitschig, flitschig, flenk, letschig, schlank, schlickerig wi en O. Dat flutscht wi en O. Ess. Er ritscht dorch wi en A. Kreuzn-Sobernh. He hät sich bi en O. erausgeschlängelt aus der Verlegenheit Kobl-Sayn. Wie en A. es er mir durchgewitscht Ottw-Elversb. Hen krengelt sich wi ene O. Geld-Kapellen. He spottelt wi en O. Kemp. He krömp sech für Peng (Pein) wi ne O. Rip. Hej wend

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(dräjt) sich wi en O. Klev. En bruərt sich wi en O. Merz-Bachem. He sprengk wie en O. en der Pann Rip. Su fett (masteg, lang) wie en O. He blenk wie en O. De hät e Leve su zih (fred) wie en O. Su voll wie en O. betrunken Allg. Er seift wie en O. Mosfrk. En Mul wie ne O. Köln. Hen hot en O. am (im) Deppen ist betrunken Bitb-Cruchten. Rup mar net ehr O., bis dat dou üm an de Start häs Meiderich u. sonst Nfrk. Der Unbeständige es so weinig te halden as en A. bei der Start Klev. Et es jo, as wemme en Ö. am Sterte hä wenn jemand gar zu eilig weg will Nfrk. Derjenige, dem man das Ende seines Unglücks verkündet, sagt: Jedes Ding hät sin Jnd, sag den O., do trok mer üm de Hut ower den Kopp MülhRuhr. Den bürt den O. üt hebt ihn aus, arbeitet erfolgreich Klev. Ech han de A. em Nes gefangen beim Kartenspiel einen guten Zug gemacht Ess-Werden. Dohan ech en O. gefange ich habe nasse Füsse bekommen Dür-Winden, Jülich-Tetz. Hej vermäkt sich as enen A. op de Sölder er langweilt sich, ist in bedrängter Lage Klev. En Ö. schmert der Köttel fördert den Stuhlgang Düss-NCassel. Ganz igal, Fesch on Aal Koch-Ernst. – A. en Gelee Mensch, der sich in den Gossen herumtreibt Köln. – Im Haschespiel: Ringel rangel reih, en O. as am Deich, am Deich as en O., nau fänk mich emol das so sprechende Kind läuft mit den letzten Worten davon, und das andere sucht es zu haschen Trier-Heidenbg. Blengen O. lofen Blindekuhspiel Berg. – Arten: der rhein. Fischer unterscheidet den Steinaal Ol, Sumpfaal Modder-, Mutol, das Neunauge Negenöüger. Aber auch andere Arten sind ihm bekannt: Sand-, Pann-, Pujer-, Drifweikes-, Kuk-, Mar-, Kat-, Quabol; Bret-, Spetzmul (s. d. W.). Syn.: Lang-, Schlangenfisch, Schlangenol, Strumbängelche (Strumpfbändel). – Fang: RA.: Blöht der Wet (Weizen), der Ö. an Angel on en Körf geht Düss-NCassel. Ausser den bei den Worten Aalängeler, fucke, kar, kas, korb, leine, reipe, schere, schnur erwähnten Geräten und Fangarten noch folg.: pojere, strecken (s. d. W.). – Lebend wird er verkauft; dem noch lebenden A. bindet man eine Kordel um den Hals und hängt ihn auf, schneidet die Haut an den Kiemen durch und zieht sie ab Duisb. Man schlägt ihm einen Nagel durch den Kopf, an dem man ihn aufhängt Kemp-Amern. –

 2.  herunterhängender Nasenschleim Ahrw-Brohl.

Aal-ängeler -lts- Rees-Grieth. m.: -schere.  —  Aal-fell n.: die Haut des A., abgezogen und getrocknet; die an Gicht Leidenden binden es in der Regel um Bein oder Kopf Nrhn. In feine Striemchen geschnitten dient es zur Befestigung

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der Peitschenleine an den Peitschenstock, des Flegels an die Flegelrute. Den Flachsrocken umgab man mit einem A. zum Zusammenhalten des Flachses Gummb. Mit ihm überspannte man die Fuckepött Rohrtrommeln zu Fastnacht Klev.  —  Aal-fucke ōltsfuk Nfrk f.: ein Selbstfänger aus Kordel oder Eisendraht mit 1–2 Flügeln zum Aalfang.  —  Aal-gesicht -lts- Trier-Thomm n.: fettes, feistes G.  —  aal-glatt Adj.: wie nhd. Dat es en Olglatte er weiss sich aus Unannehmlichkeiten herauszuwinden MGladb-Odenk. En Aalglattiger wortreicher Mensch Kobl-Vallendar.  —  Aal-gat -lts- Nfrk n.: Loch im Eise, um das sich die A. gerne sammeln.  —  Aal-haut f.: -fell; starker Riemen Sol.  —  Aal-kar m.: Behälter verschiedener Form von Weiden, Holz oder Eisen, oft in Nachen eingebaut, voller Löcher, um dem Wasser Durchlass zu gewähren; in ihm werden die A. lebend erhalten.  —  Aal-kas ō·ă.ltskōs Kemp-Amern m.: -korb (s. d.).  —  Aal-korb -lts- Nfrk m.: K., von Weiden oder spanisch Rohr geflochten; in der Mitte zwei Schlucke, durch welche die A. einschlüpfen können; ein Selbstfänger, 1½ m lang; es gibt auch kleinere, die unter sich verbunden werden.  —  Aal-kraut ę:lkrout Koch-Müllenb n.: Schachtelhalm.  —  Aal-kut ō·ə.ltskūt MGladb, Kemp; ō·ə.leŋks- Heinsb-Saeffeln Lümb, Geilk f.:

 1.  aalartiger Fisch, kurz, dick mit hässlichem, dickem Kopfe, ca. 30 cm lang, 1 Pfd. wiegend; Fleisch schön weiss und wohlschmeckend, wohl lota vulgaris. –

 2.  weiblicher A. Erk-Doveren.
 —  Aal-leine -lts- Nfrk f.: eine lange L., an einem Uferpflock befestigt, am andern Ende um einen Stein gewickelt, damit sie unter Wasser bleibt; an ihr befinden sich je 50 cm auseinander kleine Leinen, an denen sich Angel mit Köder (Daupir) befinden.  —  Aal-raupe ōlrup Kreuzn-Münster f.: lota vulgaris.  —  Aal-reipe ōltsrēp Klevld f.: -leine.  —  Aal-schere ōęr Klev, Rees f.: flache Sch., dreizackig mit gezackten Innenseiten, an einer langen Stange befestigt, im Winter zum A.fang gebraucht, indem sie im Eise durch das A.gat heruntergelassen wird (veralt.).  —  Aal-schnur Eif. f.: -leine, Legangel.  —  Aal-stecher -stękər Nfrk m.: -schere.

Äälchen ę:lχən Trier n.: runder Riemen, zur Züchtigung dienend, nach der Gestalt so benannt.  —  aalen ō Saarbr schw.: viel trinken (Alkohol).

 

Aal II ō·ə.l, Pl. ø·ə.l MGladb, Kref, Kemp, Geld m.: Firstpfette, der oberste Dachbalken.

 

Aar Aach m.: Adler auf Münzen, nur in dem Losespiel Aar of bleng (blind) losen durch Münzwurf, ob Adler- oder Schriftseite nach oben fliegt.

aaren ārən Aach schw.: mit Geldstücken werfen. Nachdem die Reihenfolge durch das lötschen bestimmt ist, wirft der erste die von

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jedem Mitspieler ratierlich beigetragenen Geldstücke, vorher in beiden Händen wohl durcheinandergeschüttelt, in die Luft und gewinnt diejenigen, welche, auf den Boden gefallen, die Aarseite zeigen. In derselben Art verfährt der zweite usf., bis alle Stücke ausgespielt sind. Auch aren of blengen oder nach dem Aufforderungsruf Aar of bleng genannt.
 

Aas Rhfrk, Saar-Trier ōs (ō:-), Pl. ęzər, (ę:-), hier und da an der Nahe auch ęstər, an der Saar wechselnd ō:zə, ō:zən, ō:zər, ę:zər. – Trier, Wittl, Bernk, Zell u. die Hunsr.orte bis zur rhfrk-mosfrk. Grenze ō:ts, Pl. ę:tsər (daneben ę:tstər, ę:stər). – Koch, Kobl, May ō:tst, Pl. ę:tstər. – In der Eif kein klares Bild: Bitb, Daun, Prüm ō:s, ō·ă.s, ō·ă.s neben seltenerem ō:ts. [Daun hat ō:s, aber den Pl. ō:tstər, ō:tsər, ō:stər; Prüm ō:s, Pl. ø:stər, ō:zər; Aden ō:ts] – Siegld ō:s, Pl. ø:zər. – Waldbr, NBerg ō:st, Pl. ø:stər [seltener daneben ō:s, ā:s, ā:st]. – Rip einheitlich ō:s, Pl. ø:stər [neben ø:s; Schleid-Ahrhütte ō:stər; Eusk-Antw, Bo-Volmersh, Dür-Mariaw ø:stərə]. – SNfrk ō·ə.s, ō·ă.s, Pl. ø·ə.stər. – Klevld ōs, østər. – Neben ō- erscheint im ganzen Gebiet hier und da ā:s, ā:st, besonders für grobe Schelte; manche Orte, bes. im Mosfrk, überliefern ·zwei bis drei Formen. – n.:


 1.  Speise, Atzung.

 a.  Äsung, Weide. Et as noch O. do fir en ganz Woch Bitb-Kyllb, aber schon 1840 veralt. –

 b.  Fischköder, Köderfisch, in der Form ōtsən Saarl-Dilling, wo sonst ōs gilt. S. auch Sprockos Klev; Otsmehl.

 c.  Biertreber, als Viehfutter dienend Köln, Monsch-Höfen, Rheinb-Meckenh, Grevbr-Kapellen, MGladb-Kleinenbr, Düss-Hucking (ō:t). Treber, die beim Krautpressen übrig bleiben Grevbr-Wickrathh. –

 d.  Kaffeesatz Rip, Nfrk. He hät at jet op et O. geschott heisses Wasser auf den alten Satz aufschütten ohne frische Bohnen. Wenn de Lü bejiərlek weərde, da schödde se sech op et O. op Heinsb-Dremmen. –

 2.  verendetes Tier, Kadaver. In der heutigen MA. nur noch in Vergleichen. Du stenks wie en O. und daraus übertr. auf faule, träge Menschen: Du stenkeg, ful O. Dat fulle O. had ik liever in de Mest as in de Kost Klev. Dann kös do ful O. röheg lige blive on stenke MGladb. Hef gestern dem Schinner twei Penning gegewen, he sall meck de Öster vam Balg haulen (von lästigen Kindern) Barm. Dech vertrack O. söll der Schinner hollen Rip; ausserdem in Zs.: Schindaas, Aaskaule, Aasknochen, die aber auch nur in übertr. Bed. gebraucht werden. – Ein alltägliches Wort ist es als Schelte = Luder. Du ful, falsch, verlogen, versoffen, verfresse, verdammt, schneppig, fis, domm, dof, schlampereg O. (aber auch m.: Du dommen, dover O.), und so mit allen Fehlern

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möglich. – Auch auf Tiere angewandt, die den Aerger des Fuhrmanns erregen. Du kromm O. vam Perd. Dat es en muckig, stüppeg, verswacktes O. Ech wönsch, datstu alt O. mol frecks. – Vergleiche: Frech, ful wie en O. Dau michst e Gesicht bi e doll O. Neuw-Rheinbrohl. Beliebt die Form: Dat es en O. van em Kerl, van em Wecht. En Osblag, jong, weit Elbf. RA.: Ful os Pos (Kind) werd en O. MülhRuhr. Der Deiwel hot dich O. gemacht. Dat os (ist) moss sonem O. dem Bengel geschieht recht Schleid-Hellenth. Du bes en O. en der Blos Dür-Niddeggen. Du rut O. bes va Gott gezechent Eup-Raeren. Öster streckt (strickt) oder verreckt Malm-Weywertz. Selbst in gar nicht nahe liegenden Vergleichen. Et ös su kalt bi en O. Rip. Dat Veh schlach sech bi en O. on git en Zupp bi en Donnerkil (Ausspr. eines Metzgers) Sieg-Aegid, und so bei allen möglichen Gelegenheiten. – Doch bezeichnet das Wort auch oft widerwillige Anerkennung einer Schlauheit, Gerissenheit, Raffiniertheit eines Menschen. Dat es en onduneg O., dat brengt alles ferdeg Altk-Wissen. Süch ens dat O., dat hät e wider klok angefange; selbst `tüchtiger, famoser Kerl' kann es bedeuten. Dat O. es dem Deuvel ze gau. Dat O. hät mech geköllt hintergangen. Ehr Öster! ihr Schalke, Schelme, ihr habt mich angeführt, darüber muss ich selber lachen Rip, Allg. Mä O. Verwunderung Eup. – Bei Frauen jedoch meist in üblem Sinne. En O. van em Frauenmensch, besonders wenn sie es verstehen, die Jungen an sich zu locken. – Aber auch Kosewort für Geliebte (derb) u. Kind. Lecker Ösken, lef O. Komm an mein Herz, dat ech dech pasch, dat de frecks, du O. scherzhaft Rip. Herzen Ösche schelmisches Mädchen Dür. Zum Kinde: Du bes use Dierken em Papierken, use Ösken em Blösken Barm. –

 3.  Aasseite einer Tierhaut Verbr. – Zs.: Schind-, Sau-, Sauf-, Maulenaas. – Lautlich und in der Flexion ist mit A. zusammengefallen

 4.  ō·ă.s, Pl. ø·ə.s m.: Knoten im Holz, wo ein Ast gestanden NRip, SNfrk, und hier und da

 5.  ō:s, Pl. ø:s m.: Ass im Kartenspiel (s. Ass).

Aas-hinkel Ottw-Illing n.: Aashuhn.  —  Aas-kasten s. mehl.  —  Aas-kaule Bernk-Graach f.: hinterlistiges Frauenzimmer. Die eigentliche Bedeutung fehlt, dafür Schindkaule.  —  Aas-kind ō·ə.stəkenjd Heinsb-Süsterseel n.: K. mit Unarten, das einen ärgert.  —  Aas-knochen ō:sknouxən Sieg-Mühld: -knōăkən Barm m.: grobes Schimpfw.  —  Aas-mehl ō:tsmēl Simm-Ebschd n.: Mehlabfall, zur Fütterung dienend, im Otzkasten aufbewahrt.  —  Aas-rabe ō:tsrā:p Simm-Laub f.: Rabenkrähe.  —  Aas-sack m.: Sackgasse in Emmerich.  —  Aas-seite verbr. f.: Narbenseite der Tierhaut.

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aasen schw.:


 1.  ō:tsən nach A. riechen Koch-Lutz. –

 2.  ā:zən mit aller Kraft arbeiten Wippf.

Aaserei ō:stəre·i. Rip f.: Bosheit, Falschheit; aber auch Schlauheit, Raffiniertheit, Schalkhaftigkeit, Schelmerei.  —  aasern ō:tstərə Neuw-Rheinbrohl schw.: ätzen, füttern, bei Vögeln. De Alen otztern de Jungen.  —  aasig Rhfrk ōzeχ; Mosfrk ō:tstəχ; Rip ō:stəχ neben ø:-; SNfrk ō·ə.zəχ u. ō·ă.zəχ Adj.:


 1.  zäh, vom Fleisch gesagt Goar-Boppard. –

 2.  besonders Rip beliebtes Wort, in der Bedeutung Aas 2 entsprechend (selten präd.), von Menschen und Tieren, die durch ein Uebeltun oder eine Unart starken Aerger erregen. Dat o. Wech (Kind). Gern mit andern Scheltworten verbunden. Dat ostege Lompepack, Volk, Gescherr. – Der ostege Fönger weil er Schmerzen bereitet. En o. Dengen unangenehme Sache. En ostege Kält, Hetz. – Im Nfrk beschränkt sich, wie es scheint, der Gebrauch auf Wettererscheinungen; meist in der Verb. Oseg Weər. – Mit Adj. verbunden = sehr, furchtbar; meist auch Rip auf kalt, heiss beschränkt. Et es o. kalt. – Als Adv. Do han ech mech o. geschnidde, wih gedohn, gefraut (gefreut) Rip. – Schlau, listig, raffiniert (unwillige Anerkennung oder Überraschung bekundend). Dat ös en ostege Kerl, wer hätt dat dem zogetraut. Sun o. Fraumensch hät er genog am Bängel Rip. – Ausgelassen. En oseger Bub Saarbr.
 —  Aasigkeit Rip f.: = Aaserei.
 

A B ā:be:; ā:bi·ə. Aach; ā:be·ĭ. Mosfrk: die beiden ersten Buchstaben des Alphabets. Heute bedient man sich zur Bezeichnung des Alphab. der drei ersten Buchstaben A B C (s. d.). Doch in RA. und Kinderreimen begegnet uns AB. A Biə en net miəh ein Missgriff bewahrt mich vor dem zweiten Aach. A Bi-Boə, et Kättje hat der Kroə. A Bi-Belle, et K. hat gere der Kelle (usf.) Eup. A B-bu, dat Döppe, dat bös du SNfrk. B Bia Bocketten, die dö Wiver opsetten, Kemp-Grefr. A B ab, Stüten knapp, Botter drop, dat schmackt got Barm. – En Päckske A B (abiə) Tabak von A. Böninger mit der Fabrikmarke eines Reiters und den Initialen A. B., deshalb auch A B-Reuter, A B-Tabak, A B-Knaster Tabak aus der Fabrik Böninger. – In älterer Zeit bezeichnete man die Bücher, Tafeln der Schulanfänger noch gern mit A B-buch, noch in der RA.: De hat e Gesecht wie e A Bi-bökske MGladb, – wie en A Bi-boksbreət Kempld. – Su mager wie en A B-hahn Waldbr-Dattenf. En Gesicht wie en A B-plänke Heinsb-Myhl.  —  Oa Bi-tofəl Sol (bis 1820) f.: ein A B-brett, auf dem die Buchstaben, auf ein Papier gedruckt, aufgeklebt waren, mit einer Handhabe versehen; durch diese war ein

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Loch gemacht und ein Band gezogen, an dem die Schüler sie um den Hals hingen. Heute meist mit A B C- oder noch lieber mit Ibuch usf. bezeichnet, weil die Einübung des I zuerst erfolgt.

Äb = Adam (s. d.); Ab āf = Nabe (s. d.)

 

ab Rhfrk ap (ö. bis Kobl); Saarl, Merz, SSaarbg ō:p; NSaarbg, WMosfrk ō:f; OMosfrk (Kobl-Ld, May, Westerw), NPrüm ā:f; Rip, SNfrk ā:f und af (avf, aəf); Kempld ō·ə.f, ō·ă.f; Klevld af Adv. u. Präp.: ab.


 I.  Adv.

 1.  präd. ab - sein, weg, fort sein (genauer: abgerissen, abgemäht, abgepflückt, abgeschafft sein).

 α.  Mit sachl. Subj. De Knopp, Henkel. et Uhr usf. ös af abgerissen. Et Korn, Gras usf. es af abgemäht. De Äppel, Birre usf. sen at af abgepflückt Rip, Allg. Et Bett (Getreidebett) es af abgedroschen Nfrk. De Bom es af abgehauen. De Schnitt es af abgeschnitten. De Farf es af abgebröckelt Rip, Allg. Et Für es af abgebrannt Eup-Raeren. De Pomp es af ist trocken MGladb-Rheind. De Bart es af abrasiert. RA.: Nu es de B. af nun hat er Ruhe Elbf. Dann es de B. af dann ist die Sache erledigt Nfrk. De B. es af, der Schnauz lick noch en der Kes Heinsb-Roerkempen . Et Neut (Neue) es dervan aəf Eup. Dat es af das ist abgeschafft, gilt nichts mehr Nfrk. Auch mit näherer Bezeichnung des Obj., von dem etwas ab-ist. De Dreck es van den Kledern af. De Feder es vam Hot af. De Stöp sall luter vam Desch af sen Rip, Allg. – Als Subj. auch der Teil, der durch das `ab-sein' eines andern Dinges befreit ist. De Desch es af von dem daraufliegenden befreit. De Wis. et Feld es at lang af abgeerntet, abgemäht (aber nur in bestimmten Wendungen) Allg. –

 β.  Mit persönl. Subj. Ohne nähere Bestimmung, von wem oder von was man `abist'. Im Spiel. Du bes af aus dem Spiel. Im Abzählreim. Ab, trapp drus dran MGladb-Mülfort. Ipp, tipp, tapp, und du bist ab Mettm-Wülfr. Schine wipp, schine wapp, on du bös ab ebd. Äppelche, Päppelche, piff, paff ab MülhRuhr. Aken baken Note kraken, elle melle meken trin, truf traf keiser af, ek oder dau bös einmol afgeschaff Mörs-Binsh. – Ausser Amtes sein. De ale Lihrer os at lang af Rip, Allg. – Aus der Schule entlassen sein, vom Militär entlassen sein. De Jong es at vüreges Johr af gewes Rip, Allg. – Von Kräften sein, matt, erschöpft sein. Ich ben (ganz) af. möd on af, af on matt, schlapp on af, kapott on af. Ech wor no dem Kranksen ärg af Rip, Allg. [Auch in der Form: Et os mer af Schleid. Et es mer ganz af he eröm. Et es me af öm et Herz.] Davon auch: He deht su af er stellt sich ermüdet. He wiərd noch ganz af. De Mann

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es af gegange müde, elend durch das Gehen. Für mech böste af abgetan, ich will mit Dir nichts mehr zu schaffen haben. Auch auf Sachen übertragen. De Weng es af verdorben. De Log (Lauge) es af abgestanden Rip, Allg. – Einer Sache ab-sein, ledig sein He es dervan af er hat nichts mehr mit der Sache zu schaffen. He es vam Rochen endlich af. Rip, Allg. RA.: Ech bön ganz dervon af ganz marode SNfrk. De es van de Penn af schwer krank, besinnungslos, sehr erregt, verärgert, verrückt SNfrk, Schleid, Monsch, Aach, Eup. Van der Welt af sen ohnmächtig sein Schleid, Aach, Erk. Van de Senn af sin Geld. Van den Pad (Pädche) af sin irren, blödsinnig sein SNfrk. Vont Kapitel von der Tex ofsiən geistesgestört sein Kemp. Dä es noach net va Mottere Poappkeətet afgewest noch nicht in der Welt herumgewesen Nfrk. – Von der Schule, vom Amte, von den Soldaten ab sein. Van den Zaldaten, vam Kamiss afsen seine Zeit abgedient haben Rip, Allg. – Von einer Person ab sein. Ech ben van em af bin ihn los. Der Mann es van der Frau af getrennt. Dat Kengk es noch net vam Pistur af noch nicht konfirmiert. Et es vam Lihrer af aus der Schule. (In letzterem Falle auch ohne die Bezeichnung der Person) Rip, Nfrk. –

 γ.  ab - sein + zu (te) + Adj., nur Nfrk. Dat es mech to ronk (rund) af unbegreiflich. Dat es mech doch te domm af. Einem te klok af sin einen übervorteilen. Dej sin sich eiges te gut af zu gutmütig. De sech te gut af es. de es anger Lü ören Geck Kref. Te bas af sin überbieten, unterkriegen Erk. De es der Düvel te koad (böse) af Heinsb-Oberbr. Dat es mer te men (min) af das halte ich unter meiner Würde Sol. Auch: De woll em de Kloke of spiəle übervorteilen Kemp. Auch Rip. scheint früher diese Verwendung verbr. gewesen zu sein. Auch ohne te. Dat wor mei doch nit gut af dazu konnte ich mich nicht verstehen Ruhr-Hünxe. –

 δ.  `drauf ab-sein', erpicht sein Nfrk. He es drop af as der Düvel op e Siəl.

 2.  in der Ellipse. Emol gegeve blift gegeve, Kappelche, Kappelche der Kopp af Aach. Ens gegewen, twets gegewen. K. .. Mörs. (Diese RA. soll von Wesel herstammen, wo ein Kommandant, Namens Chapelle, die Festung zweimal dem Feinde übergeben haben soll, wofür er enthauptet wurde.) Den Hals af möt dem bistegen Kerl Rip. Af möt dir weg mit dir. Af no Kassel. Ab mit Lottche weg damit Saarbr. Der Bart steht dir nicht: Af dəmöt! Af do! weg da. aus dem Wege! Rip. Aftən do! NBerg. Ab van der Scheib! es ist nichts Bernk. Kapp ob! Hut ab! Merz, Allg. Beim Eisbahnschlagen der Ruf: Affin do! Wennsse fälls, dann lisse do! Barm. Ben ab! Neuw. Ab! Zuruf

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beim Versteckspiel = wir sind fertig Siegld. Avum (`´) halde! die Hand an der richtigen Stelle an der Erde halten beim Klickerspiel Erk-Körrenz. Bart af! sagt man, wenn Jemand eher am Ziel ist, z. B. bei einer Wegkreuzung MGladb-Odenk. –

 3.  bestimmendes Adv., obj. oder präd. Zusatz.

 a.  hinter einer subst. Zeitbestimmung; stets von - ab. Van höck af (oder an) von heute an Rip. Allg. Besonders zu beachten die nfrk. Häufung der Adv. Vo kleng (jong) of an von klein auf, von der Jugendzeit an. Von des of an, dat seit der Zeit, dass Kemp. Van af seitdem Rip. Van af ech he sen, geht et mer bester.

 b.  hinter einer subst. Ortsbestimmung = abwärts. Dat geht he den Berg af Rip, Allg. He geht et Breət af or stirbt bald Heinsb. Im Rip, Mosfrk. ist `herab' gebräuchlicher. –

 c.  mit van und Ortsadv. (s. auch: absein, haben, können).

 α.  von-ab, Nfrk geläufig. Va boave af von oben herunter. Der Kerl es vane Ben af betrunken. He ös noch nit van de Fläsch af unreif. Van Fut af an alles ohne Ausnahme Geld-Nieukerk. De wet van kenem Ophüren af. De wet van Tuten on Blosen nit af. Auch Rip: De wess va Gott on de Welt nüs af; im übrigen hier meist ohne af. – Aber allg.: Gangk van mir af (mehr weg); däu en van der af (mehr weg. fort); he setz weck genog van üch af (daneben weg, fort). –

 β.  davon-ab, Nfrk geläufig. Afgesiehn devan af. Do wet den ävel got devon of gut Bescheid. De wet ök devon of weiss davon zu erzählen Kemp. Enen dervan af make umbringen Heinsb. Im Rip kommen Wend. vor, wie: Ech sen och dovan af bin auch dort geboren; do wess ech niks von af; doch steht mehr her, oder af fehlt. An der Saar: Dovun ob davon abgesehen. –

 γ.  da-ab, Nfrk. Do han ech Spit (Ärger), Scha (Schaden) u. dgl. af Der es gen Wartsmann van en Welter Botter of hej schmert der en Botterramm af. Dor gef ek den Brüj af das lass ich fahren. Min Vadder koss vertellen draf Klevld. Rip veraltet: Do lef mer nit af; dafür meist dovan.

 δ.  wo-ab, Nfrk. Wu kömmste van af? woher. –

 ε.  dann-ab. Selten: Wo küste dann af? Woher kommst du? Rip. –

 ζ.  oben (unten)-ab. Ech losse mer net dren muse. oven af Rip. –

 d.  mit Verben enger oder loser verbunden.

 α.  lose verb., besonders ab-haben in zahlreichen Verwendungen, mit persönl. u. sachl. Subj. Ech han an menger Botz ene Knopp af. Häste et Korn, Gras (usf.), de Wis, et Stöck at af Rip, Allg. (s. ab-sein 1 α). RA.: Ech han aəf mein Webstück fertig Eup, Kref. De hät den Bart af er ist betrunken Sieg-Rhönd, Ahrw-Remag. Də hät ok de Vogel af dass. Geld-Nieukerk. De hät se af dass. Geilk.

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Den nät em af dass. Kemp, Geld. De hät de Knöf (Knöpfe) af er ist völlig entkräftet Aach; er hat keinen Einfluss mehr Dür-Gürz. Ich han et Hatz (Herz) af bin vollständig erschöpft Aach. Wann de su wijer süffs, has de zitlech et Herz af Aach-Walh. De hät de Mur (Möhre) af erschöpft Heinsb-Bocket. Den hat em af bis an de Möpp bezecht Geld-Straelen. Die hät en Iser af hat ein uneheliches Kind Malm-Weywertz. De hät de Kant af der Schüsser, die Kugel ist uneben Mörs. De hat de Geərt (Gerte) af er stirbt Aach. De Fleisch (Flasche) hat der Krag (Hals) af es ist nichts mehr drin Jül-Warden. Brav hat die Nas af die gute Zeit ist vorbei Aach. Ech han se af bin ermattet, müde Schleid, Monsch, Aach, Jül, Dür. Do heij wel af daran hast du Freude, bes. von Anzügen gesagt, die sich gut tragen Klev-Calcar. De hat af bei mir mit dem verkehre ich nicht mehr Monsch-Kalterh. Heə hat af wie Wespeng mit dem ist es zu Ende (wie mit dem 1756–1758 amtierenden Bürgermeister Wespien, der in seiner Amtszeit starb, was bei einem Bürgerm. seit 1709 nicht mehr vorgekommen war) Aach. – Ab-können, weg sein können. Ech kann net dervan af nicht verlassen, nicht vergessen. De Nachen kann vom Over net af nicht loskommen Rip, Allg. De Stadt hat et jo, et kann dervan af d. h. das Geld, sie kann es leisten Aach. Et ka beister van en Stadt af wie van en Dörp af der Reiche kann leichter eine Last tragen als der Arme Aach. – De Knopp moss af d. h. abgeschnitten werden. He well net af abgehen. De Hot blif he af vom Kopfe. Los den Hot af Rip, Allg. –

 β.  enger verb. als Komp. Liegt der Hauptnachdruck auf dem Begriffe des `ab', dann ist die Verteilung der Tongipfel ´`, auf dem Begriffe des Zeitwortes (bei Gegensätzen), dann ´`. Die Stellung des `ab' in der Komp. unterscheidet in der Regel sich nicht vom Nhd; doch wenn das Komp. mit einem Hilfszeitw. verbunden ist, so verbindet sich `ab' gern mit letzterem; allg. in Nebensätzen. Ech han wahl gemerk dat he et net afkonnt krigen, neben – konnt afkrigen Rip, Allg. Er mäk en Gesicht, as wenn em den Ak (Nachen) af was gohn Rees. Und so Nfrk auch in Hauptsätzen. Grad woll mich a' gen Owend afkommen hale abholen kommen. Der sind de Küh af goh laupen Mörs-Rumeln. Bei sollen, müssen, bleiben, lassen auch sonst: Du sölls den Bom aflosse haue, afhaue losse. – Die Bedeutungen, die `ab' dem Simplex gibt, entsprechen dem Nhd; doch fehlen fast die Komp., die die Vollendung einer Handlung bezeichnen, ausser ab-dreschen, ab-machen, ab-sprechen (u. Syn.); indes die Komp., die bedeuten `ab-prügeln, eine Strecke abgehen, ablaufen von einem Ende zum andern',

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haben den Nebensinn der Vollendung, des Erfolges. –

 4.  mit anderen Adv. vielfach durch `und verb.

 α.  auf und· ab. Trepp of on Trepp ab Saarbr, Allg. Op-af, op-af, Pönkelche drop! so sprechen die ABC-Schützen beim Malen des I Rip. Bergop un af Allg. RA.: Et geht op on af wie en Fluh em Hemb (Hemd) Rip, Allg. –

 β.  ab und an. Dat geht af on an abwechselnd gut und schlecht Rip, Allg. Ek mott et nou wette, af of an Nfrk. Af on an dann und wann, bisweilen Sol, Mettm. Auch umgestellt: Dat geht an on af

 γ.  ab und aus. Af on ut (us) baue pflügen, dass die erste Furche auf die folgende fällt MGladb, Grevbr. –

 δ.  ab und zu. Dat geht af on zo (tu, te) [af enter Heinsb-Karken], auch umgestellt zo on af Rip, Allg –

 ε.  vorn und ab, dann und wann, bisweilen. Weə sich höre Puttes (Wurst) gelt, es va vör of af (hinten) geköllt betrogen Aach. –

 ζ.  ab und dann. Af on dann bisweilen Sol. –

 5.  ab = weg, fort, verstärkt durch Adv. De Hoor stomp af, stupp af schneggen Rip, Allg. Ratzekahl af han se em de Hoor geschnidden. Ech ben ratz af müde. He wor möt em kuərt af barsch Rip. De es hell (ganz) af überanstrengt, besinnungslos; sehr klug MGladb-Rheind. Dat es even af der verlangte Preis ist die Mindestforderung Even af met en Spol (Spule) auf die einfachste Weise, ohne lange Umstände Kempld, Erk. –

 II.  Praep. von-her. Heute veralt. Af dir hät e doch nüs ze hoffe; af menget wegen; gank mer af de Aue; gank afseck abseit Rip. –

 III.  attrib. Adj. ab-, wegseiend. En abener Knopp, abene Knäpp; en abenes Ben. En Tass mit ener abene Henk Mit abener Kapp. Nur Mosfrk, Saarbr, Kobl.
 —  ab-her s. abere;  —  ab-hin s. abe.

aba = ach was s. a.

Aba I = Grossvater s. Abbe.

 

Aba II aba ´` m.:


 1.  Schmutzkerl, Schimpfwort Köln. –

 2.  en stolze Aba hochmütiger Mensch Dür. – Sicher jüngern Datums und gelegentl. Bildung.
 

abä ābę Eup; abę Saarl `´ Interj.: nun wohl, frz. eh bien.

 

A-band ōbant Duisb m.: Unband, Rauhbein.  —  a-bändig Mörs Adj.: sehr ungeduldig.

 

Abangkaule: im Ballspiel der Knaben ein Spruch: Abangkul, Schmul, Konterbank, en wat för Hank (Hand)? Elbf.

Abarasch s. Ambarasch.

 

Abbe


 1.  abə NWSiegld; aba NOSiegld m.: Grossvater. –

 2.  âwə NWSiegld; ābə NOSiegld f. – Grossmutter. – S. Alt-babbe.
 

Abbel abələ, abəlχər (meist Pl. u. Demin.). Westerw, mSieg f.: Kartoffel, in der Kinderspr. – Vgl. Babbeln. Bubben in derselben Bed.

 

abberlabab abə(r)labap ´˘˘´ Saar. Hunsr

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Interj.: = aba, ich will nichts davon wissen. – Auch babərlapap, papərlapap Rip.
 

äbben ębən Westerw, Kobl, Mayf, Ahrmündg, mSieg; ępən Sieg, MülhRh, Wippf, Sol, Lennep-Remschd, Elbf, Ess; øpən Schleid-Hellenth schw.:


 1.  anfangen zu eitern, von entzündeten Wunden, Geschwüren; entzündlich werden. –

 2.  et äbbt regnet viel Sieg-Fussh.

äbbig Westerw, mSieg, MülhRh, MülhRuhr Adj.:


 1.  entzündet; eiternd um sich greifend. – Ein Mensch, bei dem jede kleine Entzündung oder Verletzung ins Eitern kommt, sticht en er äbschen Haut Neuw-Datzeroth. –

 2.  von der feucht-kalten Luft in ungelüftetem Zimmer Neuw-Hüllenbg.
 

Abbes abəs Kobl-Weissenth m.: Idiot. Vgl. Abu.

 

A B C ā:bē:tsē: bei deutlicher Aussprache; sonst ăbətsē:; daneben in Aach und Mosfrk ăbətsī: n. [m. Merz-Saarhölzb]: die ersten Buchstaben des Alphabets, die in den alten Volksschulen zuerst auswendig gelernt wurden. Deshalb die RA.: Der naseweise Junge soll der erscht sein ABC lehren, ihr er ebbes metschwetze well. Er kann noch seinen ABC net on welt schun et gruss Woərt fihren Saar. Ein Dummer as esu dumm, en hot an der Schul et ABC bal net gelihrt Bitb. Da das ABC die Grundlage der Buchstabenreihe ist, erklärt sich die RA.: Dat as et ABC von der Sach, derohnt geht et net Grundlage einer Sache Bitb. Dat geht en meng ABC net heren das verstehe ich nicht Sieg. Deng ABC verstohn ech net du hast da etwas anders gelernt wie ich Sieg. Du verstehst suviel dervan wie us Koh vam ABC Sieg. Rätsel: Wo geht alles heren? En et ABC MGladb. Im Kinderspruch: ABC. dat Kätzche lef em Schnii, dat Höngkche lef em no, sag Kätzche, woərsch de do? Agger. ABC. der Katz duht de Fuss weh. sie geht an de Kirch bede, se hat de Fuss bedreden Mos. ABC, der N. es en Sau, der N. es en Beck, der N. es ne Geck Aach. Ein Kinder-ABC: Abraham Bat Christus Der Engel Fuhr Gegen Himmel In Kalter Luft Mit Neun Ochsen Peter Quer Rief Seine Töchter Und Viele Weiber X Fix Zu Bitb-Itesh. – ABC, ein Ballspiel: Die Spieler wählen sich einen Buchstaben, wie sie im ABC aufeinander folgen. Wer A hat, nimmt den Ball und ruft einen beliebigen Buchstaben. Der Betreffende nimmt den Ball, wirft ihn in die Höhe und wirft auf die andern, die zu einem bestimmten Ziele laufen. Trifft er keinen, so bekommt er unter seinen Buchstaben einen Strich; trifft er, so muss der Getroffene werfen. Bei einer bestimmten Anzahl von Strichen wird der Inhaber ausgeschieden. Der Beste darf jeden je nach der Zahl der

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Striche werfen; trifft er nicht, bekommt er die Strafe ebenfalls. Auch ABC-Ball genannt Prüm.

ABC-brettchen Kemp n.: ein Brettchen, auf dem das Alphabet eingemalt war. Die Kinder trugen es noch im Anfang des XIX. Jahrh. auf dem Schulgange um den Hals.  —  Abc-buch n.: Fibel. Im Berg bestand eine alte Fibel met dem bergschen Kückelhahn vören drop on met dem netten Rimken dronger: Früh kräht der Hahn. Früh fang zu lernen an. In Geldern war auch auf der Rückseite das Bild eines grossen Hahnen mit der Überschrift: Kinders leert u Lesse wel. Unter dem Bilde: s' Morgens den haan zyn yver vroeg bewyst, leert jonge Jeugd, dat men U ook zoo pryst. RA.: Der Ungelehrige as sein Lewe langk net aus dem ABC-buch erauskommen Bitb. Der sieht aus, wie en zerressen ABC-buch Prüm-Mürlenb. Dat is so platt wie en ABC-buch Simm.  —  Abc-käcker -kękər Sol; -pufərt Trier-Mettnich; Abc-šisər Ottw, Saarbr, Saarbg-Oberemmel Soest, Bitb-Dudeld; Abc-šüts (-šöts, šeds) Birkf, Ahrw-Walporzh m.: ABC-schüler. Allg. ist die Verwendung des I zur Bezeichnung der ABCschützen, weil die Fibel mit der Einprägung des I beginnt. – Vgl. I-dots, dopp, küttel.

 

Abch abχ Siegld m.: Einfaltspinsel, Hanswurst, der alles verkehrt anstellt.

 

 
ä
  1. beim Stocken in der Rede, im Denken. ä .., wat woll ich elo son? –
  2. des Ekels. ä, dat mag ech net sehn. –
  3. der Schadenfreude. ä ä, hät Schläg krich; ä-kiss-kiss (hä-, ha-) moss setze blive Rip, Allg. ä zich-zich ...
  4. des ungläubigen Staunens, des Verneinens dessen, was ein anderer sagt. ä, dat wiərd at net wohr sen Allg.
 
Aachen
 
Aal I
  1. Aal, der Fisch. In Vergleichen wegen seiner Glätte u. Beweglichkeit. So glatt, glattig, flutschig, glitschig, flitschig ...
  2. herunterhängender Nasenschleim Ahrw-BrohlBrohlAhrweiler10 Q'.
 
Aar
 
Aas
  1. Speise, Atzung.
  2. verendetes Tier, Kadaver. In der heutigen MA. nur noch in Vergleichen. Du stenks wie en O. und daraus übertr. ...
  3. Aasseite einer Tierhaut Verbr. – Zs.: Schind-, Sau-, Sauf-, Maulenaas. – Lautlich und in der Flexion ist mit ...
  4. ō·ă.s, Pl. ø·ə.s ...
  5. ō:s, Pl. ø:s m.: Ass im Kartenspiel (s. Ass).
 
A B
 
ab
  I. Adv.
  II. Praep. von-her. Heute veralt. Af dir hät e doch nüs ze hoffe; af menget wegen; gank mer af de Aue; gank afseck ...
  III. attrib. Adj. ab-, wegseiend. En abener Knopp, abene Knäpp; en abenes Ben. En Tass mit ener abene Henk Mit abener Kapp. ...
 
Aba II
  1. Schmutzkerl, Schimpfwort KölnKöln8 K'. –
  2. en stolze Aba hochmütiger Mensch DürDüren5 M'. – Sicher jüngern Datums und gelegentl. Bildung.
 
A-band
 
Abangkaule
 
Abbe
  1. abə NWSiegldSiegerland15 N'; aba NOSiegldSiegerland15 N' m.: Grossvater. –
  2. âwə NWSiegldSiegerland15 N'; ābə NOSiegldSiegerland15 N' f. – Grossmutter. ...
 
äbben
  1. anfangen zu eitern, von entzündeten Wunden, Geschwüren; entzündlich werden. –
  2. et äbbt regnet viel Sieg-FusshFußhollenSiegburg11 M'.
 
A B C
 
Abdon-tag
 
Abeiches
 
abel II
 
Abele
 
Abend
  1. Zeit vor und nach dem Sonnenuntergang, das Ende des Lichttages.
  2. Vorabend eines grösseren Festes. Volkstümlich geblieben sind nur Neujorsch-Posch-, Pengs-Kresovend, besonders ...
  3. Abendhimmel. Mer han haut e lichten O. Saar. –
  4. Westen. Gen O. seiht et dreif aus Saar.
 
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