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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. 16 Bde. [in 32 Teilbänden]. Leipzig: S. Hirzel 1854-1960. -- Quellenverzeichnis 1971.

Zufallsstichwort:
WELTVERNEINENDadj.
 
Dem Deutschen Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm wird in der deutschen Wissenschaftsgeschichte zu Recht eine Sonderstellung eingeräumt, handelt es sich doch um das deutschsprachige Wörterbuch mit der längsten Bearbeitungszeit und der bei weitem umfangreichsten Erfassung der deutschen Sprache.

Im Jahr 1838 gelang es dem Philologen Moriz Haupt und dem Verleger Karl Reimer, Jacob und Wilhelm Grimm für das Projekt eines großen neuhochdeutschen Wörterbuchs zu gewinnen, dessen Gegenstand die Darstellung des hochdeutschen schriftsprachlichen Wortbestandes in seiner Entwicklung und seinem Gebrauch von der Mitte des 15. Jahrhunderts bis zur Bearbeitungsgegenwart werden sollte. Als die Brüder Grimm die redaktionelle Ausarbeitung des Deutschen Wörterbuchs (DWB) aufnahmen, veranschlagten sie dessen Umfang auf sechs bis sieben Bände, die Arbeitszeit auf zehn Jahre; tatsächlich erschienen in mehr als einhundert Jahren 16 Bände in 32 Teilbänden, auf deren insgesamt 67.744 Spalten Generationen von Lexikographen etwa 350.000 Stichwörter behandeln, und ein separates, rund 4.000 Quellen umfassendes Quellenverzeichnis.

Das Fehlen einer für alle Bände grundlegenden Wörterbuchkonzeption und seine lange, von den Vorstellungen und Vorlieben der jeweiligen Bearbeiter und den jeweils aktuellen Erkenntnissen aus Sprachwissenschaft, Philologie und Geschichtswissenschaft geprägte Geschichte machen das DWB einerseits zu einem überaus heterogenen Werk. Andererseits aber sind mit ihm über einhundert Jahre Institutionengeschichte verbunden, die zugleich über einhundert Jahre politischer, sprachpolitischer und lexikographischer Geschichte widerspiegeln. Dadurch wird das DWB nicht nur zu einem worthistorischen Grundlagenwerk der deutschen Sprache, sondern auch zu einem unvergleichlichen Zeugnis wissenschaftlicher Theorien, Verfahren und Methoden des 19. und 20. Jahrhunderts, dem noch immer ein reges Interesse entgegengebracht wird.