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Bd. 15, Sp. 2048 von hd. idiotiken verzeichnet es nur HUNZIKER 233 als schurgg, auch schorgg. es findet sich auch nd., schurk, -e DÄHNERT 418b. TEN DOORNKAAT KOOLMAN 3, 164b, und nl. als schurk (erst neunl., s. FRANCK 874 f.), vielleicht aus dem nhd. entlehnt. ebenso ist es ins polnische als szurek übergegangen. die form ist entweder schurke oder schurk, seltenere nebenformen sind: schork(e), s. das. (sp. 1578), bei KRAMER und STIELER, ferner: was mache ich denn, wenn mir die schorken nicht gehorsam sein? WEISE böse Cath. 2, 7; ganz selten schurche Simpl. 2, 151, 2 (s. unten 2). die flexion ist stets die schwache. im gen. sing. findet sich hie und da die erweiterte form des schurkens: wer schurkens genug seyn könnte, mir etwa das schöne sonnenbild vom busen der wahrheit zu stehlen. Siegfr. von Lindenberg4 4, 308; musz sein herz der beleidigung und kränkung jedes schurkens und böszwichts aussetzen. KLINGER theater 4, 125 (Grisaldo 1, 1). einen plural schurkens s. unter 3. bedeutung. 1) im gewöhnlichsten sinne, als starkes schimpfwort: a) schurk, schurck, schorck, m. .. raspone, avarone, miserone, tenace, taccagno, it. briccone, birbante, furfante, vigliacco, barro, guidone ... v. schuft. er ist ein rechter schurck, ein ertzschurck; mit solchen schurcken mag ich nichts zu schaffen haben. KRAMER dict. 2, 683c; schurcke (der, plur. schurcken), verbero, homo nihili STEINB. 2, 525; schurck, verbero APIN. gl. 488; Hans Schüttlern aber den schalten ifg. vor einen meineider und losen schurken. SCHWEINICHEN 1, 308; die industrie eines schurken verhält sich zu eines ehrlichen manns seiner wie ein maximum zum minimum. HAMANN 7, 258; im grunde ist es nicht ekelhafter, einen hüpfenden, schmeichelnden, unterthänigen, vergoldeten schurken .. von den pflichten für seine ehre reden zu hören, als einen gesetzten, nüchternen, schwerfälligen, gravitätischen schurken zu sehen u. s. w. WIELAND 3, 130 (Agath. 12, 7); verständige, kluge schurken kenn' ich dir so gut, als meine kugel. HIPPEL 1, 261; ich sagte, es gäbe nur zweyerlei leut, brave und schurken. GÖTHE 8, 70; wo ist der schurke? 14, 273 (bürgergen. 7); prinz .. (bricht eine ruthe ab). so sey denn hiemit zum schurken geschlagen. koth! du verdienst nicht, dasz ich meinen degen an dir verunehre. LENZ 1, 99 (Menoza 2, 2); wird er nicht entweder umkehren müssen und sich bessern? oder er wird auch in der groszen schule des elends ein schurke bleiben. SCHILLER 2, 22 (räuber 1, 1 schauspiel); dieser hier ist selbst ein schurke und doch traut er dem ehrlichen gesicht eines andern. 244 (2, 2 trauersp.); er kannte auch den schatten der kraft nicht, die erfordert wird, um nicht ein schurk und ein tropf auf erden zu werden. PESTALOZZI Lienh. u. Gertr. 2, 141; ich wohnte in der strada fratina bei einem der gröszten schurken von Rom, einem advokaten, der einmal sogar den wagen meines sorglosen reisegefährten verkaufen wollte. GRILLPARZER4 15, 89; auf die möglichen grobheiten und handgreiflichkeiten des rothhaarigen schurken drinnen .. baue ich eben meine letzte hoffnung. HEBBEL (1891) 9, 121; der gröszte schurke, den je ein sonnenstrahl beschienen. SCHEFFEL Ekkeh. 154; was? ruft er; A** hier? wenn mich der könig liebt, so weis ich, dasz er stracks dem schurken abschied giebt. LESSING 1, 33; ihr aug ist blau, durchstralt die ganze seele, prägt selbst dem schurken ehrfurcht ein. HÖLTY 180 Halm; und die schurken lasz dem büttel, und die narren dem geschlecht. GÖTHE 3, 172; mit stichelreden, naserümpfen soll jeder schurke mich beschimpfen! 12, 192; muszt all' die garstigen wörter lindern, aus sch--kerl schurk, aus -- mach' hintern. 56, 66; zum neuen leben ist der todte hier erstanden, das weisz und glaub ich festiglich. mich lehren's schon die weisen ahnden, und schurken überzeugen mich. SCHILLER 1, 258; sey's, wer es will! ein niederträcht'ger bube, ein höfling musz es seyn ... ein neid'scher schurke, den meine selbstverdiente würde kränkt. 12, 259 (Wallenst. tod 2, 6); denn wenn von ruthen die narren und die schurken bluten. SEUME 1, 33; vorzüglich sprach ich rund und keck mit narren und mit schurken. 213; es lebt kein schurk' im ganzen Dänemark, der nicht ein ausgemachter bube wär. Shakespeare Hamlet 1, 1; o welch ein schurk' und niedrer sclav bin ich. 2, 3; ein dummkopf bleibt ein dummkopf nur für sich in feld und haus; doch wie du ihn zu einflusz bringst, wird gleich ein schurke draus. GRILLPARZER 4 1, 135. Bd. 15, Sp. 2049 b) als name verwendet: mit herrn Schurke war es schon eine bedenklichere sache, er hatte der familie wohl genutzt, wenn es ihm gerade auch nutzte; dagegen ihr auch wieder geschadet, vielleicht zu seinem eignen vortheil. GÖTHE 48, 89 (vorher ist von vetter Schuft die rede). c) in der anrede: Anton ... (haben sie mich zu schicken) etwa in den buchladen? Damis. nein, schurke. Anton. ich musz das schurke so oft hören, dasz ich endlich selbst glauben werde, es sey mein taufname. LESSING 1, 214 (d. j. gelehrte 1, 1); Adrast. (mit einer bittern verachtung) schurke! 400 (freyg. 1, 5); da liesz er (der kaiser), hoch von grimm entbrannt, den herold 'nein trompeten (in Weinsberg): 'ihr schurken, komm' ich nein, so wiszt, soll hängen, was die wand bepiszt!' BÜRGER 25b; von euch schurken keinen spott! GÖTHE 13, 104; ha! ihr schurken wart! SCHILLER 1, 345; gott grüsz dich, Merenberg, du schurk und du verräther! GRILLPARZER 4 5, 117 (k. Ottokar 4). vgl.: herr, einen schurken könnt ihr mich schimpfen, aber den dummkopf verbitt ich. SCHILLER Fiesko 1, 9. d) gern in der fügung schurke von --, z. b. von einem kerl, schurkischer, verdammter kerl, u. ähnl.: schurke von einem wirthe! LESSING 1, 509 (Minna von Barnh. 1, 1); das musz ein schurke von einem soldaten seyn, der ein mädchen anführen kann! 562 (3, 11); da sahst du in einen bach, und da sahst du den albernsten, dummsten, unverschämtesten, langweiligsten, abgeschmacktesten schurken von einem esel, der seit Bileams zeiten jemahls den mund aufgethan hat, nicht wahr? WIELAND 11, 310 (d. Sylvio 4, 2); als nun das pferd fiel und sich überschlug, war der schurke von courier nicht so behend die spitze wegzuwenden. GÖTHE 33, 288; fliehe vor diesem schurken von *** und vor dem bastard seinem sohn, die dir auf alle weise nach dem leben stehen. 316. seltener in unmittelbarer nebeneinanderstellung: Ferdinand .. würden sie vater zu dem schurken sohne seyn wollen, der eine privilegierte bulerin heuratete? präsident. noch mehr. ich würde selbst um sie werben, wenn sie einen fünfziger möchte -- würdest du zu dem schurken vater nicht sohn seyn wollen? SCHILLER kab. u. liebe 1, 7. e) sprichwörter: den schurken und narren gehört die welt, in schurken und narren theilt sich die welt; nimm einen schurken vom galgen, und er wird dich daran hängen; wenn ein schurke vorangeht, folgt bald ein schurke nach, u. a. m., s. WANDER 4, 392. 2) im 17. jahrh. wird schurke zuweilen in milderem sinne gesagt von einem trägen oder geizigen menschen, auch mit gänzlicher aufgabe der moralischen beziehung von einem menschen ohne geld und in geringen verhältnissen, armer schlucker, armer teufel, schelm: schurk, m. homo nihili, et contemnendae conditionis, sordidus, ignavus SCHOTTEL 1410; schork, et schurk, propr. agricola, rusticus, sed deinde pro sordido, ignavo, avaro, homine nihili, et contemnendae conditionis haberi coepit STIELER 1768 (vgl. auch KRAMER unter 1); die sönderlinge, so sich mit ihrem natürlichen haar behelffen, .. geben damit nichts anders zu verstehen, als dasz sie arme schurchen seyn, die nit so viel vermögten, ein kal hundert ducaten an ein paar schöne barücken zu verwenden. Simplic. 2, 151, 2 Kurz; wie seine diener ausz betlern und schurcken reiche leute werden. SCHUPPIUS 19. später ist diese verwendung wieder aufgegeben. selten sind sonst freiere gebrauchsweisen, so wenn schurke scherzhaft von einem dinge gesagt wird, z. b. vom wein: der schurk ist auch so glatt. schenk noch einmahl ein. FR. MÜLLER 1, 164. 3) besonderheiten. a) bei FISCHART erscheint schurke als name einer münze: die Fuckart von Augspurg schätztens nicht geringer nach specie bestimpter ablosung, als 900. tausent schurckens, 60. tausent Philippisch Klinghart unverruffen, 50000. Peter von Löven, 40000. Arnolds gulden u. s. w. Garg. 120b. b) in Schlesien bedeutet schurk(e) einen tannzapfen, siehe ADELUNG. WEINHOLD 88b: schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum FRISCH 2, 234c, strobilus NEMNICH. c) schurken heiszen auch wildlinge, wilde birn- und äpfelbäume NEMNICH. |
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das schürkelein, das rackerchen, vorm feuer dies nuszknackerchen. IMMERMANN 13, 89 Hempel. |
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Bd. 15, Sp. 2050 SCHURKEN, verb. bricconeggiare etc. chiamare, dar del briccone etc. per la testa, trattare da tale. einen schurcken und hundsfüttern, idem KRAMER dict. 2, 684a.
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willst du das messer durch den schurkenleib? KÖRNER 3, 299 Fischer (Hedwig 3, 5). |
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ich will euch, schurkenpack! LUDWIG 3, 213. |
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wer jetzt noch bleibt, der musz ein schurke sein. ich ... bin ein schurk. nun hab' ich schurkenrecht! denn auch ein schurk' hat recht. er kann nicht mehr zurück, drum musz er vorwärts. HEBBEL 1, 133 (Genov. 3, 10). |
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ha, rief er grimmig, ha ihr schurkenseelen! die kaiserin schickt uns zum sieg um ehre zu erfechten in den krieg; und ihr, ihr schändet euch durch morden und durch stehlen. SEUME 5, 174; indessen brütete die schurkenseele dir einen plan, der mich banditen rot macht. KÖRNER 3, 286 Fischer (Hedwig 2, 13). |
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was wär das eine schurkenthat gewesen, das fräulein morden, das ein engel ist. LUDWIG 3, 195. |
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die schurkerey des patriarchen .. hat mich des nächsten weges wieder zu mir selbst gebracht. LESSING 2, 340 (Nathan 5, 5). |
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Bd. 15, Sp. 2051 wie? so unnatürlich schurkisch wird er doch nicht seyn? GRABBE 1, 274; fehlt der schurkische genosz jetzt mit dem räucherpulver? HEBBEL 3, 182 (rubin 2, 5). von handlungen: es wäre denn, dasz er sich das gute zuschreiben wollte, welches glücklicher weise aus seinem schurkischen betragen entstanden. LESSING 1, 551 (Minna v. Barnh. 3, 5); das ist ein schurkischer streich, darüber du ohrfeigen verdient hättest von einem hundsfutt. GÖTHE 57, 198. in freierer verwendung von dingen, verwünscht, verteufelt: dasz der henker den schurkischen namen holen wolle! LESSING 1, 497 (schatz 11); aber der kopf ist mir über meine schurkischen umstände vollends noch so wüste geworden, dasz ich kaum mehr weisz, was ich schreibe. 12, 269. so auch adverbial: überhaupt geht mir's heut nacht so schurkisch. GÖTHE 57, 186. |
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Bd. 15, Sp. 2052 2, 235a; bei LUTHER steht die schurlitz (schürlitz) Jes. 3, 23 als variante zu die koller (eigentlich: die leinenen unterkleider), s. BINDSEIL-NIEM. 4, 7; schurczlicz quelle vom j. 1520 bei SCHM. 2, 461, vgl. auch SCHÖPF 653 (schirlitz). -- dazu die zusammensetzungen: schürlitzgeld, n. geld, das an stelle eines schürlitzes als preis bei schützenfesten gegeben wird, in Bern, s. ROCHHOLZ, zeitschr. f. d. phil. 1, 462; s c h ü r l i t z t u c h , n.: ein halb schwarz schürlitztuch unter den preisen des Züricher freischieszens von 1465, s. ebenda; schurliztuch s. BIRLINGER 404a; dasz unser lieb herren schultheisz und rat zu Sursee dise nachbenempten aventüren uszgeben wellend ... darumb ze schiessende, mit namen einen ochsen ... ein gantz schürletztuch. TSCHUDI 2, 563a (beschreibung eines gesellenschieszens vom jahre 1452), vgl. FRISCH 2, 235a.
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ach vater bapst sih darein, und lasz dich das erbarmen: dasz wir pfaffen und schürling dein, so plötzlich müssn verarmen. SOLTAU hist. volksl. s. 463 (nr. 74 vom j. 1622). 2) bei den kürschnern schaffelle nach der schur JACOBSSON 7, 280a; dafür s c h ü r l i n g - f e l l e , schaffelle die nach der schur noch keine rechte wolle haben. FRISCH 2, 167c, vergl. SCHERZ - OBERLIN 1456. SCHM. 2, 461; dem kürsner von ainem schürling- und flämischen fell zu wurchen IV. dn. Scheirer dienstordn. von 1500, s. ebenda. |
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| SCHÜRLETZ, n. |
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