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schon sind die feuerwürmchen angeglommen, und flattern lichtend durch die grünen moose. werke 2, 115; wälder, wo kaum der mittag lichtet, und schatten mischt mit balsamreicher schwüle. MÖRIKE gedichte (1848) s. 42; unpersönlich es lichtet, es wird licht: sterne versanken und monden in blut. aber nun wittert und lichtet es gut: sonne sie nahet dem himmlischen thron. GÖTHE 13, 302. 2) anders der tag lichtet, beginnt licht, hell zu werden, anzubrechen: Woldemar sasz da, unterdessen heiter der tag heranlichtete. JACOBI Woldemar 1 (1779) 200; der weihnachtstag begann zu lichten. LANGBEIN 2, 79. 3) transitiv etwas lichten, licht machen: verschmähung des scheins und prunks. wie würde dann das dunkle deutsche leben gelichtet! J. PAUL friedenpr. 24; der weg, den wir nehmen, soll hoffentlich die ganze gegend lichten. HERDER (bei WEIGAND wörterb. d. synon. 2, 313); taghell ist die nacht gelichtet. SCHILLER glocke v. 192 und schmückt die welt mit frühlingsprangen und lichtet die gewaltge nacht. KÖRNER werke 2, 16; wer lichtet uns der erde grund? 25; wer soll nicht weinen, soll nicht jammern, wenn ein solcher stern am himmel untergeht, der sein jahrhundert sonnenhell gelichtet? Zriny 4, 2; er schien noch ein brennspiegel im mondlicht, oder ein dunkler edelstein von zu vieler farbe zu sein, den die welt, wie andere juwelen, erst durch hohlschleifen lichtet und bessert. J. PAUL Titan 1, 2, es scheint hier ein technischer ausdruck der steinschleifer verwendet. 4) im forstwesen einen wald lichten, ihn durch aushauen von bäumen dünner bestanden machen; bildlich: umgekehrt sind in unserm zeitalter die heiligen haine der religion gelichtet und abgetrieben. J. PAUL Levana 1, 56; danach übertragen eine gesellschaft, reihen lichten; der tod hat unsere reihen gelichtet; die gesellschaft ist durch den austritt vieler mitglieder sehr gelichtet worden. 5) lichten, in bezug auf die seele (vergl. das adj. licht 17 sp. 860 und das subst. licht II, 14 sp. 871): zu den sternen will er flüchten, sich den innern drang zu lichten. KÖRNER werke 2, 23; und was melodisch meine brust durchklungen, das lichtet herrlich meines strebens nacht. 45; nur eins kann ihn verderben und beglücken, und eins nur lichtet seiner seele nacht. 124; es hat sich so vielerlei stoff von aberglauben, phantasie und poesie auf seine seele gelegt, dasz sie musz durch explosionen wieder gelichtet werden. TIECK nov. kranz 4, 374, wo aber auch die vorige bedeutung einspielt. 6) das part. gelichtet, mit licht versehen: dann mögen diese felsen um mich her die undurchdringlich feste mauer breiten, und dies verschlossne selge thal allein zum himmel offen und gelichtet sein! SCHILLER Tell 3, 2. Bd. 12, Sp. 881 7) reflexiv, sich lichten, hell werden (mhd. stand dafür sich liuhten: ouch begunde liuhten sich der walt. Parz. 282, 9): wüsten, öd und schauerlich, lichten sich in deiner strahlenquelle. SCHILLER melancholie an Laura; der liebe himmel, wetterschwül, hat sich am abend sanft gelichtet. RÜCKERT 235; sich sonnen, im lichte baden: Laura, über diese welt zu flüchten wähn ich, mich im himmelmaienglanz zu lichten, wenn dein blick in meine blicke flimmt. SCHILLER entzückung an Laura; in bezug auf erkenntnis: nach langer nacht des wahnsinns begann sein geist sich wieder zu lichten; und unpersönlich: Roberto, hebt es an, sich dir zu lichten? UHLAND ged. 455. |
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sie schwimmt um ihn (den nachen) herum, taucht unter, und spielt mit dem anker, will lichten vor ungeduld! KLOPSTOCK 10, 251; schon erhebt sich das segel, es flattert im winde: so sprach er; und gelichtet, mit kraft, trennt sich der anker vom sand. GÖTHE 1, 298; sprich, ist keiner, der mir fremden sagt, was sie eilen und die anker lichten? KÖRNER werke 2, 150; wird ein anker irgendwo gelichtet. UHLAND ged. 433; das schiff ist hergezogen. gut. doch hört: nicht anker ausgeworfen! hört ihr? nicht! der augenblick kann uns die abfahrt bringen, und obs zum lichten zeit dann, weisz ich nicht. GRILLPARZER werke 3 (1878) s. 120 (Argonauten 4. aufz.). auch in andern bedeutungen kommt dies lichten seit dem 17. jh. ins hochdeutsche: nach dem holländ. een schip lichten (ausladen KRAMER niderhocht. dict. 176c, ebenso niederdeutsch, vgl. brem. wb. 3, 61) gibt schon STIELER 1134 ein schiff lichten levare navim mercibus, ut fieri solet in portubus haut satis profundis, cum navis onerata intrare nequit; das niederl. volk lichten, volk erheben, werben (KRAMER a. a. o.) heiszt: lichten, das volk oder die soldaten lichten d. i. aus den besatzungen heraus ziehen und ins feld führen. JUNKER cur. nouvellen-lexicon 103; selbst sein gewissen lichten exonerare conscientiam STIELER 1134; bis sie .. gebeichtet und ihr schwer beladenes herz gelichtet hatte. HIPPEL 2, 281; und sonst wie emporheben, aufheben: die wände stattlich tapeziert mit schönen biblischen geschichten, als -- Mose im kästlein, und fräulein viel in steifen miedern, entblöszt (mit züchten) bis über das knie, um aus dem Nil das knäblein an den strand zu lichten. WIELAND 21, 39; kaum hat er aus den federn sich gelichtet, so wirft er seinen mantel um. 275. lichten ist in jeder der angegebenen bedeutungen ableitung von dem schon mnd. mnl. adj. licht, das gegenüber mhd. lîht leicht vocalkürzung hat eintreten lassen; der begriff des leicht machens, erleichterns wendete sich, wie im lat. levare, zu dem des emporhebens. eine verwandtschaft mit engl. lift und hochd. lüften ist nicht vorhanden. |
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die welt, die ehmals lichterarm, gleich einem puppenspiel, mir widerlich ins auge fiel. THÜMMEL 2, 3. vgl. lichtarm. |
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Bd. 12, Sp. 882 LICHTERFÜLLT, part.: ins heitre, lichterfüllte blau. BETTINE briefe 1, 257; sie haben heut abend gesellschaft, und das haus ist lichterfüllt. H. HEINE 15, 164. |
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mein feuer ist entstanden und brennet lichterloh. P. GERHARD 282, 154 Gödeke; ein mädchen, dacht ich da, ist wie ein bündel stroh, wenn es zum feuer kömmt, so brennt es lichterloh. PICANDER 3, 327; des nachbars haus stand lichterloh in brand. GÖKINGK lieder zweier lieb. (1779) 83; meine dichtergluth war sehr gering, so lang ich dem guten entgegen ging; dagegen brannte sie lichterloh, wenn ich vor drohendem übel floh. GÖTHE 2, 251; ihr seid ja heut wie nasses stroh und brennt sonst immer lichterloh. 12, 103. in adjectiver flexion: aus lichterlohem geize. HIPPEL 12, 187; ich kann nicht weinen, alles nasz in mir gnügt kaum mein lichterlohes herz zu löschen. Shakesp. Heinrich IV 3, 2, 1; J cannot weep, for all my body's moisture scarce serves to quench my furnace-burning heart. |
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erst schwält, dann lichterloht der brand. Königsberger polit. taschenbuch s. 311. |
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fort mit dem lichterlöscher zu den molchen! fort mit dem freiheitsmörder zu dem galgen! ARNDT ged. 404. |
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mich selbst hast du umstrahlt wie eine lichterscheinung, als du vorhin ins zimmer tratest. SCHILLER M. Stuart 2, 9. |
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ihm wird ein hofgepräng, in lichtervollen zimmern, weit sehenswerther sein, als wenn die sterne schimmern. UZ 2, 65. |
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wer bin ich staub, dasz ich auf lichtesflügeln streb empor? HERDER zur litt. 4, 71. |
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lauter lichtes-kinder bringet Delila; immer war am tage, der sie liebte, da. LOGAU 3, 180, 39. |
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Bd. 12, Sp. 883 LICHTESLIEBE, f.: die blume, die sich in der sonne gluthen in selger lichtesliebe selig trinkt. ARNDT ged. (1840) 215. |
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wie wir hier sichtbarlich erblicken, dasz das so helle lichtesmeer, das so viel millionen meilen, in unzertheilten strahlen, füllet, aus einer quell, der sonne, quillet. BROCKES 7, 331. vgl. lichtmeer. |
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du sonn in lichtespracht. FREILIGRATH dicht. 4, 131. |
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und du (seele), die in mir denkt, bist sonne; was du denkest, ist mehr als lichtesstrahl. HERDER z. litt. 3, 135. |
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