Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. 16 Bde. [in 32 Teilbänden]. Leipzig: S. Hirzel 1854-1960. -- Quellenverzeichnis 1971.
  LECKER, adj.  -  LECKERTRÜFFEL, f.   (Band 12, Spalten 483 - 487 )  
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKER, adj.

1) 
was zu lecken ist, köstlich, von vorzüglichem wolgeschmack, mhd. lecker: so mache zuom jüngesten ein klein lecker köstelîn. altdeutsches kochb. bei Haupt 5, 14; einem hungrigen, heiszhungrigen menschen einen leckern bissen dicht vors maul zu halten. EBERT bei LESSING 13, 173; man füttert ihn mit leckern speisen fast zu tode. GÖTHE 57, 231;

geh nun hin, und würge dir tauben, und hohle dir ferner
papageien zum leckernen (so) frühstück, nun seis dir erlaubet!
         ZACHARIÄ Murner in der hölle (1757) s. 14;

der apfel ist dein!
das leckere wuchs nicht für prinzen allein.
         BÜRGER 33a;

ja freilich, bei einem kindtaufschmause
wär solch ein hahn ein leckres stück.
         KOTZEBUE dram. sp. 1, 285;

nun schien die kost, so hart, so schmal,
ihm lecker, weich und gut.
         FR. KIND gedichte;

Bd. 12, Sp. 484

adverbial:

und sie erhoben die hände zum lecker bereiteten mahle.
         Odyssee 1, 149 u. öfter.

in bezug auf den reiz, den solche speisen üben, appetitreizend, appetitlich: der wunderliche geruch, den so mancherlei spezereien durcheinander aushauchten, hatte so eine leckere wirkung auf mich, dasz ich niemals versäumte, so oft ich in der nähe war, mich wenigstens an der eröffneten atmosphäre zu weiden. GÖTHE 18, 22. niederdeutsch heiszt es übertragen en lekkere deeren, ein niedliches mädchen. SCHÜTZE 3, 24.

2) 
jünger erst von menschen, die solche speisen lieben: lecker, delicatus, lautus, cupedipeta FRISCH 1, 592c; lecker sein, cibos delicatiores amare, delicatum esse. ebenda;

ein weib, so jung, so schön und säuberlich,
dasz selbst der leckerste der prasser
es schmausen möcht aus salz und wasser.
         BÜRGER 90a;

lecker leben, opipare vivere FRISCH a. a. o.; sich lecker halten:

frau Schnipsen hatte korn im stroh,
und hielt sich weidlich lecker;
sie lebt in dulci jubilo.
         BÜRGER 48a.

3) 
übertragen, wählerisch in bezug auf andere sinnenreize und geistige nahrung: wir, die wir von den spöttern armselige scribenten betitelt werden, haben auch bei unsern feinden den ruhm, dasz wir nicht lecker sind. LISCOV 49; etwas vorbringen, so die leckere und verwöhnte welt vor läppisch hält. ebenda; dasz alle bemühung, den beifall unserer leckern gelehrten zu erhalten, vergeblich sei. 76; die schaar der leckern und naseweisen schreiber verdoppelte ihre wuth. 80; in ansehung der schriften, die heraus kommen, bin ich überdem von natur so wenig lecker, als jemand in der welt. 105; je leckerer, je verdrieszlicher, je miszvergnügter mit sich selbst wird er. 543; die gelehrten sind, wenn sie gegen andere schreiben, in der wahl ihrer gegner ungemein lecker. 582; ich glaube, er meint, gott sei in verfertigung der ersten menschen eben so lecker gewesen, als unsere fürsten in ihren werbungen, welche wollen, dasz alle ihre soldaten von gleicher länge sein sollen. 702.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKERBISSEN, m. bissen für einen lecker, köstlicher bissen:

eins mals wolt (ich) essen leckerbissen.
         B. WALDIS Esop 4, 1, 209;

darher he ok somtids mit solken leckerbeten
heft van geschicklicheit mehr als sin herr gefreten.
         LAUREMBERG s. 12, 283 Lappenberg;

der ehrliche Treuenbrietzen wird vermuthlich keine leckerbissen liefern. KOTZEBUE dram. sp. 3, 208.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKERBISZLEIN, n. dim. zu dem vorigen: cupedie leckerbiszle, priesterköstichen DIEF. 163a; er will gern delicate leckerbiszlein haben. SCHUPPIUS 163.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKERBROT, n. brot eines bösewichts (nach lecker 3):

nicht lasz mein herz die sünden üben,
die unter groszen leuten sind,
wo schand und laster sich befind;
ihr leckerbrod lasz mich nicht lieben.
         OPITZ psalmen s. 261

(nach ps. 141, 4: neige mein herz nicht auf etwas böses, ein gottlos wesen zu füren mit den ubelthettern, das ich nicht esse von dem das jnen geliebt). -- Heute würde leckerbrot ein köstlich bereitetes brot bezeichnen.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKERBUBE,LECKERSBUBE, m. böser bube (vergleiche lecker 3): mitbuler, gutbettler, leckerbuben. FISCHART groszmutter 82; (Cinna) bracht vil leckerbuben auf. AVENTINUS 102; den falschen aposteln und leckerspůben. MELANCHTHON zu 2 Cor. 1; er werde sprechen, wir wärind leckersbůben. ZWINGLI 1, 313; bin ich von vier leckersbuben gefangen worden und wider meinen willen in disz schlosz geführet. Amadis 74; doch sprach sie zu jrem vatter, ausz einem falschen herzen: ach, möcht uns der leckersbub in unsern gewalt werden. buch d. liebe 23a; nun verstecken sich die leckersbuben auch darzu oder machen sich krank. FRONSPERGER kriegsb. 1, 112a;

in was gefärligkeit und nodt
uns bringt der schantlich läckers bůb.
         Daniel (1545) Vija.

in milderer bedeutung (nach lecker 2): es war ein mensch, der wardt von den linsen geheiszen der linsen bauer, ein schmarotzer und leckersbub. Bebelii facetiae teutsch (1589) 146b; im Baselbiet noch jetzt du läkersbueb, leise schelte. SEILER 185b. auch mit beziehung auf lecker 6, leckerhafter bube: es war bei meinen zeiten ain gaistlicher pauchvatter, ein patter .. derselbig bueb hat alle delicias, so muglich, et, ut paucis dicam, diffluebat. was soll ich sagen? er verschlueg an veldhuner

Bd. 12, Sp. 485

und vogeln, hernacher aber am gueten rindtflaisch, so kunten im die gueten schwestern kaine kleine conins mer geben, der leckers bueb hets vorhin alles ufgefressen und versucht. Zimm. chron. 2, 533, 16.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKEREI, f., nach lecker und dem verbum lecken, in verschiedenem sinne;

1) 
mutwilligkeit, wie sie ein junger laffe hat (nach lecker 3): das er die leckerei oder geilheit seines eignen fleisches mög undertrucken. KEISERSBERG seelenpar. 39a.

2) 
niederträchtigkeit, gesinnung und aufführung eines buben oder nichtswürdigen (lecker 2 und 3): läckerei, nequitia MAALER 260a; scurrilitas, leccacitas lecary, leckerie, leckereye, leckerey DIEF. 522a; leckerei, lenocinium, vulg. puberei, leckerei treiben, lenocinari. voc. inc. theut. m 2b; ich bin uberladen gewesen mit einem schalk; ich wont (glaubte) es wer ein doctor in der arznei, so ist es ein doctor in der leckery. Ulenspiegel s. 20 Lappenberg; so gefellt mir wol, dasz alle boszheit, leckerei und mutwill bald ein ende hat. PAULI schimpf 44;

Saul tet seim volk vil schwerer rach,
so was dein (Salomos) vater leckerlei (lies leckerei) vol,
du pist der dritt und hebst mer an,
dan diser keiner nie hat tan.
         fastn. sp. 536, 2.

3) 
leckerei, res gustu grata quam liguritores quaerunt. FRISCH 1, 592c als wort des gemeinen lebens und spottwort; die leckereien auf der tafel der reichen. leckerei als umdeutung von lackritze spalte 81.

4) 
leckerei, das verliebtthun (vgl. das verbum lecken no. 3, sp. 478):

er (Zephyr, als buler der Flora) läst sie auf den bunden auen
die pfänder seiner treu,
die zeugen seiner leckerei,
die kinder seiner liebe schauen.
         GÜNTHER 955.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKERESSEN, n. cibus opiparus, delicatus. STIELER 894.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKERGERICHT, n. leckerhaftes essen. pers. baumg. 6, 3.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKERGIER, f. appetit:

auch der pöckling schichtweis aufgefahren
reizt mit starkem durst die leckergier.
         J. FR. KIND gedichte.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKERGIERIG, adj.:

der lecker-gierig mund, der mäuglings-reden-nascher.
         H. M. MOSCHEROSCH bei RIST neue himl. lieder B III2.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKERHAFT, adj., wie das adj. lecker.

1) 
von speisen: eingehacktes und allerlei küdreckottfleisch, und dasselb also leckerhaft, das jeder die tappende tapen und zähen darnach lecket. Garg. 81a; leckerhafte speisen. pers. baumg. 6, 8;

wo man starks trank wil trinken nur
und essen leckerhafte speis.
         J. AYRER fastn. sp. 37d (2524, 23 Keller);

vom wein: der wein wird gesund sein, insonderheit so er leckerhaft und gut ist. FISCHART groszm. 131; übertragen:

wer ruhm und ehr erlangen wil, das leckerhafte gut,
hat sonst kein andres mittel nicht, als nur gehirn und blut.
         LOGAU 3, 92, 85.

2) 
von menschen: delicatus leckerhaft DIEF. 171c; du bist gar zu leckerhaft, nimium lautus es. STIELER 1105; indem sie (hindostanische kaufleute) solche (cirkassische mädchen) den leckerhaften reichen ihres landes zuführen. KANT 7, 418.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKERHAFTIG, adj.

1) 
wie leckerhaft: gott gibet uns nichts leckerhaftiges, es sei denn mit einer bitteren brühe vermischet. BUTSCHKY Patm. 385;

iszt speisz, die leckerhaftig sein.
         J. AYRER fastn. sp. 38a (2525, 17 Keller);

delicatus leckerhaftig DIEF. 171c; cupes, der gern gute biszlein isset, leckerhaftig, leckermaul KIRSCH cornuc.

2) 
nach der art eines leckers, schelmen: scurrilis leckerhaftig DIEF. 522a.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKERHAFTIGKEIT, f. liguritio. STEINBACH 1, 958; speisen von groszer leckerhaftigkeit; ein mensch von groszer leckerhaftigkeit.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKERHEIT, f. bübische art, verfahren eines schelmen: versetzt ain haus gen zwai burgern und sagt ir kainem von dem andern, das was ain grosze leckerhait. d. städtechron. 5, 15, 30; an dem tag geschach ainem burger ain leckerhait von ainem bueben, der was sein knecht. 270, 7.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKERIG, adj., wie leckerisch, nach art eines buben oder bösewichtes: abzukommen .. seiner unordentlichen neigungen, leckerigen bösen herzigungen und anfechtungen. KEISERSBERG seelensp. 38b; und also seint alle stät in diesem leben verbittert, das es dich nit reize und leckerig mach. evang. 1517 106b.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel 

Bd. 12, Sp. 486

LECKERIN, f. mulier lambens, lingens, ac omnia delibans et degustans. STIELER 1105; leckerin, parasita STEINBACH 1, 958.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKERISCH, adj. wie ein lecker, bube oder schalk, böse, nichtsnutzig: leckerisch, scurrilis. voc. inc. theut. m 2b; den leckerschen schalk. Ulensp. s. 15 Lappenberg; solche leckersche böszle (possen). Zimm. chron. 1, 439, 22; (es) muesze nur leckerscher und abentheuriger zugeen. 2, 504, 12; als sie (eine geile frau) so leckerisch und den munch gern nackendt gesehen. 3, 68, 4; es bedunkt mich billich sein ewer leckerische bossen anzuzeigen, damit jhr nicht allein ewer kranken betriegen, sondern auch newe schüler machen. PARACELS. chir. schr. 255 A;

sie bleiben in den alten joren,
wie sie in jugent seint erzogen,
leckersch, dibsch, und auch erlogen.
         MURNER schelmenz. 36b.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKERKNECHT, m. leckerbube, schalksknecht:

als die leckerknecht.
         B. RINGWALD l. w. 227.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKERLEIN, n.

1) 
kleiner oder geringer lecker, bube, bösewicht: demnach sihe mir nu an die schrift dieses leckerlins, Pauli tertii. LUTHER 8, 210b; das leckerle (dieser kerl). WALLENSTEINS briefe 44.

2) 
kleiner leckerbissen; in der schweiz. form leckerli kleiner gewürzkuchen: Basler leckerli. STALDER 2, 163. SEILER 185b; küchleinbacherin, goldspinnerin, leckerlebacherin. FISCHART groszm. 83.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKERLICH, adj. und adv. nach art eines leckers, buben, schalkes: scurrilis leckerlich DIEF. 522a; do warn vil böser und verdorbner weber, die fueren böslich und leckerlich von der stat und beschissen die. d. städtechron. 5, 52, 34; wir sollen euch als seinen hern (plur.) das ewer leckerlich abnemen und ir must uns vil gelts geben (worte eines aufrührerischen kriegsmannes). 10, 439 anmerk. 5; durch euer unsinnigs, ungeschickts, unkeuschs, unendliches, schentlichs, sundlichs, buebischs und leckerlichs leben. SCHADE sat. u. pasqu. 2, 100, 20;

wie leckerlich hast du uns beschissen!
         fastn. sp. 176, 18.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKERMAHL, n. leckeres mahl:

der abend musz ein leckermahl bescheren,
ein mahl, erheitert durch gespräch und wein.
         BÜRGER 19b.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKERMAUL, n. derber ausdruck für den nach leckeren speisen lüsternen mund:

denn vielen ist die welt zu klein,
ihr leckermaul recht wohl zu laben.
         Felsenb. 2, 448;

für den inhaber eines leckermauls: lecker-, nasch- et schleckermaul, cupedius, cupediosus STIELER 1255; deine festgedichte machen ein leckermaul aus mir. wenn ich sie zuerst hintereinander weglas, um mit dem ganzen bekannt zu werden, so lasse ich mir nun, zum frühstück, vor dem essen, nach dem essen, gegen abend und vor dem schlafengehen eins nach dem andern, oder wie sie sich greifen lassen, schmecken, dasz die lippen nicht wieder von einander wollen. ZELTER an Göthe 325.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKERMÄULCHEN, n. kleines leckermaul; als kosende schelte eines kindes: du leckermäulchen!
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKERMÄULIG, adj. ein leckermaul habend: darumb nehme uns nicht wenig wunder, da sie wissen, das uns kein anderer wein wechst, als etzliche fuder in der niedergrafschaft Catzenellenpogen, welche wir für unsern und unser kinder mund, auch vor frembde ettwa ufhalten, das sie so leckermeulig und damit nicht so wohl wie jene ehrliche leute .. zufrieden sein wollen. ROMMEL 5, 753. vergl. auch leckmäulig.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKERN, verb.

1) 
wie ein lecker, schelm verfahren:

verhovet (bezüglich höfischer sitte misraten), dem ist wol valscheჳ tiuschen kunt;
verhovet, daჳ leckert ze eteslîchen stunden.
         minnes. 2, 212, 194 Hagen.

2) 
jemanden einen lecker schimpfen: da ist er von jenem sehr herb angefahren, geschelmt, gediebt, geläckert, und noch anderst intitulirt worden. esels adel (1617) 93.

3) 
nach dem subst. lecker 7, den lecker haben, lüstern sein; in verschiedener fügung.

a) 
unpersönlich, es leckert einen: wer (wäre) disz leben on bitterkeit, so würd es uns erst leckern, so (indem) es leckert, so (obgleich) es das da uf erden ist vermischet mit bitterkeit. KEISERSBERG evang. 1517 106b; es ist uns lieber, dჳ diejenige, welche nach solcher speisz hungert oder leckert, dasz sie selbs unter die metzig gangen, zu nemmen wo es jnen gefallt, und es darnach in der jarkuchen jnen kochen und bereiten zu lassen, wie es jnen zum besten mundtet. FISCHART bienk. 80b.

Bd. 12, Sp. 487

b) 
reflexiv, sich leckern: si ureris, id est, habes stimulos carnis, pollutiones et tentationes, was leckerstu dich lang, so nimm jmmerhin ein weib. LUTHER tischr. 306b.

c) 
nach etwas leckern: einem von uns begunte der magen zu jucken, und seine zunge und bauch nach den früchten zu leckern. pers. baumgarten 6, 6; dasz der divan noch nicht im meszverzeichnisse steht, darüber ist man hier ergrimmt, indem alles darnach leckert. ZELTER in Göthe u. Zelter briefwechsel 3, 11.

4) 
zur lüsternheit reizen, lust erwecken: der rheinische wein und freibergisch bier leckert sie in der nasen. MATHESIUS Syrach 3, 30b. vergl. aber dazu lecken 5, sp. 481.

5) 
leckern, herrlich, leckerhaft leben (vergl. lecker 6): ich leckere, lautus sum, opipare comedo STEINBACH 1, 958 (nach STIELER 1105), sonst nicht bezeugt und wahrscheinlich nur wegen verleckern (s. d.) angenommen.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKERSACHE, f. näscherei, naschwerk: leckersachen, cupediae STIELER 1655.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKERSINN, m.:

(die buben) können ihren leckersinn
des honigs nicht entwöhnen.
         BÜRGER 89a.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKERSPEISE, f. pulpamentum, cupedia. STIELER 2079: gewöhnlich wird er (der fisch forelle) gesotten mit oel und essig oder citronensäure gegessen; ist aber auch gebraten eine leckerspeise. OKEN 6, 346; wie denn Groszmann in sechs unappetitlichen schüsseln alle leckerspeisen seiner pöbelküche dem schadenfrohen publicum auftischte. GÖTHE 26, 198.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKERSTAUDE, f. die legföhre, pinus montana, auch leckerte. NEMNICH 4, 980. vgl. dazu lackholz sp. 35.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  LECKERTRÜFFEL, f. tuber gulosorum, feinste art der trüffel.
 

 
LECKERadj.
  1) was zu lecken ist, köstlich, von vorzüglichem wolgeschmack, mhd. lecker: so mache zuom jüngesten ein klein lecker ...
  2) jünger erst von menschen, die solche speisen lieben: lecker, delicatus, lautus, cupedipeta Frisch ...
  3) übertragen, wählerisch in bezug auf andere sinnenreize und geistige nahrung: wir, die wir von den spöttern armselige ...
 
LECKEREIf.
   nach lecker und dem verbum lecken, in verschiedenem sinne;
  1) mutwilligkeit, wie sie ein junger laffe hat (nach lecker 3): das er die leckerei oder geilheit seines ...
  2) niederträchtigkeit, gesinnung und aufführung eines buben oder nichtswürdigen (lecker 2 und 3): läckerei ...
  3) leckerei, res gustu grata quam liguritores quaerunt. Frisch 1, 592c als wort des gemeinen ...
  4) leckerei, das verliebtthun (vgl. das verbum lecken no. 3, sp. 478): er ...
 
LECKERHAFTadj.
   wie das adj. lecker.
  1) von speisen: eingehacktes und allerlei küdreckottfleisch, und dasselb also leckerhaft, das jeder die tappende ...
  2) von menschen: delicatus leckerhaft Dief. 171c; du bist gar zu leckerhaft, nimium lautus es.
 
LECKERHAFTIGadj.
  1) wie leckerhaft: gott gibet uns nichts leckerhaftiges, es sei denn mit einer bitteren brühe vermischet. Butschky Patm. 385
  2) nach der art eines leckers, schelmen: scurrilis leckerhaftig Dief. 522a.
 
LECKERLEINn.
  1) kleiner oder geringer lecker, bube, bösewicht: demnach sihe mir nu an die schrift dieses leckerlins, Pauli tertii.
  2) kleiner leckerbissen; in der schweiz. form leckerli kleiner gewürzkuchen: Basler leckerli. Stalder 2, 163
 
LECKERNv.
  1) wie ein lecker, schelm verfahren: verhovet (bezüglich höfischer sitte misraten), dem ...
  2) jemanden einen lecker schimpfen: da ist er von jenem sehr herb angefahren, geschelmt, gediebt, geläckert ...
  3) nach dem subst. lecker 7, den lecker haben, lüstern sein; in verschiedener fügung.
  4) zur lüsternheit reizen, lust erwecken: der rheinische wein und freibergisch bier leckert sie in der nasen. Mathesius ...
  5) leckern, herrlich, leckerhaft leben (vergl. lecker 6): ich leckere, lautus sum, opipare comedo
 
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