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geh nun hin, und würge dir tauben, und hohle dir ferner papageien zum leckernen (so) frühstück, nun seis dir erlaubet! ZACHARIÄ Murner in der hölle (1757) s. 14; der apfel ist dein! das leckere wuchs nicht für prinzen allein. BÜRGER 33a; ja freilich, bei einem kindtaufschmause wär solch ein hahn ein leckres stück. KOTZEBUE dram. sp. 1, 285; nun schien die kost, so hart, so schmal, ihm lecker, weich und gut. FR. KIND gedichte; Bd. 12, Sp. 484 adverbial: und sie erhoben die hände zum lecker bereiteten mahle. Odyssee 1, 149 u. öfter. in bezug auf den reiz, den solche speisen üben, appetitreizend, appetitlich: der wunderliche geruch, den so mancherlei spezereien durcheinander aushauchten, hatte so eine leckere wirkung auf mich, dasz ich niemals versäumte, so oft ich in der nähe war, mich wenigstens an der eröffneten atmosphäre zu weiden. GÖTHE 18, 22. niederdeutsch heiszt es übertragen en lekkere deeren, ein niedliches mädchen. SCHÜTZE 3, 24. 2) jünger erst von menschen, die solche speisen lieben: lecker, delicatus, lautus, cupedipeta FRISCH 1, 592c; lecker sein, cibos delicatiores amare, delicatum esse. ebenda; ein weib, so jung, so schön und säuberlich, dasz selbst der leckerste der prasser es schmausen möcht aus salz und wasser. BÜRGER 90a; lecker leben, opipare vivere FRISCH a. a. o.; sich lecker halten: frau Schnipsen hatte korn im stroh, und hielt sich weidlich lecker; sie lebt in dulci jubilo. BÜRGER 48a. 3) übertragen, wählerisch in bezug auf andere sinnenreize und geistige nahrung: wir, die wir von den spöttern armselige scribenten betitelt werden, haben auch bei unsern feinden den ruhm, dasz wir nicht lecker sind. LISCOV 49; etwas vorbringen, so die leckere und verwöhnte welt vor läppisch hält. ebenda; dasz alle bemühung, den beifall unserer leckern gelehrten zu erhalten, vergeblich sei. 76; die schaar der leckern und naseweisen schreiber verdoppelte ihre wuth. 80; in ansehung der schriften, die heraus kommen, bin ich überdem von natur so wenig lecker, als jemand in der welt. 105; je leckerer, je verdrieszlicher, je miszvergnügter mit sich selbst wird er. 543; die gelehrten sind, wenn sie gegen andere schreiben, in der wahl ihrer gegner ungemein lecker. 582; ich glaube, er meint, gott sei in verfertigung der ersten menschen eben so lecker gewesen, als unsere fürsten in ihren werbungen, welche wollen, dasz alle ihre soldaten von gleicher länge sein sollen. 702. |
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eins mals wolt (ich) essen leckerbissen. B. WALDIS Esop 4, 1, 209; darher he ok somtids mit solken leckerbeten heft van geschicklicheit mehr als sin herr gefreten. LAUREMBERG s. 12, 283 Lappenberg; der ehrliche Treuenbrietzen wird vermuthlich keine leckerbissen liefern. KOTZEBUE dram. sp. 3, 208. |
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nicht lasz mein herz die sünden üben, die unter groszen leuten sind, wo schand und laster sich befind; ihr leckerbrod lasz mich nicht lieben. OPITZ psalmen s. 261 (nach ps. 141, 4: neige mein herz nicht auf etwas böses, ein gottlos wesen zu füren mit den ubelthettern, das ich nicht esse von dem das jnen geliebt). -- Heute würde leckerbrot ein köstlich bereitetes brot bezeichnen. |
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in was gefärligkeit und nodt uns bringt der schantlich läckers bůb. Daniel (1545) Vija. in milderer bedeutung (nach lecker 2): es war ein mensch, der wardt von den linsen geheiszen der linsen bauer, ein schmarotzer und leckersbub. Bebelii facetiae teutsch (1589) 146b; im Baselbiet noch jetzt du läkersbueb, leise schelte. SEILER 185b. auch mit beziehung auf lecker 6, leckerhafter bube: es war bei meinen zeiten ain gaistlicher pauchvatter, ein patter .. derselbig bueb hat alle delicias, so muglich, et, ut paucis dicam, diffluebat. was soll ich sagen? er verschlueg an veldhuner Bd. 12, Sp. 485 und vogeln, hernacher aber am gueten rindtflaisch, so kunten im die gueten schwestern kaine kleine conins mer geben, der leckers bueb hets vorhin alles ufgefressen und versucht. Zimm. chron. 2, 533, 16.
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Saul tet seim volk vil schwerer rach, so was dein (Salomos) vater leckerlei (lies leckerei) vol, du pist der dritt und hebst mer an, dan diser keiner nie hat tan. fastn. sp. 536, 2. 3) leckerei, res gustu grata quam liguritores quaerunt. FRISCH 1, 592c als wort des gemeinen lebens und spottwort; die leckereien auf der tafel der reichen. leckerei als umdeutung von lackritze spalte 81. 4) leckerei, das verliebtthun (vgl. das verbum lecken no. 3, sp. 478): er (Zephyr, als buler der Flora) läst sie auf den bunden auen die pfänder seiner treu, die zeugen seiner leckerei, die kinder seiner liebe schauen. GÜNTHER 955. |
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auch der pöckling schichtweis aufgefahren reizt mit starkem durst die leckergier. J. FR. KIND gedichte. |
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der lecker-gierig mund, der mäuglings-reden-nascher. H. M. MOSCHEROSCH bei RIST neue himl. lieder B III2. |
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wo man starks trank wil trinken nur und essen leckerhafte speis. J. AYRER fastn. sp. 37d (2524, 23 Keller); vom wein: der wein wird gesund sein, insonderheit so er leckerhaft und gut ist. FISCHART groszm. 131; übertragen: wer ruhm und ehr erlangen wil, das leckerhafte gut, hat sonst kein andres mittel nicht, als nur gehirn und blut. LOGAU 3, 92, 85. 2) von menschen: delicatus leckerhaft DIEF. 171c; du bist gar zu leckerhaft, nimium lautus es. STIELER 1105; indem sie (hindostanische kaufleute) solche (cirkassische mädchen) den leckerhaften reichen ihres landes zuführen. KANT 7, 418. |
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iszt speisz, die leckerhaftig sein. J. AYRER fastn. sp. 38a (2525, 17 Keller); delicatus leckerhaftig DIEF. 171c; cupes, der gern gute biszlein isset, leckerhaftig, leckermaul KIRSCH cornuc. 2) nach der art eines leckers, schelmen: scurrilis leckerhaftig DIEF. 522a. |
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Bd. 12, Sp. 486 LECKERIN, f. mulier lambens, lingens, ac omnia delibans et degustans. STIELER 1105; leckerin, parasita STEINBACH 1, 958.
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sie bleiben in den alten joren, wie sie in jugent seint erzogen, leckersch, dibsch, und auch erlogen. MURNER schelmenz. 36b. |
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als die leckerknecht. B. RINGWALD l. w. 227. |
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wie leckerlich hast du uns beschissen! fastn. sp. 176, 18. |
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der abend musz ein leckermahl bescheren, ein mahl, erheitert durch gespräch und wein. BÜRGER 19b. |
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denn vielen ist die welt zu klein, ihr leckermaul recht wohl zu laben. Felsenb. 2, 448; für den inhaber eines leckermauls: lecker-, nasch- et schleckermaul, cupedius, cupediosus STIELER 1255; deine festgedichte machen ein leckermaul aus mir. wenn ich sie zuerst hintereinander weglas, um mit dem ganzen bekannt zu werden, so lasse ich mir nun, zum frühstück, vor dem essen, nach dem essen, gegen abend und vor dem schlafengehen eins nach dem andern, oder wie sie sich greifen lassen, schmecken, dasz die lippen nicht wieder von einander wollen. ZELTER an Göthe 325. |
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verhovet (bezüglich höfischer sitte misraten), dem ist wol valscheჳ tiuschen kunt; verhovet, daჳ leckert ze eteslîchen stunden. minnes. 2, 212, 194 Hagen. 2) jemanden einen lecker schimpfen: da ist er von jenem sehr herb angefahren, geschelmt, gediebt, geläckert, und noch anderst intitulirt worden. esels adel (1617) 93. 3) nach dem subst. lecker 7, den lecker haben, lüstern sein; in verschiedener fügung. a) unpersönlich, es leckert einen: wer (wäre) disz leben on bitterkeit, so würd es uns erst leckern, so (indem) es leckert, so (obgleich) es das da uf erden ist vermischet mit bitterkeit. KEISERSBERG evang. 1517 106b; es ist uns lieber, dჳ diejenige, welche nach solcher speisz hungert oder leckert, dasz sie selbs unter die metzig gangen, zu nemmen wo es jnen gefallt, und es darnach in der jarkuchen jnen kochen und bereiten zu lassen, wie es jnen zum besten mundtet. FISCHART bienk. 80b. Bd. 12, Sp. 487 b) reflexiv, sich leckern: si ureris, id est, habes stimulos carnis, pollutiones et tentationes, was leckerstu dich lang, so nimm jmmerhin ein weib. LUTHER tischr. 306b. c) nach etwas leckern: einem von uns begunte der magen zu jucken, und seine zunge und bauch nach den früchten zu leckern. pers. baumgarten 6, 6; dasz der divan noch nicht im meszverzeichnisse steht, darüber ist man hier ergrimmt, indem alles darnach leckert. ZELTER in Göthe u. Zelter briefwechsel 3, 11. 4) zur lüsternheit reizen, lust erwecken: der rheinische wein und freibergisch bier leckert sie in der nasen. MATHESIUS Syrach 3, 30b. vergl. aber dazu lecken 5, sp. 481. 5) leckern, herrlich, leckerhaft leben (vergl. lecker 6): ich leckere, lautus sum, opipare comedo STEINBACH 1, 958 (nach STIELER 1105), sonst nicht bezeugt und wahrscheinlich nur wegen verleckern (s. d.) angenommen.
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(die buben) können ihren leckersinn des honigs nicht entwöhnen. BÜRGER 89a. |
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