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de ehte (achte) stein is ein carbunkel, de snahtes schînet und des dages is dunkel. HAUPT 10, 117; ir schwarze äuglin oftmals nennen, die wie der schön carfunkel brennen. SCHEIT grob. J 1a; der karbunkl ist fewrfärbig und scheinet dermaszen, dasz sein glanz so gar durch die nacht nit kan uberwunden werden. ALBERTINUS der welt tummel- und schauplatz (München 1612) 839; doch ich fühle schon erbarmen im carfunkel deines blicks. GÖTHE 5, 144; nieder spielet stern auf stern und smaragden durchs gesträuche tausendfältiger karfunkel. 5, 190, wie 'gefunkel'. 2) ein geschwür, schon lat. carbunculus, von der roten farbe der oberfläche: karfunkel oder karnöffel, anthrax. MAALER 240d; schadet es (das bad) auch allen denen so am carfunkel oder an der röte krank sind. PANTALEON beschr. von Baden 70; rotlauf oder carfunkel. 108. landsch. von beulen mehrerlei art, rotem ausschlag im gesicht: die karfunkeln am haarigen kinn. KOTZEBUE dram. spiele 1, 25; pack di vom ofen abe! hesch wieder niene ke platz gwüst? ischs der zwol und glusts di wieder no nem carfunkel? HEBEL 63; in Basel aber ein fieber STALDER 2, 89. 3) der brand im korn, rost am getraide; schweiz. seltsam verändert karfangel STALDER 2, 88 (dazu karfangeln sich verfitzen). |
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beim scheine des platten karfunkelgesichts (eines gnomen). MATTHISSON 143. |
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und eitel heuser gemauert darein, mit karfunkelstein und rubein. ROSENBLÜT, fastn. sp. 1143; Bd. 11, Sp. 213 du trostes mich als der stern mit seinem schein ... er ist so helle mit seinem schein, er geleichet dem edeln karfunkelstein. klopfan 15. jh., weim. jahrb. 2, 100; schwarzbraun, klar sind die euglein dein, sie leuchten wie karfunkelstein. Ambr. lb. 68, 20. 151, 20; und wie in dunklen grüften, das märchen sagts, karfunkelsteine leuchten. GÖTHE 9, 251. der karfunkelstein war mit sagen umgeben, er wuchs als heil- und zaubermittel im schädel des einhorns (Parz. 482, 29), wie andere im gehirn der kröte, im magen des kapaunen; eine alchymistische schrift von B. FIGULUS führt den titel: thesaurinella olympica, himlisch guldenes schatzkämmerlein, darin der hochgebenedeite carfunkelstein und tinkturschatz verborgen u. s. w. Frankf. 1608. Merkwürdig ist karfunkelstein im südwesten für rusz im kamin KUHNS zeitschr. 1, 20, rhein. KEHREIN 216, vgl. DÄHNERT 218b glänzen 'wie karfunkel vorm ofenloch'. |
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ein schön karfunklet hübsch gestirn. MELISSUS in ZINKGREFS Opitz 163. |
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(die bauern) so übermütisch, halsstarrig, prächtig, filzig und so karrig. ZACH. POLEUS, trag. v. der belag. Samaríae B iiij. wie fest die form war und wolbegründet, zeigt namentlich auch die form karigkeit für kargheit (s. d.). das macht denn um so mehr wahrscheinlich, dasz ahd., wo das wort sonst fehlen würde (die frühesten zeugnisse sind aus dem 11. jh.), charag lugubris GRAFF 4, 465 das da entsprechende wort ist, zu chara klage (s. karjammer). die bedeutungen scheinen zwar weit auseinander zu liegen: ahd. traurig (auch reuig, chara reue), mhd. listig (das ist die da herschende bed.), nhd. sparsam; aber wie von listig zum nhd. 'karg' die brücke zu finden ist (s. 2), so wol auch vom ahd. worte aus. das ags. scheint sie zu bieten, da ist zu cearu (engl. care sorge) cearig auszer traurig (GREIN 1, 158) auch besorgt, ängstlich (selbst 'cautus' ETTM. 381), und das alles ist noch heute im engl. volksm. chary erhalten: careful, scrupulous, cautious HALLIWELL 241b, und sogar 'sparing', sparsam, karg, so dasz die bed. sich dort drüben auf eignem wege entwickelt hat wie bei uns: angstvoll, ängstlich, vorsichtig, listig, auf den eignen vortheil bedacht. einen etwas andern eignen gang hat das wort im nord. genommen; für isl. kargr gibt BIÖRN auszer tenax auch piger, ignavus (ganz wie unser arg in alter zeit, s. 1, 545 fg.) und contumax, hartnäckig; für dial. schwed. karg RIETZ 309a auch emsig (das streift an nhd. karg 2, a), und streng, hart, scharf, er führt auch schon altschwed. karger geizig, karughet kargheit an (diesz 'karug' wie karig vorhin). die mhd. bed. schlau erhielt sich auf ital. boden, da ist gargo noch verschlagen, tückisch, piemont. aber gargh träge, wiei sl., s. DIEZ 406, vgl. 306, und dazu wol 'kargelaiche (adv.) pianamente' SCHMELLERS cimbr. wb. 134b. 1) Die bed. listig, klug zeigt sich noch im 15. jh., z. b. im Neidhartspiel; da macht Neidhart den bauern einen schlaftrunk, den er für Sant Johanns minne ausgibt, gesegnet gegen alle krankheit, ein bauer sagt beglückt: got dank euch, herr, ir seit kark, der wein ist guot und auch stark, er gevelt uns allen wol. fastn. sp. 432, 31, etwa 'ihr seid ein tausendkünstler' (vgl. klug 7 von zauberkunst); es wird bei gutem aufachten mehr zu finden sein. der übergang zur folg. bed. geschah ebenso bei kündig, schlau und karg, und bei klug selbst (8). 2) Knauserig, unfreigebig. a) den übergang wird die habsucht vermittelt haben, die schlauheit auf erwerb gerichtet; diesen übergang lassen manche mhd. stellen erkennen, z. b. wenn BERTHOLD 49 (151, 37) den Salomon als genauen wirtschafter 'wîse und karc' nennt. von geschäftsmännern oft: si wâren zwêne mære karge wehselære, und entlihen ûჳ ir varende guot ... Iwein 7190; liegen triegen sint sô karc, si machent von dem pfunde marc. FREIDANK 167, 20; Bd. 11, Sp. 214 ze koufe listic unde karc. Flore 1539; dirre phaffe ist ein karc man daჳ er sus guot bejagen kan. pf. Amis 803; Dienstumbsust ist gewinnes karc. HELBLING 2, 102. im Freidank 86, 10 ff. setzen die hss. des 14. jh. gern karc statt arc, das mhd. diese bed. trug und sich dem arc ja so leicht unterschob; auch werden gern arc und karc in dieser bed. verbunden, z. b. bei FRAUENLOB spr. 194, 2 ir kargen argen zagen, oder im reime, wie beim MEISNER MSH. 3, 102 (leseb. 688, 23. 25), im pass. K. 211, 15. 16, bei HELBLING: diu Milte sprach 'vrou Erge, waჳ hilfet iuwer kerge?' 7, 795. aber karc allein gilt schon für filzig z. b. im pass. K. 140, 33. b) es ist nun gegensatz von mhd. milte, zurückhaltend im geben, genau, haushälterisch, mit geizig noch nicht völlig zusammenfallend: karg, parcus, sparsimonicus. voc. inc. teut. m 8a. karger, gnawer, 'unmilter' voc. theut. 1482 q ia. karg und häbig, vast kündig, deparcus, avarus, tenax, parcens sumptui. MAALER 240d, er stellt aber auch schon zusammen geitig und karg, karger, geitiger und zäher mensch. aber noch bei STIELER 930 'frugalis, attentus ad rem', dann auch 'avarus', erzkarg, blutkarg. bei FRISCH 1, 501b: 'vor alters sorgfältig in ausgaben, rathsam, endlich da man mit karg das häszliche geizig gelinder geben wollte, ist es fast ein synonym mit geizig geworden'. das ir seit der aller gröszt wuchrer und der aller kergst vilz genant. fastn. sp. 650, 24; so ist einer ain filz kark. 653, 2; sint mir eur leib ist all zu kark (mit liebesgunst), so musz ich zu einer milten gan. 661, 11; bist du von art oder gewonheit karg, ein zucher und hebig, so thůn dir gewalt an, gib almůsen, bisz rilich, so gewonst du sein und würt dir leicht. KEISERSBERG irrig schaf (1510) C 2a; und nit als der fuchs neidig und karig seiest. STEINHÖWEL (1555) 49, der fuchs heiszt mhd. karc listig z. b. welsch. gast 10923; der reiche karrige frasz der in wollust lebet. LUTHER tischr. 384a, also von geizig weit verschieden; eim lauser stehets nicht wol an das er reich ist, und was sol geld und gut einem kargen hunde? Sirach 14, 3; einen kostfreien man loben die leute .. aber von einem kargen filze redet die ganze stad ubel. 31, 29; in ihrer begrebnis seind si fast karg (sehr sparsam), in gschmuck irs leibs überflüssig (verschwenderisch). FRANK weltb. 193a; die theur zeit (in?) deren wir so karg solten sein. 23a; und thut gleichwie die karge füchs, verwart das gold, und gnieszt sein nichts. FISCHART flöhhatz 786 Sch.; die reichsten seint die kärchsten zahler. J. AYRER 2, 275a; die junge Dorilis ist gar zu karch in gaben. G. FINKELTHAUS bei FLEMING 597; welcher ausgäbiger ist in einem, ist vonnöten dasz er mäszig, karg und häuslich in einem andern seie. SCHUPPIUS 739, sparsam; dasz er in der gesellschaft nicht wollte vor karg angesehen werden. CHR. WEISE erzn. 19, schäbig, lumpig. GRIMMELSHAUSEN unterscheidet es ausdrücklich von geizig: karg, genau, hausräthig und sparsam sein ist löblich und stehet einem christen sehr wol an, aber gar zu geizig sein .. ist eine gräuliche und abscheuliche sündenthorheit. Simpl. 1, 352. so noch CHR. WOLFF: wer weniger ausgiebet als die nothdurft, der wolstand und ein zulässiges vergnügen erfordert, der ist karg. vernünftige gedanken von der menschen thun und lassen Halle 1720 s. 353, aber geizig ist ihm s. 336 richtig noch geldsüchtig, s. 377 nennt er recht bezeichnend den geizigen auch karg, insofern er ausgaben scheut. das haushälterische ist jetzt darin vergessen, es näherte sich immer mehr dem geizigen, das ihm seinerseits entgegenkam (urspr. nur habgierig), indem man es auch aufs ausgeben bezog. c) jetzt ist karg fast mehr dichterwort als ein wort des alltäglichen lebens, mehr bildlich gebraucht als eigentlich: so will mich auch so gar der karge tod nicht haben, aus furcht, er möcht an mir mehr schimpf als fleisch begraben. GÜNTHER 771, offenbar ganz für geizig, d. h. gierig, und das ist zu tadeln; ein betrübter esel heulte, weil des schicksals karge hand ihm nicht hörner zugewandt, die sie doch dem stier ertheilte. HAGEDORN 2, 31, diese 'karge hand' (wie milde, freigebige) ist sehr gewöhnlich: und wer weisz, ob aus des richters karger hand nicht schon die letzten tropfen für mich fallen. SCHILLER 294a. Bd. 11, Sp. 215 an worten karg, verschwendrisch in gedanken. HAGEDORN 1, 94, jetzt meist kurz wortkarg. schon bei KEISERSBERG so: bis karg in worten, als ein karger in dem gelt uszgeben. narrensch. 111a, s. auch karglaut; er hütet ihn (den geldkasten) mit karger hand und wacht wenn andre schnarchend liegen. GELLERT (1784) 1, 50; du hungerst karg, ich hab es durchgebracht. 1, 51; kein murren über karges glück. GÖKINGK 3, 125; bürgerglück wird dann versöhnt mit fürstengrösze wandeln, der karge staat mit seinen kindern geizen. SCHILLER 279a, hier noch (wie geizen auch) haushälterisch, sparsam. d) karg (wie freigebig) mit etwas: mein freund, sage ich, ich war immer karg mit diesem titel. LESSING 1, 516; so war er (mein vater) dagegen nicht karg mit anschaffung solcher dinge, die bei innerm werth auch einen guten äuszern schein haben. GÖTHE 24, 239; jetzt bin ich selbst mit lob so karg, als ein geborner Aristarch. GOTTER 1, 452; ich habe nie mit menschen karg gethan. KÖRNER 1, 163; die götter thun mit dieser herrlichsten der herrlichkeiten gegen menschen karg. SCHILLER 15a. gewöhnlich so karg gegen einen: ihre reize zogen ihn an, sie war nicht karg gegen ihn (mit ihrer gunst). GÖTHE 20, 67. dichterisch auch mit dativ: du bist, o karger, mild und nicht karg deinem sohn, denn er kriegt desto mehr, wenn du must einst davon. LÖBER Owenus 3, 127; (ich bin) karg nur mir allein. GÖKINGK 3, 120; ihre (der natur) kinder sind ohne zahl, keinem ist sie überall karg, aber sie hat lieblinge an die sie viel verschwendet. GÖTHE 50, 5. e) sprichwörtlich: und werdent ie elter und ie erger und ie rîcher und ie kerger. MONE schausp. des m. 1, 312; so wird die welt immer je lenger je erger und kerger. MATHESIUS Sar. 24b; je langer je ärger, je alter je kärger. LEHMANN 16; karger arger SCHOTTEL 1144a, arg und karg von jeher gern gebunden, s. 1, 546; besser ist dienen einem reichen kargen als willigen armen. LEHMANN 146; die reichesten sind die kärgsten. STIELER 930. 3) Vom geber übertragen auf die gabe, knapp, ärmlich, schlecht: da aber im etwas kärger, denn er wuszte gewöhnlich sein, gegeben wurde. KIRCHHOF wendunm. 455a, das steht gerade auf dem übergange: karg sein im geben, karg geben, karge gabe. vielfach im adv., wofür jedoch kärglich beliebter, z. b. karg ausstatten, karg (knapp) messen: hast du so eilig? wie? ist deiner jugend die zeit so karg gemessen dasz du sie an deinem alten oheim muszt ersparen? SCHILLER 525a. 'karg zugemessen' wird zu 'klein': dieser karge thautropfe zeit, schon ein traum von Ferdinand trinkt ihn wollüstig auf, ich entsag ihm für dieses leben. SCHILLER 184a; so sauer ringt die kargen loose der mensch dem harten himmel ab. 47a; läszt nun der fels sich angegrünt erblicken, die ziege nimmt genäschig kargen theil. GÖTHE 41, 225; was stutzt ihr? seht den schlecht verzierten sarg, auch das gefolg scheint euch gering und karg. 13, 139; bei der lampe kargem schein. KÖRNER 1, 116; wie grosz war diese welt gestaltet so lang die knospe sie noch barg, wie wenig ach! hat sich entfaltet, dies wenige wie klein und karg! SCHILLER 48b; mit karger rede kaum erwiderst du des bruders liebesworte. 494b; sah über die gefurchte wange mir langsam herab die karge thräne quillen. ANNETTE V. DROSTE ged. 98; vertraut mit der welt seiner visionen wird Dante in seinen kargen (knappen, wortkargen) beschreibungen oft unverständlich. BÜRGER; karge zeilen, kurze, knappe. J. PAUL Fibel 206; karges lob, sparsam ertheiltes; und überheben möcht ich mich des kargen menschenseins. PLATEN 54, des beschränkten, kleinlichen, leeren. karge ausstattung, karge mahlzeit; karges auskommen, ein karges leben führen, kargen lohn bekommen, doch ist auch fürs adj. kärglich jetzt gebrauchter, oder man sagt knapp, schmal, ärmlich u. ä., auszer in poesie. Bd. 11, Sp. 216 4) Endlich von der gabe übertragen auf den begabten, dichterisch zuweilen: derselbe war nun wol gar elend, arm und karg an herzen, aber reich an knochen, fleisch (gedr. fleisz) und mark. DIETRICH V. D. WERDER Ariost 16, 34, 3, 'karg begabt', zugleich die alte aussprache kark im nom. (vgl. unter kargheit); der tichter sind genug, was aber sind für sachen die sie durch ihren geist verewigt sollen machen? was gut, ist ziemlich karg an tichtern und an sachen. LOGAU 3, 10, 75, das gute ist karg bedacht, ziemlich gleich 'arm'; so, wenn geschäftiger ameisen scharen, dem kargen winter nahrung aufzusparen, den weizenberg zu plündern glühn. SCHILLER 42b; die zeit ist schlimm, die welt ist karg, die besten weggerafft, die erde wird ein groszer sarg der freiheit und der kraft. KÖRNER leier und schwert 28. In der steigerung ist der umlaut schwankend, kärger und karger, jenes tadeln ADELUNG, CAMPE mit groszem unrecht. |
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schund und karget also all stund. H. SACHS 4, 3, 92c; des musz ich erst kargen und sparen. 5, 337a; ein geiziger darf (wagt) sich von seinem eignen brot nicht recht satt essen, kargt und spart alles trawrig zusammen. KIRCHHOF wendunm. 180a; dieser daheim so filzet und karget. 182b; wie ein grosz laster und sund es fur gott ist kargen, ausz gelt und gut einen abgott machen. 216b; dann es ja ubel gesparet, wo man an seinem leibe karget und hernach dem arzt musz in den seckel bohnen. PHILANDER (1650) 1, 258; krieg hat der männer zahl gemindert und menschenwachsthum sehr verhindert: ihr weiber sollt, hier rath zu schaffen, die sinnen recht zusammen raffen und euch fein rund und kurz erklären, ob ihr stets zwilling wolt gebären, sonst oder (oder sonst) männern nicht verargen dasz sie nur nicht (nicht blosz) mit einer kargen LOGAU 3, 5, 55; dieser kratzet, scharret und karget. Leipz. avant. 1, 170; er kargt vor lachende erben, vieles geld zusammen kargen. STEINBACH; das kargen mit der baarschaft des lebensgefühls. KANT 10, 168; welcher .. ihr seine neigung, mit der er sonst sehr kargte, leidenschaftlich zugewendet hatte. GÖTHE 26, 170. STIELER 930 trennt haushälterisch sein und geizig sein, dazu nennt er abkargen, einkargen, erkargen, vorkargen, zerkargen u. a. |
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der schlimmste geiz ist der, der sich mit kargheit paart. LICHTWER recht der vernunft 70, mit genauer einhaltung des u. karg 2, b angegebenen unterschiedes; macht nicht 'karger verehrer der götter' (Horazens parcus deorum cultor) einen sehr schönen sinn, wenn man überlegt, dasz ein heide in erwehlung schlechter opfer und in ihrer seltenheit eine sehr unheilige kargheit verrathen konnte? LESSING 4, 35, im ersten druck (schriften 1754 3, 78) steht aber vielmehr noch karkheit, wie im 15. jh. DIEF. 577a. 412c und wie vielfach noch gesprochen wird, nach alter regel; ohne kargheit billige wünsche (nach reformen) zu befriedigen, bevor diese nur ausgesprochen würden. DAHLMANN franz. rev. 200. mhd. karcheit ist schlauheit, im heutigen sinn karkeit Renner Bamb. ausg. 235b, Freid. 87, 17 var. Bemerkenswert karigkeit, von karig, bei WAISSEL chron. alter preusz., lifl. und curlend. historien (Kön. 1599) 82: auch war er der erste der da aufbrachte das man den brüdern des fischtages stockfisch zu essen gab, das thet er um groszer karigkeit willen. so kargkeit DIEF. 412c, DASYP., im 15. jh. auch karigkeit DIEF. 577a. im gewöhnlichen leben jetzt eher kargthun, n. |
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Bd. 11, Sp. 217 KARGLAUT, adj. wortkarg, gebildet wie das ältere kleinlaut: liebst du runden gediegnen sinn, so bist du karglaut und setzest da der wörtlein nur etliche, wo andre ganze lange zeilen daher laufen lassen. KLOPSTOCK 12, 151; sei doch nicht so karglaut. BÜRGER 308a; Menelaos redete rundweg, sparsam, doch sehr stark, denn er war gemeiniglich karglaut. 209a (Il. 3, 214); warum seid ihr heute so karglaut? TIECK ges. nov. 6, 298. scheint von KLOPSTOCK aufgebracht. auch VOSS brauchte es gern. |
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nichts ist kärglicher als die erkenntlichkeit. HAGEDORN. kärgliches auskommen, kärgliche besoldung; er hat ein kärgliches, kümmerliches, ärmliches aussehen; wir hatten nur eine kärgliche nachlese. im alltagsleben gebrauchter jetzt als karg, meist in der dritten bedeutung von karg. 2) adv. kargclich parciter. voc. inc. teut., karglich, kündiglich, avare. MAALER 240d; kärglich leben STEINBACH, kärglich geben FRISCH; sich kärglich behelfen müssen; wer da kärglich säet der wird auch kärglich ärnten. 2 Cor. 9, 6; alte leute die nit kärglich zu ihnen sappen (unter unmöglichen dingen). FISCHART groszm. 54 (587 Sch.); so kärglich theilt die zeit die guten stunden ein. GÜNTHER 803; in Ulphila findest du den ersten quell der sprache, aber er flieszt nur kärglich, denn nur wenig überbleibsel haben wir gerettet. KLOPSTOCK 12, 156. |
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eins (rad) ist eine schiebkarre, zwei eine karjole. MÜLLENHOFFS schlesw.-holst. sagen 305; die göttermagd (Aurora) im karriol. PFEFFEL 3, 165; den weg lang krimmeln un wimmeln kutsch' und karjol' un damank stöhlwagen. VOSS de geldhapers 159. Dazu kariolen, karjolen, rasch fahren, thür. auch karölen: bei solchem weg karjolt kein fuhrmann aus dem orte. VOSS 6, 126. In Baiern, Österreich, Ungarn fahren carriolposten zwischen kleinern stationen. Bei DENZLER aber kariol für scariol, scariola. |
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Bd. 11, Sp. 218 KARJOLEN,KARJÖLEN, jauchzen, juchzen, besonders von jauchzendem grellem gesang, nd.: weest du den lustigen swier, den de pucklige Maz mit dat hackbrett lezt so kräftig karjölde? VOSS musenalm. 1778 s. 225 in de geldhapers, später krijölede (1825. 2, 81); der wächter stiesz ins horn, um ein verjährtes brautlied aus der rauhen mummenkehle zu karjöhlen. MUSAEUS 4, 62 (5, 24). götting. karjölen, krajölen, hamb., osnabr., brem. krijölen, krijölken, braunschw. krajaulen, westf. krajåilen, kriölen, hannöv. krjeulen FROMM. 5, 153, thür. sächs. kröhlen, krehlen. jölen, jolen ist auch hd. (KEISERSBERG), das kar- erinnert an das gleiche im vorigen wort; vgl. auch kajinken, krakeelen, kreiieren. |
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| KÄRGLICH |
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