Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. 16 Bde. [in 32 Teilbänden]. Leipzig: S. Hirzel 1854-1960. -- Quellenverzeichnis 1971.
  QUELLER, m.  -  QUELLPUNKT, m.   (Band 13, Spalten 2351 - 2352 )  
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLER, m.

1) 
einer der quellt (s. das zweite quellen), macerans, proluens STIELER 1493.

2) 
nd. name verschiedener grasarten SCHILLER-LÜBBEN 3, 402a. STÜRENBURG 190a. PRITZEL-JESSEN 611b; ein theil des anwachses (in marschländern), der noch nicht reif ist und eben erst zu 'begrünen' anfängt. BENZLER 2, 54. vgl. das erste quellen 5.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLERZ, n. was rasen-, wiesenerz.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLFLUSZ, m.: die quellflüsse des Nils, die Nilquellen. BECKER weltgesch.4 1, 25. DÜMICHEN Aeg. 1, 6.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLFLEISCH, n. leicht abgesottenes, gequelltes schweinefleisch VILMAR 226.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLFLUT, f., vgl. quellenflut:

tückischer grund mit süsz' aufwallender quellflut (quellwasser
STILLING).
         VOSS Georg. 2, 243.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLGAST, m. einen gesundheitsbrunnen aufsuchender gast: als man, verwegen genug, den felsen, aus welchem der neubrunnen (in Karlsbad) entspringt, abarbeitete, mehrern raum und bessern zugang für die quellgäste zu gewinnen. GÖTHE 51, 33.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLGEBIET, n. was quellengebiet, -bezirk: quellgebiet des Oxus und Jaxartes. HUMBOLDT kosmos 2, 146; übertragen nach quelle 3, d: dennoch hatte ich immer die überzeugung, dasz das reichste und in vielem sinne das heilsamste quellgebiet poetischer stoffe in der gegenwart liege. FREYTAG ges. werke 1, 255.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLGEBIRGE, n., vgl. quellengebirge:

(diese weise) wird ihm nachgesungen
von des Rheines quellgebirgen
zu der Nordsee wogengürtel.
         G. KELLER ges. ged. 459.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLGEIST, m. quellender, schaffender geist (s. quellen 1, 2): die sieben quellgeister in der göttlichen kraft. BÖHME morgenr. cap. 8, 23; ein jeder quellgeist in der himmlischen natur hat aller quellgeister ahrt und eigenschaft an sich. 22, 87 f.; mangel an leben und quellgeist. LAVATER fragm. 2, 1, 13.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLGEKICHER, n.:

ein einsam wiesenthal!
kein ton als quellgekicher.
         FREILIGRATH (1870) 3, 88.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLGEMURMEL, n. was quelle-, quellengemurmel:

von stolzer höhe siehst du auf das volk,
vor deinen füszen wogt die bunte menge,
und unser glück und leiden dringt nur leise
wie fernes quellgemurmel dir zum ohr.
         FREYTAG ges. werke 3, 135.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLGERÄUSCH, n.:

(wenn) nicht das quellgeräusch und nicht das flüstern
im kastanienhain uns mehr begrüszt.
         J. G. JACOBI 3, 241.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLGERIESEL, n., vgl. quellengeriesel:

er hörte keine stimmen als das mannigfaltige rauschen
des windes .. oder quellgeriesel.
         J. G. JACOBI 4, 22;

die duft'gen ranken,
die schwer vom blühnden schmuck ins quellgeriesel sanken.
         SCHULZE Cäcilia 5, 38.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLGESCHLECHT, n.:

(wir frösche,) des sumpfs quellgeschlecht.
         VOSS Arist., die frösche 212.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLGETÖN, n.:

(ein gärtlein,) voll rosenhecken und voll quellgetönes.
         A. GRÜN ges. werke 3, 237.
 
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Bd. 13, Sp. 2352

QUELLGETRÄNKT, partic., vgl. quellentrunken:

wo nachtigallenmelodien
aus quellgetränkten frühlingsbüschen schallen.
         RÜCKERT 2, 310.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLGRAS, s. quellengras.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLGRUND, m. quelliger grund, naszgalle WEBER öcon. lex. 431b. vgl. quellengrund.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLHAFT, adj. was quellbar, quellig STIELER 1493, vgl. quellenhaft.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLICHT, s. quellig.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLIG, s. quälig.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLIG, adj.

1) 
als quell flieszend, ein quelliger brunne = queckbrunne:

(ein becken,) dâ sol waჳჳer inne sîn
eines quellegen brunnen.
         VOLMAR steinbuch 681 Lambel.

2) 
quellen oder quellende feuchtigkeit in sich habend, scaturiens, scaturiginosus, quellicht STIELER 1493: quelliger boden NIEBUHR 1, 432. 3, 654. GÖTHE 16, 226. 233, quellige felder 30, 108. 43, 143;

(dort) findest du voll ausströmend des quelligen felsengeklüftes
klare flut.
         VOSS ged. 6, 328;

(sie wohnten) am abhang des quelligen Ida.
         Il. 20, 210, vgl. 15, 152.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLKARTOFFEL, f. zum sieden besonders geeignete, auch gesottene, gequellte kartoffel VILMAR 309.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLKORN, n. gequelltes korn, ostpreusz. sei hewwt e quellkorn verschluckt, sie ist schwanger FRISCHBIER 568; quälkorn was amelkorn, triticum spelta NEMNICH 2, 1493. brem. wb. 3, 393 ('eine art getreide, das sehr ins kraut wächst und daher, ohne der erndte zu schaden, verschiedene mahl zum futter für das vieh abgemäht werden kann', s. quelen 1, 5).
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLLAND, n. quellen von flüssen enthaltendes land: die quellländer des Nils. DÜMICHEN Aeg. 1, 10.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLMEISZEL, m. in enge wunden gebrachter meiszel (3), um sie durch das aufquellen desselben zu erweitern: ist die wund eng, so lůg das du sie weiter machest ... mit quellmeiszeln. GERSDORF feldb. der wundarznei (1528) 30; were das loch aber zů eng, mach es weit mit quellmeiszelen. BRAUNSCHWEIG chir. 22; die wundarzt machen ihre quellmeiszel daraus (aus der enzianwurzel), die enge wunden zu erweitern. TABERNAEMONTANUS 1103b.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLMOOR, n. quelliges, versumpftes moor WEBER öcon. lex. 431b.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLMOOS, s. quellenmoos.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLOPFER, n. an einer (heiligen) quelle dargebrachtes opfer. F. DAHN Attila 64.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  QUELLPUNKT, m. punkt aus dem etwas (zunächst eine quelle) entspringt: die eigentliche Nilquelle, als welche wir doch wohl den fernsten quellpunkt des fernsten seiner quellflüsse betrachten müssen, ist bis jetzt noch nicht ermittelt. DÜMICHEN Aeg. 8; die dunkeln und hellen punkte (bei entoptischen erscheinungen) sind wie quellenpunkte anzusehen, die sich aus sich selbst entfalten. GÖTHE 55, 20; das elektrische ... ist für uns ein nicht, ein null, ein nullpunkt, ein gleichgültigkeitspunkt, der aber in allen erscheinenden wesen liegt, und zugleich der quellqunkt ist, aus dem bei dem geringsten anlasz eine doppelerscheinung hervortritt. 52, 300; diesen quellpunkt, wenn er, im menschen cultivirt, ins leben, zur öffentlichkeit gelangt, nennen wir pietät, wie die alten. 46, 98;

ist nicht jedes wesen im ungeheuren all
ein golddraht, abgeleitet
von aller wesen quellpunkt?
         SCHUBART (1825) 1, 322.
 

 
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