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Bd. 11, Sp. 1450 2) er hatte einst grosze geltung im lande. a) als heimische würze der speisen, als zuessen, als heilmittel, schutzmittel gegen zauber und böse wesen (myth. 1031 fg., vergl. 422 anm., und schon Odyss. 10, 305 als solches schutzmittel μωλυ, im späteren griechisch ein knoblauch), sodasz ihm sicher heiligkeit beiwohnte (von heiden angebetet Barlaam 265, 22 Pf.): und sollen die gerichtsherrn oder schultheiszen (bei der gelegenheit) geben brodt und knolaichs genug. weisth. 2, 196, vom Hundsrück 1549; der schultheis, so dჳ brodt und knoloich giebt. das.; dat irste gericht sall wesen rintfleisch mit deme knofelouche zwein vinger breit boven die schoitel (über die schüssel). 2, 779, man bemerke den bestimmten art., wie im folg.; es saszen (setzten sich) etlich reuter frisch daselbst zusamen an den tisch, aszen ihr brot, darneben auch den knobelauch nach landes brauch. FISCHART flöhhatz 1610 G iiij (GÖDEKE eilf bücher d. d. 1, 179a); wie alles alber (einfach) war, wie ihre weisheit noch nach aller mäszigkeit, nach blei und knobloch roch. OPITZ 2, 272; wann man rettich oder knoblauch mit salz zum brod hat, so soll man damit prangen und sich einbilden, es schmeckte nichts bessers in der welt. Simpl. 1713 3, 128, recept zum reich werden; man kan ja (statt der fremden gewürze) die speisen mit salz, coriander, kümmel, majoran, timian, salbei, meerrettig, knoblauch, zwiebeln und solchen sachen genugsam schmackhaft machen. 3, 137; der knoblauch ist der bauren theriack. RÄDLEIN 551a, schon mhd. bei MEGENBERG 384, 5; knoblauch, die zwiebel zu vertragen, vertreibet den geruch hinweg. WECKHERLIN 810 (epigr. 45). b) ein sprichwort von knoblauch und zwiebel: aber es gehet inen wie man spricht 'zwibbeln tragen sie hin, knoblauch bringen sie wider', in irem ungewissen wahn laufen sie hin, in demselben komen sie wider. LUTHER 6, 127a; trag knobloch usz und bring zwibel wider. SOLTAU 1, 255; haben knoblach getragen aus, bringen zwiefel wider zuhaus. H. SACHS 2, 4, 50d; zwiefel ausz und knoblauch heim tragen. 2 (1590), 4, 39b. 82d. 3 (1589) 1, 4d, es ist wie wer einen narren schickt dem kommt ein thor wieder SIMROCK 7347 (der narre ein tôre dannan gie BONER 92, 88), vgl. u. gagag 2. zur erklärung des sprichworts erzählt man z. b. am Rhein eine geschichte, s. SIMROCK märchen 321. c) eine redensart bringt ihn mit dem h. Christoph in verbindung: wie etlich bildstürmer im Niderland, welche als sie ainem uberaus groszen stainenen Christoffel nicht die klainste zähe am fusz mochten abhacken, vil minder im ainen knoblauch aus der täschen zwacken, da schriben sie für ein salvaguardi einen zedel daran u. s. w. FISCHART podagr. trostb. 655 Sch.; wenn einer so klein ist, dasz man ihn in S. Christoffs täsch zum knobloch könt stecken. LEHMAN flor. 1, 463, er wurde also als zukost vorrätig in der reisetasche getragen. bei wettläufen ward knoblauch als scherzhafter siegeslohn dem verlierer gegeben: thut wie die, so um ein gabe rennen, der erste der bekompt die gabe, der letzte aber knobloch. des esels adel und der sau triumf (1617 o. o.) 143. d) knoblauch von einem schmause, für knoblauchsessen (vgl. knoblauchsgast): befahlen mir bald i. f. g. im beisein der jungfrau, ich sollte in 14 tagen den knobloch anstellen. SCHWEINICHEN 1, 340, hier als verlobungs- oder hochzeitschmaus; hat mir hr. Kreiselwitz einen knoblauch gemacht. 3, 279; demnach i. f. g. mit mir um einen knobloch zu machen spielten. 2, 327; spielten i. f. g. um einen knobloch. 1, 340. e) ein schles. sprichwort der knoblauch blüht, er will hêtel (hêt haupt) tragen braucht man bei übergroszer lustigkeit, die als vorbote von leid gilt. WEINHOLD 45a. selbst als verhüllender fluch, schweiz.: botz knobloch! RUFF Ad. u. Heva 1114. 3) es gibt wilden knoblauch, scordium wild knobelauch DIEF. 520a, mhd. sumerl. 58, 58 wilde klobeloich squilla, ferner aberknoblauch porrum grande ALBERUS CC 2b, ackerknoblauch, alpen- oder schlangenknoblauch, berg-, feld-, garten-, hunds-, lachen-, wald-, wasser-, welsch-, zwiebelknoblauch u. a. |
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des knoblauchduftigen rabbis messer. VOSS. |
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Bd. 11, Sp. 1451 KNOBLAUCHHAUPT, n. spica allii FRISCH 1, 528c, une tête d'ail RÄDLEIN 551a, knoblochhopt bulbus DIEF. 84a (15. jh.), wie zwiebelhaupt, krauthaupt, im buch v. g. speise haubt knobelauches, gr. σκοροδου κεφαλη. s. knoblauchskopf.
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denn ietzo eilt dein herz nach einer dirne zu, der ieder knoblochskopf bis an den nabel gucket und ieder galant homme in aug und antlitz spucket. GÜNTHER 401. |
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die geliebten knoblauchwürstchen. H. HEINE romanzero 94. |
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Bd. 11, Sp. 1452 selbst ist ahd. mhd. nicht bezeugt, vielleicht noch nicht vorhanden. wol aber knuchel, aus mhd. zeit, aber aus mitteld. lande: an sînen knuchelin an den handen. GRIESHABER vaterländisches s. 272. das u ist nicht verderbnis, sondern der echte vocal, aus dem das o von knochen (s. d.) erst entstand. noch im 15. jh. knuchel (s. II, 1), auch niederrh. FROMM. 2, 441b, im 16. 17. jh. (jedenfalls schon älter) knüchel, s. sp. 1453. im nd., engl. gilt das u noch, s. unter I, d. b) merkwürdig aber auch knugel, knügel. so in den Wiesbader glossen 2, 16 cnugel vom fingerknöchel (HAUPT 6, 321a, vgl. 326), aus dem 12. oder 11. jahrh., jedenfalls westmitteld., denn noch ALBERUS gibt knügel talus z 3b, talus der knügel am fůs, scaurus der dicke knügel hat ll 3b (daneben knöchel condylus z 4b, fingerknöchel), und so noch z. b. in der Wetterau (gesprochen knijel). ebenso in einem mitteld. voc. des 15. jh. knygel internodium DIEF. 304c (y für ü?), auch knogel condylus 140b (nrh.). das g zeigt sich wieder im norden: schwed. knoge m. (pl. knogar) knöchel, dial. knugge RIETZ 337b, dän. knog und knogle. daneben besteht auch dän. knokkel, schwed. knjokel RIETZ 337b, sodasz das g eine altberechtigte nebenform darstellt. c) aber auch die drittmögliche auslautstufe (k) ist nicht blosz nd.: die selben schů sint oben uszgeschnitten und nider (niedrig) das sie kum den k n y c k e l bedecken. KEISERSBERG bilg. 94d, y wol für ü? vgl. knickel 1 und knichel internodium MONES anz. 7, 301b (rhein.). auch nürnbergisch knöckla fuszknöchel GRÜBEL 1, 175 (aber als neutr.), wie in einem Nürnb. voc. v. 1530 knockle vel rückglenk, spondylus DIEF. 548b, bei H. SACHS knocke (s. d.) knöchel, vgl. unter knöchelfleisch. also ein deutliches und sicheres beispiel, dasz in einem worte alle drei lautstufen entwickelt waren, und das musz schon dem mutterwort knochen (s. d. I, 2) eigen gewesen sein, wie schon hier knocke und nord. knoge (b) beweisen. d) im nd. u. s. w. herscht, dem md. hd. ch entsprechend, k, und wieder auch beide vocale, o und u: mnd. knokel condylus DIEF. 140b, cnokel internodium 304c (nov. gl. 219b), aber auch (nnd.) knukkel brem. wb. 2, 830, hamb. knückel RICHEY 132, westf. knüekel FROMM. 3, 366, pomm. knüchel DÄHNERT 244b. ferner nnl. knokkel (und kneukel), mnl. cnokel, aber auch knuckel condylus DIEF. n. gl. 107b. altfries. knokele, knokle, neufries. kneukel RICHTH. 876a. engl. knuckle, wie ags. cnucl, aber auch altengl. knokil STRATM. 116. endlich schwed. knjokel, knokkel RIETZ 337b, aber auch altn. knykill (s. II, 5). e) dem nhd. knöchel wird eben das denken an knochen den sieg verschafft haben, die form wie das ganze wort musz von mitteld. landen aus ins hd. vorgedrungen sein, wie knochen selbst dort seine heimat hat. es ist in den alem., bair. mundarten noch heute zum theil unbekannt (z. b. im Bregenzerwalde), die oberd. wörter sind knoten, knorren, knübel u. a. f) übrigens gibt es auch ein neutr. knöchel als wirkliches dem. zu knochen, z. b. schweinsknöchel als gericht (ostmd.), vergl. knöchlein und knöcheln 1. II. Gebrauch und bedeutung. 1) hervorstehendes knöchlein an den gelenken von fusz und hand oder faust, die gewöhnliche bed.: knuchel der gelieder, condilus. voc. th. 1482 q 8b; knuchel an den gelaichen (gelenken), condus. das. (dieser Nürnb. voc. bringt oft md. wörter früh). a) bes. der knöchel über dem fusze, eigentlich enkel (auch bickel, knoten, knorren, sprungbein): occuus, enkel ader knöchel. DIEFENB. wb. v. 1470 sp. 195, knochel dess. gl. 393b, beides md. quellen: und füret mich durchs wasser bis mirs an die knöchel gieng. Ezech. 47, 3; du machst unter mir raum zu gehen, das meine knöchel nicht gleiten. ps. 18, 37. 2 Sam. 22, 37; also balde stunden seine schenkel und knöchel feste. apost. 3, 7; du ... stärktest meine bein und knöchel. WECKHERLIN 70 ( ps. 18, 64); du machtest raum zu gehen aller seiten, damit mir nicht die knöchel möchten gleiten. OPITZ ps. 18, 13; (der rock) umschlägt ihr im gehn die wolgebildeten knöchel. GÖTHE 40, 285; reichlich herunterwallt zum wolgebildeten knöchel. 296; prangende schienen zugleich mit schlieszender knöchelbedeckung. VOSS. von oberd. wbb. gibt DENZLER das wort (noch SCHÖNSLEDER nicht) nur in diesem sinne: 'knöchel, knoden am fusz, talus', mit seinem heimischen worte es erklärend. b) der entsprechende knochen an der hand: traf des Telemachos hand an dem knöchel. VOSS Od. 22, 277 Bd. 11, Sp. 1453 επι καρπω, an der handwurzel, am ballen. so vielleicht im folg.: mit dem zucket er sein schwerdt und traf den herzogen auf sein helm, aber der streich glitschet ab und kame bisz auf den k n ü c h e l . Aimon b. c) die fingerknöchel, an den gelenken: es wundert mich dasz sie nicht einen ring am thor haben, man klopft sich die knöchel wund. kinderm. nr. 178; müszte nicht ... die knöchelseite der hand nach oben gekehret sein? LESSING 8, 114. d) im pl. als volksmäsziges kraftwort für faust, hand, finger, nl. kneukels (s. knöbel 1, b): wer ihnen (den pfaffen) den bauch, beütel und k n ü c h e l gefüllt hat, haben sie in den himmel erhebt. MOSCHEROSCH christl. verm. 386, es musz doch pl. sein wie im folg.; einen auf die knöchel schlagen, auf die finger. STEINBACH 1, 887, M. KRAMERS deutsch-holl. wb.; hier thut die gerechtigkeit schon etwas übriges, strickt ihre knöchel aufs rad und pflanzt ihre schlauköpfe auf spiesze. SCHILLER 150a (Fiesco 1, 9), hier die füsze wol eingeschlossen. e) knöchel der zehen M. KRAMER: bis zô den knuchelen dînre zêen. FROMM. 2, 441b, aus Köln 15. jh. 2) auch von dem gelenke selbst, dem der knöchel eigentlich dient: knuchel oder glaich (gelenk), vertebra. voc. th. 1482 r 1a; articulus, knochl. voc. opt. Lpz. 1501 C 4b. 3) auch von andern gelenkknochen vielleicht, vgl. das nürnb. knockle rückenwirbel unter I, c, nl. knokels (cneukels BINNAERT) van den ruggraet, verticuli, vertebrae, spondyli KILIAN. das nl. wort gilt auch für knochen überhaupt, daher kneukelhuis beinhaus. 4) knöchel für würfel, als landsch. bei CAMPE, s. knöcheln 1, knöchelchen 2. 5) eigen condylus .. ein knöchel dჳ an den fingeren wachst. DASYPODIUS, es musz einen knorrigen, knochigen auswuchs meinen, z. b. gichtknoten. so ist das nd. knukkel auch harter auswuchs, geschwulst (brem. wb. 2, 830), ebenso altn. knykill m. FRITZNER, schwed. knokkel auch knotenartige erhöhung überhaupt RIETZ 338a, und das ist wahrscheinlich die urbedeutung. 6) ein rest davon auf deutschem boden scheint schles. knöchel, knichel m. kleine bodenerhöhung, hügel. WEINHOLD 45a, s. knübel ebenso, auch knocke 5.
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| KNÖCHEL, m. |
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