Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. 16 Bde. [in 32 Teilbänden]. Leipzig: S. Hirzel 1854-1960. -- Quellenverzeichnis 1971.
  GARSTVOGEL, m.  -  GARTENAUSZÜGLER, m.   (Band 4, Spalten 1381 - 1401 )  
Verknüpfung auf diesen Artikel  GARSTVOGEL, m. garstiger mensch, wie garsthammel, allgemein in Hessen VILM. 116 (daher auch von J. GRIMM aufgezeichnet, aus dem gedächtnis), wetter. gaschtvogel, vergl. dreckvogel. in der Zips garstvogel. ein spottname des sperlings, ausgelegt als gerste fressender vogel (vgl. gärste), s. SCHRÖER 53a.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  GART, m. hortus, s. garten m.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  GART, m. stimulus, treibstecken, aber auch gerte, und auch f.

1, 

a) 
nhd. im erlöschen; im voc. 1482 gart, stiga (aus instigare genommen), stimulus, aculeus k ijb, garth ff 5b (durch druckfehler garch z 7b), auch in älteren voc. des 15. jh. gart stimulus DIEF. 553a, nov. gl. 348b; später nur noch bei MAALER 157b der gart, stupfrůt, stimulus, daher bei HENISCH 1359 u. a. (DIEF. 553a). Doch landsch. noch heute, schweiz. gart m. lange gerte (vgl. 2) womit man die ochsen z. b. beim pflügen zur arbeit peitscht STALDER 1, 425; aber der gart dient urspr. nicht zum peitschen, sondern zum stupfen, stoszen, stacheln (vgl. stachel unter 2, a). so noch in den sog. cimbrischen sprachinseln im nördl. Italien gart m., stachel zum treiben des lastthieres SCHMELLER 124a.

b) 
mhd. war es vielgebraucht (s. die wbb.), als treibstecken des pflügers, viehtreibers, auch bildlich, z. b.:

die vürsten hânt der esele art,
si tuont durch nieman âne gart.
         Freid. 73, 1;

ahd. gart, cart stimulus, aculeus GRAFF 4, 255, pl. gartâ, mhd. garte.

c) 
aber wirklich auch für g e r t e (wie schweiz. unter a): drîჳic slege mit einem grüenen eichînen garte, der zweier oder drîer dûmellen lanc sî. Schwabensp. 149, Deutschensp. 115, im Ssp. als fem. mit êner grônen êkenen gart II, 16, 4 (vergl. 2, b). in Kärnten gàrte (gerte) masc., dünner ast zum treiben des viehes LEXER 113.

d) 
damit erklärt sich auch das merkwürdige wîngart, sonst neben wîngarte gleich weinberg (s. garten I, 2, b) in der bed. wein s t o c k : vitis, wingart DIEF. 624a, auch schwachformig (wie garten rute unter 2, b) wîngarten pflanzen, ziehen, s. DIEMER gen. 2, 276b, vgl. 'viticula eyn wijngarden off wijngartplante off stock' gemma Cöln 1511 AA 2b (das -en demin., s. küchlein II, 2, a); auch ags. wîngeard vitis (var. wîngeord) BOUTERWEK altnorth. evang. s. 388b; es musz eigentlich der setzling, fächser sein, das geschlecht wird schwankend gewesen sein wie bei gart. es muszte sich übrigens mit wîngart weinberg mischen, zumal garten auch eine fem. form hatte.

e) 
bemerkenswert ist die bed. aculeus, eigentlich wol der stachel des treibsteckens für sich, das garteisen (s. d.), vgl. stachel unter 2, a; aber auch vom stachel des scorpions: der lewe fürht den spitzigen gart des schorpen. MEGENBERG 143, 13. auch mnl. 'aculeus, gart vel hekele' hor. belg. 7, 8a, gaert m. OUDEMANS 2, 340 mit belegen, als stachel (des todes, des scorpions) und stachelstock.

2) 
daneben

a) 
gleichbedeutend g e r t e f. im 16. jh. und schon früher: stimulus, ein stachel, stupfrůt, stupfgerte. DASYP. 232c,

Bd. 4, Sp. 1382

gärt FRISCHLIN nom. 266, gert aculeus DIEF. 11a; im 15. jh. gert (auch gerteisen) DIEF. nov. gl. 348b, bei MELBER y 6a stimulus est id, quo carnifex stimulat vaccam in latus, ut velocius vadat, ein gert (in andern ausg. gart DIEF. 553a). noch jetzt z. b. in Luxemburg gêrt f., treibstachel zum treiben der ochsen (auch stange) GANGLER 168.

b) 
mhd. aber erscheint ein starkes f e m . gart, sowol für die gerte (wie mnd. unter 1, c) als den treibstecken:

ich bin ze schalkeit ungelârt,
ich kan niur menen (vieh treiben) mit der gart.
         MSH. 3, 239b;

er hûb ûf die rûte.
dô wîste got der gûte
ein zeichen an der selben gart,
wand si von blaten grûne wart.
         pass. H. 12, 77;

vgl. tirol. gart f., gerte SCHÖPF 176, schwachformig 'girten vel garten, virga' voc. inc. teut. i 7b, und bei GRAFF 4, 256 garte stimulus. s. auch das fem. garte unten.

c) 
das mhd. gart f. wird gestützt durch ags. geard f. virga, arundo ETTM. 416, noch engl. yard rute, elle.

d) 
beachtenswert auch g u r t in mhd. gurtîsen gleich garteisen: sint ir unz her mit einem ru̔tlin getriben, ir mu̔szent nu ein scharpfes gurtysen han. SCHERZ 579, vgl. oberbair. ochsengôrt SCHM.2 1, 938, dessen ô freilich aus â, a stammen kann (und schweiz. gürten durchprügeln); aber auch altenglisch yurd gleich yard. dabei könnte das i in girten unter 2, b mehr sein als blosz erhöhtes e aus a, ein voc. des 15. jh. bei DIEF. 621c gibt neben gart und gert auch girt virga, wie ALBERUS BB 1a girt flagellum, vgl. engl. gird peitschen, stechen, sticheln, altn. girði n. rute als faszband.

3) 
weitere verwandtschaft.

a) 
die goth. form ist, mit der bed. 1, e, g a z d s m. κεντρον 1 Cor. 15, 55. 56, gazds dauþaus, des todes stachel; das ist wie goth. huzd n. gleich hd. hort, das z als weiches s, das dann in r übergieng. altn. aber gaddr m., gadd n., stachel, sporn, dorn (gadda stacheln, spornen) FRITZNER 186a, auch groszer nagel, besonders schiffsnagel EGILSSON 217b, älter dän. gadd n. stachel MOLBECH dansk gl. 1, 270; noch norw., schwed. gadd m. stachel, z. b. der insecten; es ist wie altn. hodd f. schatz gleich goth. huzd, hd. hort.

b) 
wesentlich aber abweichend engl., und zwar in doppelform: goad treibstecken, stachelstock (to goad stachelnd antreiben), altenglisch goode STRATM. 243, gode stimulus WRIGHT 89b, ags. gâde stimulum 11, gâd 15b; schott. gade, gaud, stecken des ochsentreibers (gadman). Daneben engl. gad jagdpeitsche, spitzes eisen, stock mit eiserner spitze (HALLIWELL 388a), älter aber g a d d e , peitsche, rute prompt. parv. 184a, eisenspitze, eisenstab HALLIW. 388a, gerusia WRIGHT 202a, also zur nord. form stimmend. Nimmt man dazu das ags. geard rute (2, c), so liegt da in yard, gad, goad eine manigfaltigkeit bei innerer einheit vor, die anderwärts nur in bruchstücken vertheilt erscheint. denn die einheit ist unverkennbar: das prompt. parv. gibt als éins 'gad or gode, gerusia, scutica' 184a; zu unserm garteisen ferner stimmt ags. gâdîsen stimulus (zum ochsentreiben) WRIGHT vocc. 2, 'aculeus sticel vel gâdîsen' 15b (GREIN 1, 366 gadîsen); mit geard, yard aber kommt überein nordengl. schott. gad rute, z. b. angelrute, auch meszrute, mhd. meჳgerte gleich meჳruote; anderseits gad mit dem nord. z. b. in engl. gad-nail langer starker nagel gleich altn. gaddr.

c) 
aber alles geht auf gazds zurück, dessen schwindendes s (z) einmal in r übertrat, daher hd. gart, einmal aber sich theils dem -d anglich, daher nord. gaddr, ags. wol gadd (gad), theils dem vocale, der damit lang wurde, daher ags. gâd, schott. gaud, engl. goad; ebenso schwand solches goth. -z in verlängertem vocale bei mizdô lohn (griech. μισθος) in ahd. mieta, alts. mieda, mêda, ags. aber gleichfalls in doppelform meord und mêd (engl. meed). weiteres, auch auswärtige anklänge s. bei DIEFENBACH goth. wb. 2, 377 fg., ZEUSZ gr. celt. 1094.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  GART,GARD,GARDE, f. das herumtreiben der herrenlosen landsknechte u. ä.

1) 
es ist wirklich das franz. garde, wie schon ADELUNG behauptete und vor ihm FRISCH, STIELER u. a. wuszten, SCHMELLERS zweifel erledigen sich eigentlich in der neuen ausgabe von selber durch das später von ihm nachgetragene.

a) 
den franz. ursprung gibt noch im 16. jahrh. HANS WILH. KIRCHHOF, selbst ein alter landsknecht, an, zur erkl. des wortes garthaufen, im 55. cap. des 3. buchs seines Wendunmut (2, 319 fg. Öst.), auch in seiner milit. discipl. 215: ein gwardi nennet man auch bei uns Teutschen nunmehr die anzahl knechte, so etwan in einer festung für und für, ob es gleich fried ist,

Bd. 4, Sp. 1383

liegen ... vor zeiten (d. h. in der ersten zeit des landsknechtwesens) auch solche knechte, die zu bewarung des lands unterhalten, hin und wider auf die bauwrn gelegt worden, welche sie mit essen und trinken versehen musten (angeblich auf grund eines kais. privilegiums, s. unter gartknecht), und so bald ein dorf oder ort aufgefressen, wechselten sie das ab für ein anders, da noch backenfutter zu finden (diesz ist das eigentliche auf der gart liegen). hieraus noch die gewonheit erwachsen, dasz die landsknecht, welche keinen herren haben (also einzelne), den vatter *) umb ein zerung (bleibts darbei) oder ein par hüner (gäns legen grosz eier) ansprechen, und hat hiervon den namen a u f  d e r  g a r d gesprungen, g a r d e n , und die darauf umbziehen, gardbrüder; er fügt als ihr alter kamerad eine mahnung hinzu, darin masz zu halten und lieber zu ihrem handwerk zurückzukehren, denn stätig solches erwerbens gewonen hat geringen unterscheid und vortheil (d. i. vorzug) vom betteln. in der milit. disc. 215 steht gardt, gardtbrüder, aber garden, im wendunm. aber auch gardknecht 3, 107, gardhaufen 2, 324. in SCHMELLERS 2. ausgabe 1, 940 steht gard aus einem briefe vom jahre 1525, von der hand eines Schwaben: es sind in den Niderlanden etwas VI oder VIIm niderlendisch knecht auf der gard umbgezogen und dienst begert, so man ir aber nit bedorft .. sind si Frankreich zugeruckt u. s. w.; s. auch gard bei WICKRAM unter 2, b, garde bei HENISCH das.

b) 
das franz. garde (s. d.) wurde, vom hofe Karls des kühnen ausgehend, gegen 1500 im deutschen nordwesten und norden ein beliebter name für ein landsknechtheer, einen kriegshaufen; dabei war die andere bedeutung des franz. wortes, hut, bewachung, wolbekannt (s. z. b. garde 2, a), in dem es denn die landsknechte, gewiss auch und wol zuerst ihre obersten, auf die von KIRCHHOF bezeichnete aufgabe anwandten: auf der garde liegen, eigentlich auf der wache dem feinde gegenüber oder zur hut eines landstrichs. das auf ist wie heute noch auf der wache, auf seiner hut sein, und da ursprünglich hut, mhd. huote auch im kriegsgebrauch gleich franz. garde war, sagte man gewiss auch auf der hut liegen, das denn in der franz. gestalt fortgesetzt wurde. begreiflich wandten dann auch die einzelnen landsknechte auf ihr herumliegen und lungern bei den bauern das neue vornehme wort an, das eigentlich strategisch gemeint war. Als dann aus Karls V. heere die span. ital. form guardia dazwischen kam, die auch KIRCHHOF oben mit der franz. wechselnd braucht, gieng auch diese in jene bedeutung über, wie diesz noch aus Schlesien im 17. jh. bezeugt ist: se liget ihr .. uff der qvarde ze lande. GRYPHIUS Dornr. 32 (s. garde am ende), zugleich noch im alten eigentlichen sinne, von einquartierung bei den bauern im gegensatz zur städtischen garnison.

c) 
nach FRISCH 1, 320a hätten übrigens auch die gartenden knechte selber garde sg. oder garden pl. geheiszen: garde, abgedankte soldaten, die andere dienste suchten und im lande herum bettelten; er bringt aus der Jülchischen polizeiordn. s. 9 bei: der streifenden garden und herrnloser knecht halber einsehens haben, wenn da nicht gemeint ist garden- und h. knecht, s. gardenknecht. auch in der gewöhnlichen bed. gibt er 320b auf der garde herum laufen, auf der garde betreten werden, 'bettelei', stipis collectio sive potius extorsio, fortgesetzt bis jetzt in dem fechten (s. d.) der arbeitslosen handwerksburschen, die einst oft zugleich dienstlose landsknechte waren, s. oben KIRCHHOF.

2) 
in rheinischem, oberdeutschem munde muszte aber garde zu gard und diesz zu g a r t werden. das dann auch andere annahmen.

a) 
auf der gart ist die hauptsächlich gebrauchte wendung, gerade an ihr hieng die alte kräftige bedeutung, die dem landsknechte diente (s. 1, b): die auf der gart streifen, equites, pedites palati. HENISCH 1357, 29, zugleich noch im alten kriegssinne; disz haben sie die fromme landsknecht gelehret, die nur gleich auf der gart unten in die keller nach dem wein stürmen. also haben ihnen die bauren darnach die müh (zugleich noch 'ärger') gemacht, dasz sie leitern suchen muszten ... Garg. 133b (Sch. 243, wo auf die gart);

ja in dem läger, auf der gart,
bei junker würfel und der kart ...
da überkömpt manch gut gesell
sein allergröstes ungefell (wunden im streite)
und selten für dem feind im feld.
         RINGWALD laut. warh. 120 (107); *) vater nannte der landsknecht den bauer, mutter die bäuerin (wendunm. 3, 108), die ihn mit lieber mein son anredete (Wickram rollw. 65, 13. 24), d. h. es war wie auf der gesellenherberge, vergl. landsknechtherberg Wickram 64, 13.

Bd. 4, Sp. 1384



denn welcher kriegsman wolte thun
wie der vergeszne (gottvergessene) Hans von Hun,
der seiner diebschen händel wart,
die bawren lauset auf der gart,
von einem dorf zum andern leuft u. s. w.
         15 (13).

wie auf der gart liegen, so auch sich auf die gart legen, z. b. bei SCHÖPF 177 aus der Tiroler landordn. von 1603: die gartknechte so sich auf die gart legen. dann auch g a r t e , bei einem Norddeutschen: das sie mit ihm hett gessen, was er auf der garte kriegen. AMBR. PAPE bettel- und garteteufel Q 3b.

b) 
gewöhnlich auf der gart umziehen: (arbeitsscheue landsknechte, die) niemals auf den munsterplatz kommen noch erschienen, sondern in unser gnedigsten herren landen auf der gart umbgezogen. REUTTER kriegsordn. 71; es haben die frummen lantzknecht, gott verzeich mirs (dem frumm geltend), einen brauch im land und sonderlich im land zů Schwaben und auf dem Schwarzwald, das sie winterszeit auf der g a r d umbzihen, sturmen die armen bauren umb speis u. s. w. WICKRAM rollw. 64, 1;

S. Peter. wer klopft drausz? sagt balt, wer ir seid!
Hans Latz. ei wir seind gut ehrlich krigsleut,
die auf der gart umbzogen sein,
wolten itzt gern in himmel nein
und zu mittag drinnen essen.
         AYRER fastn. 123b (2952);

er soll nicht ziehen auf der gart
nach der diebischen lauser art.
         PHILANDER 2, 746.

Auch kräftiger umlaufen, laufen: auf der g a r d e laufen, vivere ex stipe a rusticis extorta, hortos, pomaria, agros et villas depraedari. HENISCH 1357, entlehnt aus KILIAN 120b, der es unter gaerde hortus hat, op de gaerde loopen;

du laufst vielleicht umb auf der gart
untern bawern, bist ein landsknecht?
         H. SACHS 5, 367c;

denn musz ich laufen auf der gart,
übel essen und ligen hart.
         2, 2, 6d;

da loff ein armer lantzknecht hart
zerrissen, frostig auf der gart.
         2, 4, 104c;

sonder (wir) laufen selbst auf der gart,
essen oft übl und ligen hart.
         AYRER 2958, 15.

das laufen auch als springen, im witz gesteigert: auf der gard gesprungen. KIRCHHOF unter 1, a, er kannte es aus eigner erfahrung. ein andrer landsknechtwitz bezeichnete es als ein schiffen im lande herum, s. unter gartsegel.

c) 
seltener die gart schlechthin u. ä.:

und wenn du (landsknecht) nümmen hast ein herren,
so thůst du dich mit bettlen neeren,
verquantests dann (s. gewandsweise), es sei die gart,
damit plagst du die bauren hart.
         spil wie man die narren von einem beschweren soll (1554) E 2a;

das auch ein junger lantzknecht, so noch nit gar wol gstudiert hatt, im groszen hunger und armůt sich můszt der gart behelfen. WICKRAM rollw. 64, 19. später auch kurz garde gehen STIELER (s. e), wie ähnlich wache stehen.

d) 
schon im 16. jh. wird es auch einfach mit bettelei als eins behandelt: laufen dauszen auf der gart umb, das zů teütsch bettlen heiszt. S. FRANK chron. 217b;

betteln hin und her auf der gart.
         Peter Lewe 273 (weim. jahrb. 6, 433);

dasz er sich auf die gart oder bettelei begeb. FRONSPERGER kriegsb. 1, 111a; man sol nicht auf dem bettel oder gart umbziehen. 1, 200b, doch alles noch von landsknechten. im 17. jahrh. erscheint es z. b. im Simplicissimus nicht mehr, bestand aber noch in Österreich: alle soldaten und ander umbschwaifent herrnlos gsindel sambt iren weibern sollen durchaus auf der garth nit mehr gestath .. werden. österr. weisth. 1, 62.

e) 
aber von bettelei überhaupt auch über das landsknechtwesen hinaus; STIELER 2440 gibt so garde gehen (vgl. gartgeher), und noch aus Baiern SCHMELLER 2, 68 gart gehn, von haus zu haus betteln gehn, auch in oder auf der gart sein, selbst sich auf die gart legen, noch wie in der ersten zeit. österr. bei HÖFER 1, 177 'in unserem gebirge heiszt es auf der gard, in der gard sein', gleich auf dem gäu, wol von herumtreibern.

3) 
in der ursprünglichen bedeutung auf andere verhältnisse angewandt: derselbig (graf) enpfurte ein junge closterfrau zu Heiligcreuztal ... er enthielt sie etliche zeit hin und wider uf der gart seins gefallens. Zimm. chron. 3, 389, indem er sie hie und da wechselnd einquartiert, sodasz sie doch wie ein gartender landsknecht nur eben geduldet ist.

4) 
s. auch garten (garden, garren), auf der gart liegen, dann gartbruder (gardenbruder, gartenbruder), gartknecht, garthaufe, auch gartsack, gartsturm, gartstreifig, gartläufig.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel 

Bd. 4, Sp. 1385

GÄRT, stimulus, s. gart m. 2.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  GARTBRUDER,GARTENBRUDER, m. gleich gartknecht.

1) 
gartbruder, landsknecht der auf der gart umzieht (s. gart f. 2, b), bruder weil sie sich als bruderschaft ansahen und aufführten, wie denn bruder Veit für landsknecht geläufig war: erwuscht den lantzknecht oder gartbrůder bei der kartausen ... WICKRAM rollw. 146, 2 (vorher oft gartknecht); wo denn einer der schlecht frommen gartbru̔der in ein stuben kumpt .. 64, 9, nachher auch der gůt brůder Veit 65, 19; einsidler, gartbrüder, nollbrüder. FISCHART groszm. 60;

denn jetzund überall gemein
der gartbrüder gar zu viel sein.
         Z. POLEUS trag. v. d. belag. Samariae B 5;

wie dann auch mit den bettlern, marktschreiern, gartbrüdern gute ordnung zu machen (auf jahrmärkten). HOHBERG 1, 53a, hier, wie später überhaupt, über die landsknechte hinaus erstreckt. in nd. fassung gardbruder SCHOTTEL 1323, s. FRISCH 1, 320b.

2) 
gleichbed. g a r t e n b r u d e r , gebildet wie gartenknecht (eig. wol gartend bruder, gartend knecht): ich weisz inen (den landsknechten) keine besser namen zu geben als thu kein gut, gartenbrüder, hünerdiebe, marterhanse, wundenknechte ... PAPE bettel- und garteteufel O 2b; das die gartenbrüder inen gewalt gethan. O 5a; die aus den söldnerheeren erwachsenen wilden, räuberischen bettlerscharen, die gardenbrüder und zigeuner. STÜVE wesen u. verf. 120.

3) 
später g a r d e b r u d e r STIELER 2440, miles vagabundus, praedo, mendicus, dazu ebend. selbst gardeschwester mendica, praedatrix, aus der zeit des 30jähr. krieges begreiflich (doch vgl. auch unter 4); bei SCHMID 221 noch aus der würtemb. almosenordnung von 1724 gardebrüder, umher streifende bettler (auch wurstsammler genannt). in dem garde- ist gart zur franz. form zurückgeführt.

4) 
gartenbruder aber auch von w i e d e r t ä u f e r n , eig. von einer ihrer secten: der widertaufer glauben, der gartenbrueder glauben. SCHM.2 1, 939; daraus dann und aus solcher zwispeltiger lehre so mancherlei .. secten und unschickligkeit entstanden were mit widertäufern, sacramentschwermern, bildstürmern und gartenbrüdern und schwestern (also auch gartenschwestern, vgl. u. 3). Luther 5, 105a, aus dem schriftenwechsel zu Augsburg 1530; dasz der gartenbruder Hetzer bei vier und zwenzig ehelicher weiber hatte beschlafen gehabt. LUTHERS tischr. 326b; ain rat hie hat den merer teil der gartenbrüedern und wiedertäufern die stadt wiederumb erlaubt. BIRL. Augsb. wb. 181 aus einer Augsb. chronik; auch allhie in den winkeln und gärten hatten die wiedertäufer versamlungen, daher sie den namen gartenbrüder bekamen. ebend.; dasz die letztere auffassung des namens auch sonst gangbar war, zeigt die übers. hortenses, vgl. LIEBKNECHT de fraternitate hortensium Gieszen 1724; aber es ist urspr. der landsknechtname, wie z. b. folg. zeigt. S. FRANK in der 3. chronica in dem capitel von den wiedertäufern erzählt von einer secte: etlich haben die gewissen mit dem spruch verwickelt 'wer nit alles verlaszt, weib, kind, äcker' etc., und so gar manchen mit diser schrift (schriftstelle) gedrungen, das er alles verlassen hat, weib und kind sitzen (lassen) und ins elend zoch ... umbher gartet wie ein geistlicher landsknecht. chron. 1543 2, 199a, übrigens ohne erwähnung des namens der gartenbrüder. -- Dazu das a d j . gartenbrüderisch, bei FISCHART: Platons lacedemonisch gartenbrüderisch weibergemeinschaft. Garg. 63a (Sch. 105), die wiedertäufer hielten zum theil die ehe für einen unrechten zwang, die gartenschwestern vorhin werden frauen sein die auf diese freie ehe eingiengen. s. auch W. SCHERER zeitschr. f. d. östr. gymn. 1867 s. 484.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  GÄRTCHEN, n. kleiner garten, die md. form, älter gertichin, gertechin, das letzte z. b. im 15. jh. in einem mrh. voc. DIEF. 402a, gärtichen noch STEINBACH 1, 560; aber die oberd. form gärtlein allein geben noch STIELER, RÄDLEIN, LUDWIG. niederd. gärdeken CHYTRAEUS 399. beispiele:

mein vater hinterliesz ein hübsch vermögen,
ein häuschen, und ein gärtchen vor der stadt.
         GÖTHE 12, 162;

die kleinlichen lauben und kindischen gärtchenanstalten. 21, 141, versuch von gartenanlagen, wie im kinderspiele; das kindergärtchen des verliebtseins. J. PAUL Katzenb. 1, 42. auch kohlgärtchen, krätzegärtchen u. a.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  GARTE, m. hortus, s. garten.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  GARTE, f.? gleich garbe, schafgarbe, in dem vermutlich ersten drucke des voc. inc. t.: gartte oder barbune, millefolium. h iija, in späteren drucken in garbe geändert trotz der alphab. ordnung, in die nur gartte paszt; gestützt wird es durch 'gertel, barbune,

Bd. 4, Sp. 1386

millefolium' i ija, das auch andere ausgaben beibehalten bei DIEF. 361b (doch in einer auch dafür gerbel g 6b), wie in Kellers voc. Augsb. 1468 millefolium gertel, barbune DIEF. nov. gl. 253b.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  GARTE, f. gerte: sehet hie das bündlein garten, versuchet es, ob ir sie könnet brechen. schausp. des herz. HEINR. JULIUS V. BR. 346 (ungerat. sohn 2, 4), es sind häseln stöcke, wie es nachher heiszt. ebenso schon im voc. inc. teut. garten virga, s. u. gart 2, b sp. 1382, und noch tirol. gart' f. SCHÖPF 176, vgl. wîngarte weinstock sp. 1381. auch ostfries. garde gerte STÜRENBURG 66a, nl. garde, gaert f. neben geerde, s. garde im nl. wb.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  GÄRTE, pl. s. garten und gart; auch gärte für gerte, s. d., z. b. gärte HENISCH 1363, gärten virga SCHÖNSLEDER S 4a, vgl. das zeitwort gärten. Im folg. für engl. yard gesetzt mit richtiger rückübersetzung durch einen Schwaben (vgl. in ZACHERS zeitschr. 2, 259): item für sammet zu hosen und wammes 6 gärten und 3 virtel, die gärten 3 kronen ... item ein gärt futterduch u. s. w. BREUNING V. BUCHENBACH 81 fg., in der rechnung für sein ehrkleid, staatskleid als würtemb. gesandter am hofe der königin Elisabeth in England; so nl. een engelsche gaert, s. das nl. wb. unter garde 2.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  GARTEISEN, n. das spitze eisen vorn am treibstecken, gart (s. dort): garteysen, stimulus, auch prickel, stechel. voc. 1482 z 7b. ff 5b, gartysen DIEF. nov. gl. 348b, wo auch gerteysen aus KELLERS voc. rer. Augsb. 1468, wie gert für gart (s. d. 2, a); und sol ein knecht hinder inen (den ochsen) gon, und der sol den gart in der hend haben und sol den tumen uf dem gartysen han und sol den tumen under dem kinne han, ob er schlofen welle, das in das gartysen wecke. weisth. 1, 360; der (ochsenknecht) soll haben einen molen, der iedweder site ein spitz gartisen habe .. so soll er den molen setzen uf sinen fuesz und under sin künne, ob er entschlafe, dasz er in steche. 4, 155. ahd. gartîsarn GRAFF 4, 256.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  GÄRTEL, s. gärtlein.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  GARTEN,GARDEN, von den landsknechten, gleich auf der gart liegen, umziehen u. ä., s. dazu gart sp. 1382 ff.

1, 

a) 
anfangs auch noch g a r d e n , als nachklang der entstehung aus dem franz. garde, z. b.: die laufende knecht (landsknechte ohne dienst) untersteen sich uf unser und euer arm lüt (unterthanen) zu garden und zu legern. kais. verordn. vom j. 1518 bei SCHERZ 472 (legern gleich sich auf die gart legen sp. 1384); und wie er (der landsknecht) also bisz heim garden oder bettlen můst, kame er für eines bauren haus. WICKRAM rollw. 43, 16 Kurz; gardten und hausieren. SCHERZ aus einer tirol. landsordnung 7, 7.

b) 
ebenso nd. garden exire praedatum SCHOTTEL 1323, z. b.: a. 1363 gardede grave Engelbardt von der Mark im Viehlande mit grootem volke, und brande dar veele husen, darum dat to Bremen ein leed op em gedichtet was. Brem. wb. 2, 487 aus RENNERS brem. chron., d. h. aus dem 16. jahrh., dem der ausdruck angehört, nicht dem 14., über den begriff s. unter gart 1, b, es steht dem ursprünglichen begriffe näher als das gewöhnliche garten; s. ebend. 488 subst. garding und legering der knechte (vgl. garden und legern unter a), mehr hd. gardung, auch gartung, aber auch mit roman. endung garderinge und legeringe der landesknechte, wie bei FRISCH 1, 320b gartierer von gartenden knechten, die rom. endung stimmt zu dem rom. ursprunge. auch DÄHNERT 142b bringt aus pommerischen quellen gardende knechte bei, FRISCH 1, 320b aus magdeb. ordn., ebenso sich aufs garden begeben oder legen (vgl. auf der gart liegen sp. 1384). auch nl. im 16. jh. gaerden, s. im nl. wörterb. unter gaarden.

c) 
aus garden erklärt sich dann nd. g a r r e n , viritim mendicare SCHOTTEL 1323 (daher bei STIELER 2440): garren, fechten, umb reuterzehrung ansprechen PRAETORIUS (s. u. fechten 4), auch von handwerksburschen u. ä.

2) 
g a r t e n , bis ins 17. jahrh. hinein.

a) 
garten schlechthin: gieng also zwen tagrais garten. Fortunatus D 7b;

er (der landsknecht) garrt und nimmet oft ein pewt,
die er musz zalen mit der hewt.
         H. SACHS 1, 531d;

das unchristlich verloren volk der landsknecht, deren handwerk ist hawen, stechen ... garten, schinden, schätzen. S. FRANK chron. 217a; welcher gwar wirt, was betlen, garten und terminieren, die drei geschwistergoten thůn, und wie sie die faulen schluffel müszig so reichlich neren, der boret kein dick bret nimmer mehr (thut nicht wieder handarbeit), als betler, mönch und landsknecht. ders. sprichw. 2, 76b; ein landsknecht klagt:

Bd. 4, Sp. 1387



das garten, mausen und das rauben
wil man uns auch nicht mehr erlauben.
         WALDIS Es. II, 79, 21;

wenn ich gleich schon gar kein herrn het,
so wolt ich mich mit garten nehrn,
mich an mein weib und kind nicht kehrn,
mich auch der baurn fluchen nicht gremen,
gebns mir nichts, so thu ichs nemen,
thro in zu schieszen auf die haut.
         AYRER fastn. 122b (2948, 8);

dort ligt ein dorf, drein wöll wir gahn
garten wie ander arm landsknecht.
         122c;

die mutwilligsten und schedligsten aber unter diesen sein die gartenknechte und starken galgenschwengel, die gar keine tüchtige ursache haben vorzuwenden, das sie garten und betteln. PAPE bettel- u. garteteufel J 5a; das nun diesen meineidigen und gottlosen tropfen das garten und die armen leute zu schetzen vergünnet und zugelassen sein soll, kann ich nicht für recht erkennen. O 3a; ein jeder, der sonst nirgend zu töcht, auch kaum ein vater unser beten und funf zelen kan, itzund musz ein landsknecht sein, einen spiesz auf die achsel und ein weib hinter ihm treten haben und die dörfer gartende besuchen. O 4a, wo leute, die den landsknecht nur spielten, gemeint scheinen.

b) 
mit bezeichnenden zusätzen:

der (landsknecht) sprach: Petter, wiltu mit mir purschiren?
ich wil gartten in jenem dorf.
         Berl. meisterl. f. 23 no. 232;

es soll kein landsknecht garten
für eines pauren haus,
denn er musz rotten und hacken
dasz im der schweisz bricht aus u. s. w.
         UHLAND volksl. 522,

sie hatten eig. dem bauer, bei dem sie eingelegt waren (s. gart 1, b. 2, b), bei der arbeit zu helfen, in jenem liede aber mahnt ein landsknecht seine genossen vom garten ab, weil ein frischer krieg sold und beute in aussicht stellt;

auf den pawrn ich denn gart.
         H. SACHS 2, 4, 2c;

neun armer landsknecht zogen aus
und garteten von haus zu haus,
dieweil kein krieg im lande was.
         1, 494a,

so kommen sie auch vor den himmel,

da klopften sie auch an darvor,
wolten auch in dem himel garten.
         das.;

bald sie in himel kamen nein,
gartens herumb bei aller welt.
         493b,

das garten ist da nichts weiter als ein geld sammeln, zum bloszen betteln geworden, vgl. unter c.

c) 
die behörden kämpften früh dagegen, bis ins 17. jh., z. b.: auch soll den lantzknechten, frembden personen und pettlern nit gestat werden, on erlaubnis eins erbaren raths bei den burgern also zu garten, zu samlen oder zu pettlen. SCHMELLER 2, 68 aus dem Amberger stadtb. von 1554 art. 122; die bair. landesordnung von 1553 handelt von dem täglichen garten herrenloser feirender umlaufender gartender landsknecht oder gartknechte und abschaffung der gart, s. dens.; dasz das garten im lande abgestellet sei. verhandl. der schles. fürsten u. stände vom j. 1618 s. 128; die landsknechte beriefen sich übrigens auf ein angebliches kais. privilegium, wenigstens den bauern gegenüber, s. unter gartknecht. zuletzt erscheint es gegen ende des 17. jh. (s. schon u. 1, c), gleich betteln, fechten: faule starke lendenlahme (d. h. so stellen sie sich) bettler, die nicht arbeiten mögen, wenn sie schon können, garten und fechten lieber (wie sie reden), ziehen die glocken in den häusern an. OTHO 623.

3) 
einzeln auch transitiv: ein armer verriszner lantzknecht, welcher nichts umb oder an hett dann ein alts fischernetz, das er villeicht kürzlich von einem fischer gegartet hatte. wegkürzer 25b, in einem andern drucke gartet hat (UHLAND schr. 4, 187). wol auch im folg.: darauf fulen sie mit gewalt ein .. blünderten, raubten, garteten, brandschatzten alles was sie ankamen. Garg. 201b (Sch. 373). nl. bei KIL. gaerden het land, populari agros, vermutlich in dem sinne wie u. 1, b aus RENNER im lande garden. Auch e r g a r t e n transitiv, in einem schwäb. politischen liede vom jahre 1534:

bei Laufen an dem rein
wolt er des hirschen warten,
ihn schinden auf die schwarten,
so er in möcht ergarten.
         MONES anz. 8, 192, LILIENCRON 4, 82a.

4) 
dazu gartenknecht, gartenbruder, worin eig. das part. gartend enthalten sein musz, während gartbruder, gartknecht mit dem subst. gart gebildet sind.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel 

Bd. 4, Sp. 1388

GARTEN, m.
hortus.

I. 
Die formen des germanischen wortes.

1) 
goth. in doppelter ausprägung, stark und schwach, gards m. und garda m., wenn auch jedes mit eigner entwicklung der bed., wie es nach der freilich ungenügenden bezeugung scheint; dagegen nur stark ags. geard und altn. garðr (doch vgl. u. 4, b). aber auch alts. gard und gardo, ahd. gart (cart) und garto (carto), doch so dasz im ahd. die schwache form entschieden vorherscht (nur im Tat. 188, 5, also md., einmal in themo garte, doch s. auch unter II, 1, b), alts. aber ebenso die starke, doch ohne eigentlichen unterschied der bedeutung, das paradies z. b. heiszt ahd. sowol wunnicarto als wunnicart, der weinberg sowol wîngarto als wîngart (GRAFF 4, 250 ff.), letztere z. b. im Tatian c. 109 beide nebeneinander; dagegen erscheint z. b. das oft bezeugte mittiligart u. ä., orbis terrarum, auch streng ahd. ausschlieszlich starkformig (gen. mittiligartes), wie alts. middilgard, ags. middangeard, altn. miðgarðr, goth. midjungards. altfries. schwach garda in liodgarda RICHTHOFEN 904a, s. dazu II, 1, d, γ.

2) 
mhd. und nhd. tritt g a r t noch mehr zurück.

a) 
mhd. nur selten noch, z. b. (vgl. LEXER 1, 740):

von Darius gewalt er wart (Polycrates)
genagelt an ein krûze hart
und mûst ansên sîns landes gart
mit trûber ougen rinc.
         HEINR. V. MÜGELN sitzungsber. der k. k. ak. der wiss. 55, 487;

die rosen und die öpfel fein
hat dir geschickt die schwester mein
aus des baradeises gart (: wart).
         der maget crone 100a (das. 47, 541);

o hett ich einen gart (: zart),
do ich ein solches tier hett innen gan.
         fastn. sp. 1393,

am längsten wol im acc., der etwa gehalten wurde durch die nominativform gart (s. 3, a).

b) 
sonst in zusammensetzungen, z. b. heimgart (s. II, 2, e, α), bîgart nebengarten (s. unter 5, b), wisgart wiesengarten in dem namen eines hofes in Mainzer diöcese Wisgartesbrucke bei BAUR hess. urk. 2, 64 vom j. 1225 (vergl. Wiesengarten unter II, 2, b); in dem rosengarte UHL. volksl. 584. bes. wîngart, wie ahd.:

daჳ er sich des morgens fruo
verdinget in den wîngart (: wart).
         STRICKER Karl 1641;

got hât iuch vil rehte
in den wîngart gedinget.
         1647,

nach einer hs. des 13. jh.; auch in der entsprechenden stelle Rol. 33, 5 ist in den wîngart gêt besser als das wîngarten der hss., zumal die form für den heimatsbereich des gedichtes bezeugt ist, s. aus dem 12. 13. jh. bei KEHREIN samml. 44b, in den gl. Jun. wîngard vinea Nyerup symb. 327 (neben curveჳgarde 330), vgl. im 16. jh. mrh. seinen weingart weisth. 6, 487, pl. die weingert z. b. ZINKGREF 1, 35. das heutige alem. und rhein. wĭngert, aus wîngàrt entstanden, wird weit zurückgehn, gewiss über den umsatz von î in ei zurück (tirol. bair. weingert SCHÖPF 176); auch in dessen seitenstücke bongert, bungert, alem. und nrh. (STALDER 1, 202, Aach. mundart 20, tirol. pongert SCHÖPF 176), mrh. und bair. auch bangert (s. I, 1103 und KEHREIN 60, SCHM. 1, 174) nach der dortigen aussprache des ou, au als a -- auch darin musz altes boumgart stecken, das durch täglichen gebrauch zu boungart, bôngart wurde u. s. w. (mit nasalem n), vgl. schon im 10. jh. bongardes nemoris Diut. 2, 312b. aus dem 16. jh. z. b.: ½ juchert wingarts, ist ein pündten (beunte). MONES zeitschr. 5, 265, gesprochen vermutlich nicht mehr mit a, sondern wingerts, wie jetzt; ein oberhess. dorf Wingertsbirnbaum BAURS arch. f. hess. gesch. 7, 220. 233 (16. jh.).

c) 
dazu ein pl. g ä r t e , nhd. bis ins 18. jh. einzeln erscheinend (mhd. noch nicht belegt): ich achte das noch etliche fruchtbare gärte (nemora) in den inseln müssen sein. MYCILLS Tacitus 451b, 16. jahrh.;

lasz ... meinen geist und sinn sich in dem kreisz ergehn
der gärte voll geruchs, hier wo vier flüsse schön
hinrauschen mitten durch.
         OPITZ poet. 20;

die gärte, wo nur wolfs- und schirlingskraut zu holen.
         GRYPHIUS (bei ADELUNG);

der edlen gärte schmuck (blumen).
         ders. 1, 490. 2, 54,

daneben aber gärten z. b. 2, 348, wie OPITZ z. b. 1, 61;

ein waldhorn klingt bei abendstunden
von weitem durch die gärte schön.
         GÜNTHER 269;

(dasz) der dörfer sicherheit die gärte nicht umzäunt.
         964;

jetzt besuchst du fremde gärte.
         1176;

kunstlose gärte durchirrt hier die ruh.
         KLEIST 2, 36, frühling 1754 s. 43 (sing. garten 26).

Bd. 4, Sp. 1389

der Schlesier STEINBACH 1, 559 gibt als pl. gärte, der gebräuchlich sei statt des richtigen garten, das zum sing. garten gehöre, wie jenes zu gart, und gärte gilt noch in Sachsen bei den bauern.

3) 
die schwache form nhd.

a) 
im nom. ist lange schwanken zwischen dem alten garte, dem abgestumpften gart, in dem die starke form zugleich untergieng (2, a), und dem in den nom. übergesprungnen acc. (gen., dat.) garten, der endlich den sieg erhielt.

α) 
gart z. b., bis ins 17. jh.: ortus, ein gart. voc. Lpz. 1501 T 1b; item so hub man neben dém garten an und grub an dén garten, der bei den siben creuzen stet, derselbig gart het ein zaun ... Nürnb. chron. 2, 273, 15. jahrh., von der befestigung des stadtgebietes mit schranken (wall und graben); das paradys, der edle gart. SPANGENBERG lustg. vorr., wechselnd mit garte und garten;

zwar ist es als ein gart.
         WECKHERLIN 668;

dasz so beliebter gart, im anfang unerbaut,
in kurzem kümmt zum baw und seine früchte schaut.
         LOGAU 2, 3, 59.

in künstlichem altdeutsch auch als dat. (wie unter 2, a):

ihr (Herder), der ihr seid in unserm gart
eben wie der messias erwart ...
         GÖTHE, aus Herders nachl. 1, 59.

im acc., im 16. 17. jahrh.:

welcher doctor (gelehrte) hat seinen gart
für der kleinsten emsen bewahrt?
         froschm. E 8a, wahrsch. gârt gesprochen.

β) 
auch g a r t e noch bis ins 18. jh.: da war ein garte, darein gieng Jhesus. LUTHER Joh. 18, 1 (im garten v. 26); wie ein garte on wasser. Jes. 1, 30; wie ein lustgarte. hohel. 4, 13; baumgarte, obsgarte, wingarte TROCHUS J 4a; dieser garte samt aller zugehörde. Simpl. 3, 351 Kurz;

jungferschaft die ist ein garte.
         LOGAU 3, 232;

o Eden, erster garte.
         FLEMING 551;

niemand quählet sich drob sehr,
wen der winter ist gekommen,
dasz sein gahrt' ihm den nit mehr
lust kan bringen oder frommen.
         RIST Parn. 241;

dasz mein groszer garte .. in guten stand ist. insel Felsenburg 1, 416. zu der schreibung gahrte s. unter 4, a, die form ist heute noch md., z. b. bäurisch in Sachsen.

γ) 
die heutige form auch schon im 15. jh.: garten, ortus. voc. inc. teut. h iija, DIEF. 402a (im voc. 1482 k ijb garte); es gehört auch ain garten zu der tafern. weisth. 6, 165, vom jahre 1439. im 16. jh. z. b. bei MAALER 157b, einzeln auch bei LUTHER, ein garten des herrn 1 Mos. 13, 10; du bist ein verschlossen garten. hohel. Sal. 4, 12.

b) 
auch im gen. sing. und im plur. noch im 15. 16. jahrh. in mhd. form garten, z. b.: flohe er des wegs zum hause des garten. LUTHER 2 kön. 9, 27; im hofe des garten. Esth. 1, 5. im plur.: das hinfür ein ieder seine garten, pawmen und hecken .. alle jar vor sanct Gertrauten tag .. rappen (raupen) oder rappen laszen sol. Nürnb. poliz. 330; wee denen die da kündent (können) ire garten pflanzen, aber nit ir seelen. KEISERSB. irrig schaf C 3b; die garten an den wassern. 4 Mos. 24, 6; ich macht mir garten und lustgarten. pred. Sal. 2, 5.

c) 
aber der plur. mit umlaut auch schon seit dem 15. jahrh.: die gerten zwischen den wegen. Nürnberger chron. 2, 274; von denselbigen gerten. das.; vor den gerten. 273; durch die gärten. weisth. 6, 167 (vom j. 1439); gerten. LUTHER bei Dietz 2, 11b; die gärten. KIECHEL 279, MAALER 155a (neben garten 157b).

4) 
auszer dem hd. gebiete (vgl. unter 1).

a) 
mnd. garde DIEF. 402a, bei CHYTRAEUS im 106. cap. garde und garden (lustgarden, bohmgarden), pl. garden, gen. sing. gardens; nnd. garden, gesprochen garen Brem. wb. 2, 488, gâre, pl. gârens SCHAMB. 59b, gaorn DANNEIL 62a, gôrden DÄHNERT 142b; die länge des vocals wird ziemlich alt sein und erstreckt sich auch in die md. und oberd. mundarten herein (vgl. schon RISTS schreibung gahrte unter 3, a, β). ebenso mnl. gaerde, gaert, bei KIL. gaerde, gaerd hortus, pomarium, jetzt gaard m. und gaarde fem. (vgl. 5), der pl. für beide formen gaarden.

b) 
mit durchgedrungner länge auch dän. gaard, schwed. gård; norw. gard (gesprochen gar, auch gaar), schwed. dial. gard RIETZ 186a, daneben aber schwed. dial. gardä m. kleiner garten 186b und norw. garde (gare) m. hürde, pferch AASEN 209b, der isländisch gardi m. krippe dazustellt, womit die schwache form also doch auch nord. vorliegt (vgl. unter 1).

c) 
engl. garden und yard, aber in der bed. getrennt (doch dial. auch noch yard gleich garden), und nur das zweite unmittelbar vom ags. geard kommend, altengl. ჳarde hofraum u. ä. HALLIW. 950b, 'ortus, a ჳerd' WRIGHT vocc. 270a, vergl. STRATMANN

Bd. 4, Sp. 1390

255. garden dagegen ist aus dem franz. übernommen nach der nebenform gardin für jardin, die mundartlich noch gilt (DIEZ2 1, 213), daher anfangs z. b. bei CHAUCER Cant. t. 1053 gardin (STRATMANN 233); hat doch das alte wîngeard franz. einflusz erfahren im englischen vineyard, an franz. vigne angelehnt. eine dritte form ist nordengl. und schott. garth, gleich yard und garden (garthe cresse, gartenkresse HALLIW. 393a), auch gehege u. ä., zu altn. garðr stimmend, mit abweichender auslautstufe.

5) 
neben dem herschenden m. erscheint auch ein fem., wenigstens in zusammensetzung.

a) 
das alts. middilgard im Heliand erscheint mit einer eigenthümlichen regelmäszigkeit als m. zwar im acc., an thesan middilgard u. ä., im dat. aber als f., an thesaru middilgard, also starkes f.; nnd. als fem. z. b. eckerngâre, eichelgarten (s. II, 2, b, γ) SCHAMBACH 55b. vergl. das nl. fem. gaarde unter 4, a, und mnd. eine gart landes II, 1, e, α.

b) 
auch hd., oberrh. im 14. jh. bîgarte f., nebengarten, s. in MONES zeitschr. 5, 267 die bîgarte, in der bîgarten, daneben gleichgeltend mit m.: reben, ligent ime bîgart, auch in dem bîgarten. ebenso neben heimgart, heimgarten m. (IV2, 871), das bair. ist, in Tirol die haimgart (hoañgert) SCHÖPF 176, auch in Kärnten LEXER 109, schweiz. die hangerte, hängerte neben der hängert STALDER 2, 20. bei DIEFENBACH goth. wb. 2, 391 ist neben wingert m. (s. 2, b) auch wingerte als m. und f. angegeben.

c) 
hierher gehörig ist denn auch die egert, egerte (s. III, 34), ahd. in mrh. form egerda HAUPT 6, 322a, mhd. und nhd. auch egarte f., österr. ausgedeutet als eingard f., einsame gegend HÖFER 1, 177, aingoard CASTELLI 145, daher wol auch anderwärts ängerte (s. unter engert), aber auch ergert arvus DIEF. nov. gl. 36b, vergl. kärnt. argate LEXER 109. es fragt sich, ob das e der zweiten silbe blosz vom tonverluste herrührt oder nicht auf ein altes gartia weist, vgl. hängerte unter b.

6) 
auch ein neutr. erscheint, aber nur nord., gerði eingehegtes stück land FRITZNER 199a, pferch, hürde VIGFUSSON 197a (gerdistûn n. garten das.); noch norw. gjerde n., schwed. gärde n., auch feld, kornfeld, dän. gjerde zaun.

7) 
erwähnenswert scheint auch ags. wîneard neben wîngeard, middaneard neben middangeard, noch altenglisch middenerd, middelerd u. ä. (DIEF. goth. wb. 2, 391, STRATMANN 395. 396), wie am Mittelrhein baumgart auch gekürzt erscheint (s. u. 2, b) als baumert, bammert KEHREIN 60, schweiz. bommert STALDER 1, 202, TOBLER 68b. im ags. zeigt sich da eine berührung und mischung der sinnverwandten geard und eard m. (s. I, 568), wie sie auch bei uns denkbar ist, denn auch hd. bestand art m. f., bewohntes, bebautes land, auch heimat u. ä., wie alts. ard m. und ags. eard, noch im 16. jh. (z. b. in UHLANDS volksl. frembde art s. 395 gleich frembde land s. 396, vgl. 374, landart 630, vgl. SCHM.2 1, 149), in mhd. zeit z. b. bei ALBRECHT VON HALBERSTADT für arva bei Ovid:

daჳ (meer) erhůb sich an ir art ...
unde trenkete al ir korn.
         HAUPTS zeitschr. 11, 362,

für fluctibus obruit arva
         metam. 11, 210.

so wurden denn art und gart in beziehung gesetzt, z. b.: id sij artlant off (oder) gartlant. MONES zeitschr. 9, 175 aus einer cöln. urk. von 1391, auch artacker und gartacker LEXER 1, 98 u. 740.

II. 
Bedeutung und gebrauch.

1) 
Der ursprüngliche begriffskreis des germ. wortes läszt sich noch ziemlich sicher nachzeichnen, bes. mit hilfe des gothischen und nordischen; er berührt und schneidet sich wesentlich mit den begriffskreisen von zaun und hof.

a) 
uns am fernsten steht altn. garðr als z a u n , gitter, mauer, wall u. ä. (z. b. vom Danevirke EGILSS. 224a), noch jetzt norw. gard, schwed. gärdsgård, dial. auch blosz gard, dänisch gjerde (s. I, 6), und zwar ohne rücksicht auf den stoff, denn es gibt u. a. auch norw. steingard, dän. steengjerde (vergl. mhd. ein steinîn zûn wörterb. 3, 949a), bildlich z. b. altn. tanngarðr, noch norw. tanngard, dän. tandgjerde, der zaun der zähne, ερκος οδοντων. dazu altn. gerða umzäunen, dän. gjerde, indgjerde, einzäunen. Ein hd. anklang doch auch dazu in schweiz. g e r t n., 'zaungeflecht, oder gerten zum ausflechten der zäune' STALDER 2, 518, der es dem dän. worte gleichstellt; vgl. appenz. gertchemi, kamin aus geflochtenen ästen (mit lehm 'übermauert') TOBLER 219a. ist das ein collect. gegerte, zu gerte rute? oder ist es ursprünglich gleich dem nord. gerði n.?

b) 
bedeutsam nord. auch ein von menschen gebildeter zaun, kreis, slâ garð um einn heiszt einen umringen FRITZNER 193a, wie slâ mannhring um einn (einen menschenring) 433a, auch

Bd. 4, Sp. 1391

manngarðr das., noch norw. manngard, s. dazu einen ring, kreis 'schlagen' V, 2146, vermutlich auch, wie dort, mit wirklicher kreisform (itcart orbis GRAFF 4, 249), wie denn noch norw. gard ring, kreis heiszt, z. b. der 'hof' um den mond, garda kreise machen, wie z. b. das wasser bei einem steinwurfe, s. AASEN 209, vgl. unter d, γ. daraus erklärt sich denn ahd. gart für chorus GRAFF 4, 250, kreis von spielenden, singenden, tanzenden (gartsang chorus 6, 252), doch blosz in starker form. altschwed. garþer war auch heer, kriegerhaufe, s. RIETZ 186a, eigentlich wol die schützende umgebung des fürsten, cohors.

c) 
was eingezäunt, eingehegt ist.

α) 
wie auf der schwelle zwischen den begriffen zaun und eingezäunter raum steht nordfries. guard fischzaun, zum fangen der schollen JOHANSEN 102b (guard ist das. auch garten), altn. garðr, fiskigarðr, schwed. fiskgård, dän. fiskegjerde, engl. dial. fishgarth HALLIW. 358a, schott. garth JAMIESON 1, 459b, auch franz. gord m. ein im flusse angelegter zaun. s. auch salzgarten.

β) 
ähnlich ahd. in der gl. scefcartun navalibus SCHM. 2, 67, GRAFF 4, 249, zur bergung der schiffe, halb oder ganz ins wasser gebaut. diesem wieder ähnlich bair. holzgarten, holzhof, wo das triftholz nach seiner wasserfahrt aufbewahrt wird (in München), s. SCHM. 1, 480. 2, 67.

γ) 
mehr dem heutigen begriffe sich nähernd gestüetgarten, stuetgart m., 'was wir jetzt fohlenhof nennen, z. b. Schwaiganger' SCHM. 3, 673, FRISCH 1, 338b, gehege zur pferdezucht, daher denn Stuttgart, noch im 17. jh. auch flectiert zu Stutgarten. ähnlich dann schafgarten schäferei, noch als ortsname in Hessen, s. VILMAR 117, wie ebenda Hasengarten, vgl. kaninchengarten, gehege zur kaninchenzucht. aber auch wolfsgarten ebenda, im 16. 17. jahrh. anlagen zum lebendigfangen der wölfe, im walde 'ein garten dessen thüren wolfsfallen sind' FRISCH 1, 322b. gleichfalls ursprünglich im walde bienengarten (s. dort), denn im 13. jahrh. erscheint Binegarten selbst als waldname KEHREIN samml. 44a, auch als ortsname das., VILMAR 117, eigentlich von einem gehege im walde zur bienenzucht, vgl. bienenkreis V, 2150 unten. auch thiergarten, zur hegung wilder thiere u. ähnl. (mhd. tiergarte), auch als jagdgehege, wieder auch kreis (s. a. a. o.), franz. parc, d. i. pferch, nd. perc, s. V, 2146.

d) 
hauptsächlich aber als wohnstätte oder dazu gehörig.

α) 
schon goth. gards bedeutete nicht nur den hof beim hause, αυλη, sondern auch die ganze wohnung, das haus selber, οικος, οικια, auch wie unser haus auf das ganze hauswesen übertragen mit einschlusz der hausgenossen (Marc. 3, 35), daher gardavaldands der hausherr, ingardja hausgenosz, οικειος, ingards adj. οικειος; daneben aber als garten in veinagards weinberg, aurtigards würzgarten, und schwachformig garda, αυλη, schafhürde Joh. 10, 1 (vergl. schafgarten vorhin). und die uns entrückteste bedeutung darunter, haus, gilt noch nordisch, z. b. dän. gaard groszes haus mit thorfahrt, herrenhaus u. ähnl., früher auch kongsgaard das königliche schlosz, schwed. gård schlosz, burg, altn. konungs garðr, wie gleichfalls schon goth. þiudangardi βασιλειον Luc. 7, 25; das nord. wort erscheint auch niederd. als garden übersetzt, z. b. von den vitalienbrüdern, die im j. 1429 Bergen überfielen, wird erzählt: do stickeden se an des koninges garden GRAUTOFF lübeck. chroniken 2, 54 anm., in einer andern quelle ebenda des koninges hof.

β) 
sonst entspricht das nord. wort unserm hof, umschlossene wohnstätte samt den gebäuden oder auch der hofraum neben, in oder auszer ihnen, in der stadt wie auf dem lande. nur letzteres noch ist englisch yard, z. b. yard-gate hofthüre, barrack-yard kasernenhof, church-yard kirchhof (schwed. kyrkogård, altn. kirkjugarðr), aber ags. geard auch wohnung, haus, und auch alts. gard, wenigstens im pl. gardôs, wie ags. geardas, altn. garðar EGILSS. 224b, sei es von den einzelnen gebäuden eines gehöftes entnommen oder von den mehrern gehöften die einen ort bilden, vergl. alts. hob̄ôs von einem gehöfte und -hofen oder -gehofen in ortsnamen, wie altn. -tûnir MÖBIUS 443. aber eben wie altn. tûn n. auch im sing. eine s t a d t bezeichnete, gleich dem engl. town, ags. tûn, eben so auch ags. geard stadt sg. in leódgeard, eardgeard GREIN 2, 172. 1, 246, die stadt wol wie éin groszes gehöfte gedacht in éiner umhegung; vgl. mnd. Nôgarden, mhd. Nôgarten für Nowgorod, altn. Nôgarðr HAUPT 12, 346 fg. schwedisch wird das gehöfte genauer als mangård bezeichnet, altschwed. manngarþer RIETZ 186a, eigentlich männergarten.

γ) 
aber noch weiter war der begriff gewachsen, denn wie mhd. ein dichter ein land landes gart nennt (I, 2, a), so heiszt in den altfries. rechtsquellen liodgarda, 'leutgarten' (vgl. ags. leódgeard stadt vorhin) die dorfmark, feldmark, terrae termini, s. RICHTHOFEN

Bd. 4, Sp. 1392

904a; Ruzzia vocatur a barbaris Danis Ostrogard. Adam. Brem. IV, 11 schol., gleich mhd. Ôsterlant, Ôsterrîche, vergl. MÜLLENHOFF in Haupts zeitschr. 12, 345 fg.; alts. aber heiszt thesa gardôs die ganze erde als menschenwohnung, οικουμενη, und ebenso im sing. schon goth. midjungards u. s. w. (s. I, 1, vergl. mythol. 754), orbis terrarum, und darin scheint, wie bei orbis, zugleich wieder die vorstellung des kreises oder der scheibe gegolten zu haben (s. unter b, vgl. kreis 13), wie auch der hofzaun, die stadtumwallung in alter zeit gern die kreisform einhielten (vgl. orbis und urbs) und bannende gehege überhaupt (s. V, 2150 b). hierher auch altn. Âsgarðr, götterwohnung, wieder auch pluralisch Âsa garðar, und mhd. merigarte, meregart, die erdscheibe im meere, während auch umgekehrt das meer altn. grundar garðr, des erdgrundes zaun, oder landgarðr genannt wird EGILSSON 224b. 493a.

e) 
am merkwürdigsten aber gart, garten als l a n d m a s z .

α) 
engl. yard-land a quantity of land, which varies, according to the place, from 15 to 40 acres HALLIWELL 943b. und ebenso nl. gaerde ein gewisses landmasz, s. OUDEMANS 2, 339, und bei uns, im Waldeckischen erscheint im jahre 1466 als landmasz eine gart landes (fem., wie alts. I, 5, a), im j. 1825 ein garten landes, s. CURTZE 465b und dessen gesch. und beschr. des fürst. Waldeck s. 255. 464; die reine mnd. form gard wird gesichert durch zusammensetzungen die VILMAR 117 aus dem nd. Hessen beibringt aus dem 14. jahrh., ein drygerde, ein vifgerde, stück von drei, fünf gard, mit schwachem gen. in dimidietatem eines drygerden, noch jetzt das. 116 ein dreggert, gleich 3/4 acker, ein sevengart 13/4 acker, ein fifert 5/4 acker (mit verlust des g- wie u. I, 7), also der gart ¼ acker, sodasz es VILMAR gleich quart ansetzt, um die entstehung zu erklären, die doch aus quart schon lautlich unmöglich ist, es müszte kart heiszen (vgl. kärtlein V, 244), und auch engl. findet sich a yard of land als a quarter of an acre HALLIW. 943b; nur der anklang des lat. wortes mag auf die festsetzung des alten maszes, das wol schon längst schwankend geworden war, eingewirkt haben, der weit gröszere wert des engl. yard oben wird der ältere sein, denn masze verkleinern sich im laufe der zeit wie münzwerte. verdunkelt dasselbe ist wol hannöv. gard, ein dreieckiges stück landes mit einem spitzen winkel Brem. wb. 2, 486 (vgl. gart spitze sp. 1381). auch in norw. gard, dän. gaard, schwed. gård bauergut, hufe, dän. halvgaard halbhufe, schwed. halfgård schlieszt der begriff ein gewisses masz ein, wie unser hufe. s. auch die ableitungen gärtine und gartling.

β) 
im engl. mischt sich da yard als längenmasz ein, und auch bei uns tritt gerte heran, das auch, wie sonst rute, als ackermasz gilt, z. b. in Franken ein, zwei u. s. w. gert holz, acker, weingarten, wiesen, s. SCHM. 2, 69; aber wie engl. yard landstück, garten als wort verschieden ist von yard als längenmasz, rute (s. gart sp. 1382), so ist aus dem begriffe des zweiten als bloszes längenmasz eine entstehung des ersten als vollmasz, zumal bei seiner grösze, nicht zu begreifen. es ist, wie das nordische zeigtam ende), wie mit hufe, mhd. huobe, bei dem noch heute der begriff landmasz vorwiegt, aber zugleich in form eines hofgutes, hufengutes entwickelt (hofrait, hofstat ... oder hub, curtis voc. 1482 o 8b), wie die benennung des besitzers als hübner, hüfner zeigt (vgl. gärtner ähnlich). so hatte sich umgekehrt hofstatt gehöfte auch zur bedeutung landmasz entwickelt, s. bei LEXER 1, 1369 z. b. einen weinberg der vier hofstett enthielt, eine halbe hofstat weingarten; ähnlich auch hof selbst, s. SCHM. 2, 156. s. auch koppel 4 als feldmasz, und acker, auch feld (s. d. 4).

γ) 
in diesem gart als landmasz steckt wol sogar die quelle des ganzen wortes, aus der zeit der ersten besitznahme her, wo dem einzelnen vom gemeindegrunde je ein stück als eigenthum zugetheilt wurde (gewiss nach einem masze), das er sich nun einhegte, seine wohnung drin baute oder es sonst frei benutzte, gelöst von den ansprüchen der gemeinde, die am gemeindegrunde hafteten (vgl. 2, a); alle vorliegenden bedeutungen konnten aus dieser ersten bed. erwachsen, und es musz mit hof ähnlich sein, dem doch die bed. zaun, gehege abgeht. ob der garten selbst zuerst eben der zaun war? J. GRIMM gramm. 3, 426 sah es so an, und es fände dafür einen guten anhalt theils in gerte als mittel zum zäunen (vergl. unter 1, a schweiz. gert), theils in dem starken gothischen gaírdan cingere (vgl. gürten), falls die urverwandtschaft (s. III) das zuläszt. ähnlich ist zaun, das ebenso in zein gerte einen anhalt hat, von der heute noch geltenden bed. fortgeschritten zu den bed. hof z. b. in ags. cyrictûn kirchhof, altn. tûn n. grashof beim hause, und wohnung, stadt (s. d, β). auch die egarte (I, 5, c) ist doch wol eig. êgarte gleich êzûn (s. ehezaun SCHM. 4, 266, östr. weisth. 1, 364a), êfride weisth. 1, 258.

Bd. 4, Sp. 1393

2) 
Das nhd. wort, nach dem vorigen nur ein bruchstück des ganzen, und auch dieses jetzt nur noch theilweis im allgemeinen bewusztsein.

a) 
der genaue begriff erscheint noch in neuester zeit, z. b.: das schöne fleck, das gemeindegut war und das der gerichtshalter zum garten einzäunen und umarbeiten lassen. GÖTHE 15, 28 (die aufgeregten 1, 7), vgl. im brem. wb. 2, 489 aus dem stadtrechte: nemant schall des stades weide engen noch mit tünen noch mit ghaerden, der gemeindegrund als weide, vgl. allmende, anger. zwischen beiden sich ausschlieszenden begriffen steht doch in der mitte der heimgarten, s. e, α. der reinste gegensatz zum garten aber ist das feld, das wir noch gern als offenes bezeichnen (vgl. bei Paulus Diac. als campi patentes oben III, 1474) und das im weitesten sinne auch wiese, wald einschlieszt.

b) 
nachklänge der ursprünglich allgemeineren bedeutung.

α) 
garten von ackerstücken, d. h. eingezäunten, wie diesz einhegen auch von ackerland, selbst mit graben und wall, noch in südd. wie nordd. ländern vorkommt (s. u. beunde, esch, egert, kamp, koppel 4); so z. b.: der waizengarten, so befridt und mit hägen und gräben umbgeben. MONES zeitschr. 5, 265, bei Schwetzingen im j. 1570; ebend. 266 ein zwîggarten gleich zwîgacker, vgl. gartacker gartenland s. 404 (14. jahrh.). in Kärnten garte umzäuntes feldstück, daher ackernamen wie bachgarte, augarte, rosengartel, s. LEXER 109. ebenso schwed. gärde n. abgezäuntes stück feld (råggärde roggenfeld u. a.), auch feld, acker überhaupt.

β) 
auch eingehegter wiesengrund, weide (verschieden vom grasgarten beim hause, im dorfe), denn als ortsname kommt Wiesengarten vor, ein herrschaftlicher hof im 16. jh. in Hessen LANDAU wüste ortsch. 190, vgl. im 13. jh. wisgart u. I, 2, b; s. beunde 6 als eingehegte wiese, sie kommt auch im sächs. Voigtlande so vor (beinde); vgl. weisth. 4, 559 fg. gärten in der allmaye (almende), die nach ostern in frieden oder ban gestellet, zugemacht werden sollen, als weide dienen (doch auch um kraut zu bauen). noch jetzt ist in diesem sinne von wiesen die rede, die gartenrecht haben (s. dort), d. h. eben als wiesen, wo denn garten- noch das blosze einhegen bezeichnet. auch schwed. gärde als eingehegter wiesengrund, altschwed. gærþi, s. RIETZ 187a.

γ) 
dem heutigen begriffe sich nähernd nd. eckerngâre fem. (s. I, 5, a), worin die jungen eichen aus dem kern gezogen werden SCHAMB. 55b, im offnen felde oder im walde ein eingehegtes stück, auch ekelnkamp, dannenkamp, mit einem graben umgeben DÄHNERT 216b. ähnlich krautgarten (s. d.) im felde zur ansaat von kraut, kohl u. ä. bis zu ihrer verpflanzung ins feld; auch folg. krautgerten im 16. jh. sind nicht am dorfe, sondern im felde: kamen (wir) über die felder und neben den krautgerten hin in einen liechten wald. J. BAADER verhandl. über Th. v. Absberg 200. bei SCHAMB. 59b gâre, der nicht beim hause liegende küchengarten (eingezäunt oder offen), der gras- oder obstgarten beim hause aber heiszt hof (s. c, δ). vgl. MÖSER unter kohlgärtchen.

c) 
der engere heutige begriff, der sich doch unmittelbar an den ältesten anschlieszt.

α) 
jetzt wird der garten gedacht als wirklich oder eigentlich zum hause gehörig, im unmittelbaren dienste der hausbewohner zu nutz und lust zugleich, in den dörfern noch das haus begleitend, umgebend, mit dem hofe in verbindung (der einst selbst darin begriffen wurde, s. 1, d, β), in den städten vom hause immer mehr entfernt, an oder 'hinter' der mauer angelegt oder im graben (stadtgraben), dann auch vor die stadt verlegt, wie schon im 15. jahrh., z. b. in Nürnberg (vergl. I, 3, a, α), wo der rat, nach schweren kriegsläuften, im jahre 1465 verfügte, das nu fürbas niemants in einer meil wegs .. umb dise stat .. in garten .. einicherlei newer gepew .. pawen .. laszen sol .. ausgenommen der lusthewslein, der mag iemants eins und nit mer in seinem garten haben .. doch nit groszer dann sechzehen statschue lang. Nürnb. poliz. 292. 293 (vgl. unter gartenhaus). besonders gern auf den nahen anhöhen, bergen, daher berggarten, auch kurz berg genannt, z. b. in Hessen, Thüringen, wie ebenda weinberg gleich weingarten, wingert (I, 2, b). zum begriffe gehört noch, dasz er mit dem spaten, nicht mit dem pfluge bearbeitet wird (daher gartland und artland, s. I, 7 a. e.), aber besonders auch an bäume denkt man dabei, die denn auch dem grasgarten, selbst dem gemüsegarten meist nicht fehlen, vgl. aus HENISCH sp. 1396 (α) ein gart ohn baum nicht eines hallers wert.

β) 
die umhegung, abschlieszung gegen fremde wird auch besonders bezeichnet, früher besonders mit beschlossen u. ähnl. (s. 'umzäunen und beschlieszen' I, 1577): das wörtlin gennath

Bd. 4, Sp. 1394

ist so viel als ein beschloszner gart oder paradis. REISZNER Jer. 1, 76b, vgl. mhd. Maria als besloჳჳener garte wb. 1, 483b; du bist ein verschlossen garten. hohel. 4, 12. noch nd. slotgâre, ein eingefriedigter, mit thür und 'schlosz' versehener garten SCHAMBACH 59b, gegenüber de ôpene gâre, gartenland, grabeland das. (Einbeck), wo denn der begriff in den des feldes halb übertritt, doch so dasz das umgraben statt des ackerns bleibt. auch eine stadt hiesz besloჳჳen (vergl. schlosz als burg): hie ze Augesburg und vor andern besloჳჳen steten. BERTH. 290, 7; die stadt verhält sich zum dorfe ähnlich wie der garten zum felde. auch gehegt wird der garten: daჳ si (die hübner im walde) hegesal sullent hauwen, daჳ si unser herren garten hegen sullent. weisth. 2, 221, vgl. 222, hegen wol den hag ausbessern, wiederherstellen. oder gefridet, daher fride der zaun selber (sp. 187): dasz ie einer dem andern zu end (seines grundstücks) dem dorf hinab frid geben sol, jeder ober dem underen, und sollen all gärten gegen den wisen und den äckeren ihnen selbs frid geben. weisth. 1, 257, die gärten statt ihrer eigenthümer, die nach dem felde zu ganz auf eigne kosten die einfriedigung unterhalten müssen, an der grenze gegen den nachbar aber nur allemal auf der untern seite, vgl. eefrid das. 258, fridhag 4, 406.

γ) 
es hiesz aber den garten bauen eben wie das feld, den acker, von der gesamten bearbeitung (wie noch in gartenbau), gewiss von je her, vgl. fundgr. 2, 16, 17: und gott satzt in in den garten Eden, das er in bawet und bewaret. 1 Mos. 2, 15;

wolt ich den krieg krieg laszen sein ...
bauen mein felter und garten.
         AYRER 2947, 26.

noch bei LUDWIG 692 den garten bauen, to dress a garden, jetzt bearbeiten, besorgen, pflegen u. a.; lustgärten bauwen oder pflanzen, aedificare hortos MAALER 52a (vgl. I, 1173 unten), vielmehr von der anlegung, wie pflanzen auch sonst (anlegen FRISCH 1, 322a): und gott der herr pflanzet einen garten in Eden. 1 Mos. 2, 8, wie in der alten dichtung:

got dô phlanzen began
ein boumgarten wolgetân
in wunnechlîcher wîse,
den hieჳ er daჳ paradîse.
         genesis 8, 32 D.

δ) 
bemerkenswert ist, wie auch hier garten von hof und zaun gekreuzt und beschränkt wird (s. 1, d, β), denn im nd. gebiete ist weithin vielmehr hof das wort (vergl. kohlhof, krauthof), z. b. bômhof, krûdhof, appelhof, blomenhof brem. wörterb. 2, 637, SCHAMB. 83b, selbst in Hessen über den niederd. bereich hinauf, pflanzenhof krautgarten, grashof, s. VILMAR 172. 117; auch bei TROCHUS, also weiter östlich auf md. gebiete am rande des nd. steht neben baumgarte, obsgarte J 4a doch grasehof graminarium, worzehof viridaria (wurzgarten) J 4b; so in der Cölner gemma von 1511 P 3b 'ortus ein hoff', und blosz so, kruythoff K 2b, grashoff oder groenhoff AA 1d, neben appelbomgart Q 6d; ebenso nl. hof garten, lustgarten, hofbloem gartenblume, hofhuisje gartenhäuschen. aber auch tuin, zaun, heiszt nl. der garten, tuinbed gartenbeet, tuinhuisje, moestuin krautgarten u. s. w., auch ostfries. tûn, z. b. kôltûn, s. STÜRENBURG 293a.

ε) 
bemerkenswert ist auch éinmal folg. auf statt des gewöhnlichen in: beckelhauben, darmit man die hu̔ner auf dem garten tod wirft. Garg. 119a (214 Sch.), wie auf dem hofe (vgl. auf und in die kammer V, 110). dann ein p l u r . , wo damit blosz der begriff erhöht zu werden scheint, wie in lat. horti gleich lustgarten, park, parkanlagen (vergl. gartenanlagen), z. b. in den sprichw. hängenden gärten der Semiramis, griech. κηπος κρεμαστος Σεμιραμιδος (vgl. unter d, δ); mein freund ist hinab gegangen in seinen garten .. das er sich weide unter den garten. LUTHER hoh. lied 6, 1, vulg. descendit in hortum .. ut pascatur in hortis, s. dazu u. gärtlein 1, b (gartenbeet). wol auch in den worten des herzogs im Tasso (1, 2):

so mag der schwarm dann kommen, dasz es lustig
in unsern gärten werde.
         GÖTHE 9, 115.

d) 
von den verschiedenen gärten.

α) 
das blosze garten erscheint auch im unterschiede vom baum- und weingarten: arbeidet ên herre .. garden oder wîngarden oder bômgarden .. Sachsensp. II, 58, 3 (im Deutschensp. § 173 garten oder paumgarten oder ander gůt), vorher ist, im gegensatz zum felde, vom garden die rede der gesäet und geharket wird, also krautgarten, küchengarten; daher auch bloszes gartner für olitor z. b. bei GOLIUS cap. 10, wo der nd. übersetzer CHYTR. genauer kôlgardener setzte, und noch heute in Frankfurt a. M. die gärtner, die alte zunft der gemüsegärtner. übrigens auch bei CHYTRAEUS c. 106 'hortus, ein garde, krudthof', daneben 'horti, lustgarden, bohmgarden'.

Bd. 4, Sp. 1395

β) 
die alte eintheilung war in kraut- baum- und weingarten, z. b. im anfang des 14. jh. in der Schweiz, wie vorhin nd. im Ssp.: zuo der burg (Grüningen) hœrent ouch ein boumgarte und ein krûtgarte. habsb. urb. 124, 29, wîngarten 82, 6, vgl. die boumgarten umbe die burg 184, 6 (ein tiergarte 185, 2), oft auch blosze garten als zinspflichtig, z. b.: under dem turne lît ein garte, der giltet iiij schill. haller. 297, 16. Der krautgarten heiszt anderwärts kohlgarten, küchengarten, gemüsegarten, pflanzgarten, landsch. auch krätzgarten (wofür auch grässegärtchen, vgl. kris 3), schles. tätzegarten (II, 829, vgl. getätze), s. auch wurzgarten, kürbiszgarten, bohnengarten u. ä. (STEINBACH 1, 559); der baumgarten, was z. b. in Sachsen, Thüringen jetzt überhaupt nicht gebräuchlich ist (vergl. gartenbaum), auch obstgarten, s. auch fruchtgarten, kirschgarten, apfelgarten, nuszgarten, pflaumengarten, mhd. biregarte birngarten; s. auch hopfengarten, ölgarten, dattelgarten, feigengarten (STEINBACH 1, 559), vgl. lindengart unter e, β.

γ) 
dann blumengarten, schon ahd. bluomgarto, dâr rôsâ unde ringelen unde violae wahsent Boeth. 33 (32), aber als übers. von purpureum nemus, sodasz ein hain, ein heiliger hain im altgerm. sinne vorgestellt ist, der rosengarten der in lied und sage noch jetzt nachlebt (im lat. texte dort ist nur von violae die rede), vgl. ahd. vîolgarto violarium Virg. georg. 4, 32, gleichfalls nicht als garten, kunstgarten in unserm sinne gedacht, wol als eine veilchenflur am waldesrande; vgl. unter e, β. für lust- und blumengarten galt in alter zeit auch wurzgarte (wurzgertlein UHLAND volksl. 102), z. b. im folg., wo schon eine anlage der beete erscheint, die an den gartengeschmack des 17. 18. jh. erinnert:

ich sach auch den anger han
einen wurzgarten ...
er was durchgru̔net her und dar,
geschachzabelt und gefiert,
mit kraut und wurzen wol geziert.
         Hätzl. 234.

δ) 
nach zweck, lage, zugehörigkeit u. ä. hausgarten, klostergarten, pfarrgarten, schulgarten, burggarten, schloszgarten, palaisgarten, herrschaftlicher garten, dorfgarten, bauergarten (GÖTHE 28, 201), stadtgarten, dann nutzgarten, pflanzgarten, lustgarten, ziergarten, kunstgarten, irrgarten, botanischer garten, fasanengarten, hängegärten oder hängende gärten (horti pensiles, garten auf heüseren oder gewelben MAALER 157b), bildl. die hängenden gärten des genius J. PAUL büchersch. 1, 166, ein maienbaum zur kirchweih oben mit einem hangenden garten grünend (einer blätterkrone) biogr. belust. 1, 132, familiengarten Titan 4, 158; zaubergarten, wintergarten, neuerdings auch kindergarten, in dem denn auch der begriff des gartens ganz abgestreift erscheint, oder verinnerlicht.

ε) 
öffentliche gärten, wirtsgärten, wie kuchengarten (s. d.) als gartenwirtschaft, kaffeegarten, einst auch té-garten WAGENSEIL de civ. Norib. 458; biergarten, zoologischer garten.

e) 
einen öffentlichen garten in alter zeit zeigt folgendes.

α) 
schwäbisch heiszt zgarten gehn besuch machen (zugârtler besucher), in der Baar SCHMID 220, vgl. zu gatten gehn SCHM. 2, 68. es ist genauer der h e i m g a r t e n (s. d.) im alem. und bair. gebiete, zu dem sich nun bedeutsam ein md. seitenstück findet in dem thür. k o s e g a r t e n , in kosegarten gehn gleich dem bair. in heimgarten gehn (SCHM. 2, 67), zum plaudern zusammenkommen, s. R. KÖHLER in Zachers zeitschr. 4, 134. dasz der heimgarten, und der kosegarten gewiss auch, urspr. ein wirklicher garten war, ein umhegter platz in oder bei dem orte, zeigt z. b. folgende stelle aus einem bair. weisth. des 15. jh. aus Altenmarkt (s. schon IV2, 871): das gotshaus hat auch ain eetafern datz dem Altenmarkt, gelegen gegen dem haingarten uber, da die linden ietz stet. weisth. 6, 165.

β) 
er hatte aber ursprünglich einen wichtigeren zweck für die gemeinde, als nur zum plaudern und spielen (MONES anz. 8, 395b), noch im 16. jh. hiesz bei Rotweil die gerichtsstätte so, mit linden bestanden, ein lindengart vor der stadt (Zimm. chr. 2, 350); das spätere 'kosen' war urspr. wol das verhandeln der versammelten gemeinde im gericht und sonst (vergl. ahd. dingchôsi reden vor gericht V, 1843). so kommt es zusammen mit r o s e n g a r t e n , wie auch versammlungsstätten der gemeinde hieszen (UHLAND schr. 8, 519), z. b. in Solothurn Germ 10, 147, in Osnabrück SOLTAU 295, gleichfalls mit linden bestanden, z. b. in Rostock die 'seven-linden' up den rosengarden Germ. 6, 321 (s. RA. 797 von linden auf gerichtsstätten), später gleichfalls als spielplätze gebraucht, wie der rosengarten bei Rorschach, eine spielwiese, ursprünglich aber heilige stätten (vgl. unter d, γ), s. z. b. Germ. 10, 147 fg.

γ) 
das heim- aber musz urspr. einen gegensatz ausdrücken, wie besonders im bair. sprachgebiete mehrfach, s. z. b. heimfeld,

Bd. 4, Sp. 1396

heimgrund, heimweide, heimmeier dorfmeier, in den östreich. weisth. 1, 386 haimbgesuech dorfweide, haimbgehülz im gegensatz zum herschaftl. walde u. a.; auch anderwärts, z. b. mrh. heimgeding, heimding weisth. 5, 696, das gemeinschaftliche gericht und recht mehrerer dörfer, auch heimgericht 2, 334. 4, 570. der heimgarte wird urspr. die stätte für das heimding sein, im gegensatz zu der mahlstätte für den gau oder den ganzen stamm; vergl. compitum sowol mit heingarte als dincstul glossiert DIEF. 137b. im Rheingau erscheint im 14. jahrh. als gerichtsstätte ein garte (RA. 798), noch jetzt sieht man z. b. in hessischen dörfern als stätten, wo noch der grebe die bauern versammelt, anhöhen mit linden und ummauert (daselbst 797), worauf der alte begriff des garten trifft. die gerichtsstätten waren aber urspr. zugleich opferstätten, und so meint nicht ohne grund SIMROCK myth.2 526, dasz wie zweifellos rosengarten (vermutlich auch heimgarten) so schon gards selbst einst eine heilige stätte bezeichnete. auch hof hatte sich altn. zur bedeutung heilige stätte, tempel entwickelt (hofgoði tempelpriester), und ebenso das mit garte urverwandte oskische h'úrt'ús, s. III, 2. Da jenes gart, als gerichtsstätte wie als opferstätte, verfolgten zugleich fride gab (als ασυλον), begreift sich vielleicht daraus das sonst dunkle -gart in frauennamen und nur in solchen, denn auch bei frauen fand, nötigenfalls unter ihrem mantel, der verfolgte schutz und friede (rechtsalt. 892, s. z. b. Gudrun 1506. 1518), und in Fridegart, Fridugarda erscheint das noch deutlich ausgedrückt, während Hildigart, friedgart im kampfe, z. b. eben auf Gudrun paszte, Madalgart an den begriff der dingstätte anknüpft, Alahgart aber ausdrücklich den begriff des heiligthums hinzufügt (s. unter al am ende), gewiss zuerst der name von priesterinnen, eigentlich tempelhof als ιερον ασυλον, aber die priesterin, die frau nahm den heiligen kreis mit sich wohin sie kam, das lehren eben die namen.

3) 
garten in redensarten und bildlicher verwendung.

a) 
als 'beschlossener' raum (s. 2, c, β) z. b.: wilt du in den garten, so halt dich zu dem der den schlüssel darzu hat. HENISCH 1363; oftmals auch laszen die jenigen, so die hand an der thür haben, einen, der nicht ires munds oder sinns ist, nit gern in den garten. KIRCHHOF wend. 1, 452 (560 Öst.), von pfaffen und pfründenbesitzern, die pfründen als garten gedacht, von dessen genusz sie alle andern ausschlieszen möchten. der fremde, feindliche aber wirft einen stein in den garten, stört den genusz trotz des ausschlieszenden zaunes, schon mhd. und noch nhd. oft, wie die sache ja noch fort geübt wird, um gartenfreude versteckt zu stören:

beჳჳert er mir niht, ich wirfe im einen stein in sînen garten
und eine kletten in den bart.
         MSH. 3, 104b;

auch so ausgelegt: er wirft den stein in meinen garten, d. i. sein (verletzendes) wort trifft mich. HENISCH 1360, bei FRISCH 1, 321c einem einen stein in den garten werfen, jacere dictum in aliquem, und molestiam alicui exhibere improvisam latente auctore; die welt .. kan nicht dann sich selbs lieben .. auch in gott (d. h. selbst in religiöser gesinnung), dem sie etwa (dann und wann) ein stein in garten wirft und Judas kuss beut. FRANK spr. 2, 26b, von vorwürfen, wie es scheint. ähnlich bei FRISCH 322a: 'es liegt keinem bauren im garten, nemini impedimento est, nemo illud jure removere potest', der bauer als eigensinnig auf einem rechte bestehend gedacht, wo andere gern nachsicht üben in kleinen dingen.

b) 
von dem was der garten trägt.

α) 
als nutzgarten: aus einem guten garten kan man immer etwas hohlen, hortus est altera succidia. FRISCH 1, 322a; ein gart ist des armen speisemarkt. HENISCH 1363, ein garten ist der armen speisemark STIELER 612; man musz nicht warten, bisz der bock gar zu weit in den garten kommt. HENISCH das., vgl. unter bock 8;

ein gart ohn baum,
ein gaul ohn zaum,
ein reiter ohn schwert
seind nicht eines hallers wert.
         ders.;

art laszt von art nicht, unkraut will vom garten nicht. ders., aber kein kraut im garten ist wider den tod STIELER 612.

β) 
auch von dem was einem durchs schicksal zu theil wird, heiszt es, es wachse ihm im garten, d. h. theils durch theils ohne sein zuthun, wie die früchte die einem zuwachsen: es wächst mir im garten, und geräth. Petr. 97 a; auch von schlimmem: es wird in deinem eigenen garten wachsen, tuo experieris malo. STEINBACH 1, 559, es wird dir in den (so) garten wachsen FRISCH 1, 321c mit gleicher auslegung. dagegen sein gart stehet voll blumen HENISCH 1363, 28, er ist vom glücke begünstigt.

Bd. 4, Sp. 1397

γ) 
überhaupt wird der lebenskreis eines menschen, der äuszere und innere, als sein garten gedacht, über dessen gedeihen nicht sein eigner einflusz allein herr ist, z. b.: geduld wächst nicht in jedermans garten. HENISCH, STIELER, nicht in allen gärten FRISCH, vgl. kraut 7;

brüder einigkeit ein seltsam kraut,
in wenig garten wird gebaut.
         HENISCH 838, 40;

die furcht des herrn ist ein gesegneter garte. Sirach 40, 28, vgl. v. 17; das ire seele wird sein wie ein wasserreicher garte. Jer. 31, 12; in seinem aignen garten geten, in sein aignen garten nach gras gehen, in se descendere. HENISCH 1363 aus EYRING, vgl. vor seiner eignen thüre kehren. auch des herzens gärtlein (s. d. 2, b).

δ) 
auch die selbstgeschaffene welt der dichter als ihr garten, ihre gedanken und gedichte als die blumen darin:

im garten auch, wo dichterblumen sprossen ...
da haben wir der stunden viel genossen.
         GÖTHE 4, 100,

wie schon mhd. der MARNER z. b. von seinen groszen vorgängern sagt:

lihte vinde ich einen vunt,
den si vunden hânt die vor mir sint gewesen:
ich muoჳ ûჳ ir garten und ir sprüchen bluomen lesen.
         MSH. 2, 246a,

vgl. das uns geläufige blumenlese als titel von gedichtsammlungen (florilegium, ανθολογια), auch garten kommt besonders im 17. jahrh. als titel von büchern vor, liederbücher nennen sich da musicalisches lustgärtlein, studentengärtlein u. ä., s. GÖDEKE grundr. 128 fg., dagegen ARNDS paradiesgärtlein.

ε) 
ähnlich auch vom reiche der wissenschaft, das ja in gebiete oder felder zerfällt, die angebaut werden u. ä.: da wir die theilnehmenden durch einen labyrinthischen garten (vgl. irrgarten) zu führen haben, so müssen wir ihnen und uns das vergnügen mancher überraschenden aussicht vorbehalten. GÖTHE 53, 91, von der geschichte der farbenlehre. vgl. dieser wortgarten J. GRIMM oben I, LXVIII von diesem wörterbuche.

c) 
garten von ländern.

α) 
die vorstellung ist altgerm., sodasz das wort einst selbst kurz für land gebraucht wurde, gedacht wie ein eingehegter raum, in dem die bewohner gesichert hausen und bauen u. s. w., s. sp. 1392; s. noch mhd. so landes gart I, 2, a, des rîches garte LEXER 1, 740. von Böhmen in einem liede vom jahre 1420, das zum kreuzzuge gegen die Hussiten auffordert:

ir edlen fürsten, nemet war ...
und schaltet disen garten,
darein hat Wiggloff gens gestift ...
         SOLTAU 2, 10, LILIENCRON 1, 276a.

die Lombardei hiesz der garten der welt in Italien, hortus sive paradisus mundi, paradisus Italiae HENISCH 1361 (zugleich nach d), eine vorstellung, die gewiss, wie in Mailand aus Milano (Milan), mitwirkte in dem Garte, Garten in der heldensage als stadt und gebiet im nördlichen Italien, dazu Gartsê, Gartesê, Gartensê, heute der Gardasee, röm. vielmehr lacus Benacus (vergl. BACMEISTER alem. wand. 100). ital. wörterbücher geben ein sprichwort l'Italia è il giardino dell' Imperio. ebenso gr. κηπος Ευβοιας u. ähnl. s. auch gärtlein 2, c.

β) 
die vorstellung ist auch biblisch, zugleich mit anschlusz an das paradies (d), wie schon im vor. und im folg.: da hub Lot seine augen auf und besahe die ganze gegend am Jordan (bewundernd), denn ehe der herr Sodoma und Gomorra verderbet, war sie wasserreich ... als ein garten des herrn, gleich wie Egyptenland. 1 Mos. 13, 10, var. als ein gottesgarten, vulg. sicut paradisus domini; und machet ire wüsten wie lustgarten und ire gefilde wie einen garten des herrn. Jes. 51, 3; s. auch unter δ.

γ) 
so noch, um fruchtbarkeit und blühenden zustand zu bezeichnen, z. b.: so dasz man z. b. Toscana einen wahren garten nennen kann. GÖTHE 37, 352, vgl. gartenmäszig, gartenhaft;

gelangt man in ein groszes ebnes land ...
das korn wächst dort in langen schönen auen
und wie ein garten ist das land zu schauen.
         SCHILLER Tell 3, 3;

die biblische vorstellung wirkt wol darin nach, wie es sich denn leicht zu paradies steigert, z. b. vom Elsasz, vom Straszburger münsterthurm aus gesehen, das wie ein neues paradies für den menschen vorbereitet sich erstrecke GÖTHE 25, 226.

δ) 
die ganze welt als garte, vergl. mittiligart, midjungards sp. 1392, mhd. als zarter gotes garte, aus dem selbst dem himmel allein alles zuwachse MSH. 2, 357a, in durchaus philosophisch tiefem sinne. aber auch umgekehrt, wie jammertal von der welt, so mhd. wurmgarte:

Bd. 4, Sp. 1398



nu hilf mir sündere heim
ûჳ diseme wurmgarten,
dâ wir în geworfen wurden
durh Adâmes missetât.
         DIEMER 296, 25,

wie schon ags. wyrmgeardas GREIN 2, 764, gedacht als wilder wald, tiergarte wo das urweltliche gethier noch waltet (vgl. II, 1316); im eigentlichen sinne würmegarte der eine burg umgibt Lanz. 5048. Ähnlich des todes garten, im 'ästhetischen' sinne des 18. jh.:

wollt ihr schon auf erden göttern gleichen,
frei sein in des todes reichen,
brechet nicht von seines gartens frucht.
         SCHILLER 72a (das ideal u. das leben),

angeschlossen an den apfel der Eva im paradiese.

d) 
vom paradies und himmel.

α) 
das biblische paradies: und gott der herr pflanzet einen garten in Eden gegen dem morgen und setzet den menschen drein ... und den baum des lebens mitten im garten. 1 Mos. 2, 8. 9, vulg. plantaverat autem deus paradisum voluptatis a principio; ebenso gottes garten, garten gottes Ezech. 31, 8. 9, auch blosz garten im 16. 17. jh., z. b.:

dann gott hat Even bald (d. h. gleich)
im garten belz anzogen.
         FISCHART 2, 113 Kurz (flöhlied);

das paradys, der edle gart.
         SPANGENBERG lustg. vorr.;

von dir kömt disz noch her, o Eden, erster garte.
         FLEMING 551.

älter auch boumgarte (vgl. schwed. trädgård für garten schlechthin, z. b. auch blomsterträdgård blumengarten):

got dô phlanzen began
ein boumgarten wolgetân
in wunnechlîcher wîse,
den hieჳ er daჳ paradîse.
         genesis 8, 32 D.;

eჳ stât der boumgarten (so) ôstent
an der werlde orte.
         9, 20.

β) 
gern als garten der wonne u. ä. bezeichnet (myth. 781), ahd. wunnigarto, auch ziergarto, zartgarto paradisus GRAFF 4, 252, mhd. der wunne garte urst. 27, der wollüste garte FRAUENLOB spr. 15, 12, wie im 15. jh.: paradisus, gart des wollusts, lustbarlich gart, ortus deliciarum, gart der wollust, ein stat (stätte), gegen vel lant in oriente MELBER r 2b. im 16. jahrh. lustgarten, z. b.: nach dem aber Adam .. aus seinem lustgarten verstoszen ward. MATHESIUS Sar. 7a, vorher paradeis und lustgarten. vergl. Abrahams garten myth. 1189.

γ) 
ebenso der himmel als garten, auch mit dem paradiese zusammenfallend gedacht (paradisus himel DIEF. 511c), ags. freán geard, des herrn garten GREIN 1, 493, vergl. unter c, β. nhd. himmelsgarten (s. d.), auch Christi garten, vgl. gottes garten vorhin:

welch hohe lust, welch heller schein
wird wol in Christi garten sein,
wie musz es da wol klingen.
         PAUL GERHARD geh aus mein herz u. s. w.,

vergl. Christus selbst als gartner UHLAND volksl. 847 fg. (s. Joh. 20, 15), als der plu̔melmacher 858.

δ) 
aber auch vom garten seines leidens kurzweg der garten (ein garte Joh. 18, 1. 26):

da Jesus in den garten gieng
und er sein leiden anefieng,
da trauret alles das da was,
es trauret alles laub und gras.
         UHLAND 886.

ε) 
anderseits die vorstellung von Christi garten als weingarten, gemischt mit altheidnischen vorstellungen vom schlaraffenlande u. ä.:

ich weisz mir einen garten,
dor inn ist gůt wesen,
dor inn wachst win so zarte,
den wöllen wir ablesen.
         UHLAND 885,

darin Christus als weinstock, gott als weingärtner (Joh. 15, 1 ff., vgl. Matth. 21, 1 ff. 26, 29), das himmelreich als Jesus wijngaert hor. belg. 10, 200, wo auch Cyperwein (eigentlich Christi blut, vgl. kipperwein) geschenkt wird durch Maria als kellnerin UHLAND 881 (selbst mit tanz hor. belg. 10, 202), da solnd die edlen selen von minne trunken sin UHLAND 881. daher noch fläm. in ons heeren wijngaerd (oder hemelhof) geweest zijn gleich betrunken sein, s. SCHUERMANS 285a, vgl. himmeln.

e) 
garten im liebeleben, in verschiedenstem sinne, vom sinnig zartesten bis zum sinnlich gröbsten hinunter.

α) 
der garten, besonders rosengarten als der umhegte raum des liebesglücks vielfach besonders im volksliede, in vielfältigster 'verblümter' ausführung, z. b.:

Bd. 4, Sp. 1399



junkfrewlein, sol ich mit euch gan
in ewern rosengarten?
und da die roten röslein stan,
die feinen und die zarten ...
in meinen garten kumstu nit
zů disem morgen fru̔,
den gartenschlüssel findstu nit ...
er leit so wol verschlossen ...
der knab darf weiser lere
der mir den garten auf tůt ...
du woltest mir zertretten han
die liebsten blůmlein mein ...
ich kert mich wider umbher ...
da stůnd das selbig junkfrewlein
in seinem garten allein ...
         UHLAND 104. 105;

vgl. die fassung bei HOFFMANN gesellschaftsl. 53:

mein garten ist verwahret
mit einem zaun so hoch,

er aber dagegen

den zaun kann ich besteigen wol ...
der blümlein eins mir werden soll ...
vergiszmeinnicht mit namen ...
gott helf uns bald zusammen u. s. w.;
lavendel, myrt und thymian
das wächst in meinem garten,
ich möchte gern ein freier han
und kann es kaum erwarten.
         volkslied (im Freischütz benutzt).

in einem liede des 16. jh. wartet die allerliebste der nachtigall als liebesbotin in irm würzgärtelein HOFFMANN gesellschaftsl. 33; vgl. das mädchen als gertnerin in ihrem wurzgertlein UHLAND 102.

β) 
dasselbe auch geistlich gewendet, wozu schon das hohelied allein anleiten muszte, z. b. von Maria in einem liede, das den beliebten, nur wie im rätsel andeutenden ton einhält:

ich han mir uszerkoren
ein minnekliche meit ...
sie ist der fröiden garte (vgl. myth. 781)
vol blu̔mli wunnenbar ...
         UHLAND 843;

vergl. Maria als viuhter meiengarte MSH. 3, 341a (viuhter, wolbewässerter), auch liljengarte, rôsegarte wb. 1, 484a.

γ) 
auch weltlich so dasz nur die schönheit und ihre reinste wirkung bezeichnet wird, wie durch blume (die nicht gepflückt, gebrochen wird), wenn z. b. FRAUENLOB 416, 1 eine frau preisend anredet trût vîolgarte;

ihr angesicht ist ein gleichloser gart (ohne gleichen)
. . . . . alda mit höchstem fleisz
der höchste gärtner wolt die blumen .. vermischen und versetzen.
         WECKHERLIN 668;

jungferschaft die ist ein garte, jungfern sind die blumen drinnen.
         LOGAU 3, 232;

hör zu, Venus lieb ein gart.
         H. SACHS 3, 3, 1b,

denn von der Venus garten war auch die rede, im anschlusz an den Venusberg, sommersprossen nannte man auch Venusblümchen RÄDLEIN 911a.

δ) 
aber auch ganz sinnlich (wie blume auch), z. b.:

daჳ er daჳ edel obeჳ brach,
daჳ in ir wunnegarten stuont.
         KONRAD troj. kr. 16975,

vergl. mein freund kome in seinen garten und esse seiner edlen früchten. hohel. 4, 17; der grafe .. fragt (die priorin) .. ob sie auch noch so gern rücklingen im prett spilet ... schimpfet also mit ir. vielleicht war er vorhin auch im garten gewesen. Zimm. chron. 1, 274, vgl. die ganz rohe redensart vom krautgarten unter bauchzins (auch latein. hortulus cupidinis, hortus, griech. κηπος vulva);

denn wer nicht deinen mund in anmuth weisz zu küssen
und ohne volle hand aus deinen garten kehrt,
ja keine blume dir vom stocke hat gerissen,
der ist, wie mich bedeucht, nicht seiner seele werth.
         HOFFMANNSWALDAU heldenbr. 141;

wem versparst du deinen garten?
         GÜNTHER 262;

damals strich kein tag vorüber,
der nicht unsern kuss erblickt,
keine rose brachst du lieber,
als die meine wange schmückt.
jetzt besuchst du fremde gärte
und verläszt mein paradies,
das dir keinen baum verwehrte,
als ich noch dein engel hiesz.
         1176.

III. 
Auswärtige verwandtschaft.

1) 
entlehnt in den rom. sprachen, und zwar nur in der engeren bedeutung: franz. jardin, mit alter nebenform gardin, wie noch picardisch, auch guerdin (vgl. I, 4, c), prov. jardin, gardin, span. jardin, port. jardim, it. giardino und giardina, s. DIEZ wb. 173 (1, 213), gramm.2 1, 297, DIEFENBACH goth. wörterb. 2, 391, mlat. gardinus, gardinum; die entlehnung ist aber merkwürdig genug, unter abwerfung des lat. wortes, von dem sich auszer span. huerto, huerta kraut- und baumgarten nur verkümmerte reste finden z. b.

Bd. 4, Sp. 1400

im prov. houert, rhätorom. jert (DIEFENB. a. a. o.), oberengad. üört (unterengad. zerdin), trotz der einst hoch entwickelten gartenkunst der Römer; s. zu der entlehnung weiter unter gartine, vgl. unser laube im rom. als franz. loge (altfranz. auch grüne laube), ital. loggia. auch walach. gard zaun, nach DIEZ 'buchstäblich das goth. gards und nebst alban. gardë (gardhi) vielleicht daher entlehnt'; die bedeutung ist nur nord. rein bezeugt (II, 1, a), aber vielleicht die urbedeutung des germ. wortes (II, 2 am ende), s. auch nachher 4.

2) 
aber lat. hortus ist selbst urverwandt, seine geläufige bed. ist wie bei uns nur ein stück des ganzen, denn als alt ist auch die bed. meierhof bezeugt, wie für unser wort unter II, 1, d, β; bedeutsam oskisch h'úrt'ús tempel oder tempelhof o. ä. (vgl. altn. hof tempel II, 2 am ende); ebenso griech. χορτος, viehfutter, eigentlich aber der weideplatz selber, auch ein eingehegter (in der αυλη befindlich Il. 11, 773. 24, 640), daher auch viehhof; dichterisch selbst χορτος ουρανου nach Hesych., auch Διος κηπος, ähnlich unserm himmelsgarten, gottes garten unter II, 3, d, γ, die bed. futter ist abgeleitet, wie bei uns in weide und in lat. hortus für gartenkräuter. die einheit des gr. und lat. mit dem germ. worte ist auch sachlich unverkennbar, doch so dasz sie auf einer älteren stufe der entwickelung stehn geblieben sind, wie ähnlich innerhalb des germ. das hochd. besonders dem nord. gegenüber. Bemerkenswert ist mit seiner übereinstimmung auch lat. cohors (cohort-), eigentlich gehege, hürde, auch viehhof, dann aber weiter entwickelt genau gleich unserm hof, dem es auch nachher in der franz. form cour (mlat. curtis, engl. court) genau zur seite gehen sollte, wie sich hof und garte weithin zusammenhielten, vgl. II, 1, b am ende.

3) 
auch unsere unmittelbaren nachbarn im westen und osten haben das wort, theils genau einstimmend, theils weiterführend.

a) 
litt. žardis m. 'rossgarten' MIELKE 1, 338b (vgl. stuetgart sp. 1391), žardininkas 'gärtner' das., deutlicher bei NESSELM. 539a instmann (s. unter gärtner 2); daneben ǵardas m. schafhürde NESSELM. 240b, wie goth. garda sp. 1391 m., apigarde f. umkreis, wie nord. gard kreis sp. 1391 (zu dem doppelten anlaut vergl. SCHLEICHER comp. § 186. 187). dem ersten entsprechend preusz. sardis, in der bedeutung z a u n bezeugt NESSELM. 20b, die nicht die einzige gewesen sein wird.

b) 
reich entwickelt slav., wie bei uns, zum theil noch weiter.

α) 
altsl. gradŭ m. mauer, garten (auch paradies), stall, haus, stadt, adj. gradĭnŭ hortensis, urbanus u. ä., demin. gradĭcĭ m. städtchen, dorf u. ähnl., gradarĭ gärtner (auch hirt), dann mit besondrer ausprägung gradezĭ m. zaun, gradina f. garten, gradište n. castrum, auch graditi bauen, eig. ummauern, umzäunen, dann ograda f. (gleichsam umgartung), zaun, eingehegter raum, garten, hof, stall, haus (an lat. cohors erinnernd), ogradŭ m. garten, ograditi umzäunen u. ä., s. MIKLOSICH 140b. 141a. 490a, dazu DIEFENB. 2, 391 fg., wo die überaus reiche weitere entwickelung im neusl. verfolgt ist.

β) 
bemerkenswert ist darunter besonders böhm. hradba zaun, wall, poln. grodz͗ f. zaun, gehege, niederlaus. grod schlosz ZWAHR 100 (vgl. nord. gård sp. 1391), sagroda, eingezäunter acker, 'feldgarten' 104; merkwürdig einstimmend auch altsl. vinogradŭ zugleich weingarten und weinstock MIKLOS. 64a, wie bei uns wîngarte sp. 1381 (vrŭtogradŭ wurzgarten 77a, goth. aurtigards).

γ) 
in der bedeutung stadt, burg lebt es noch bei uns in ortsnamen auf altslav. boden, worauf FRISCH 1, 319c hinwies, z. b. Belgard in Pommern, d. i. Weiszenburg (gleich Belgrad), Stargard, 'ist so viel als Altenburg' (staryj gradŭ μητροπολις MIKL. 881a), vgl. die mnd. umdeutschung von russ. Nowgorod, Neustadt, in Nôgarden sp. 1391 unten und polabisch gord m. schlosz, burg SCHLEICHER polab. spr. 311a, gleich wend. grod vorhin (böhm. hrad). das poln. grod bedeutet aber auch amt, burggericht, und so in Pommern einst gard, eine burg mit dem dazu gehörigen gebiete, dann auch das amtsgebiet, gerichtsgebiet, castellanei DÄHNERT 142a. daher auf Rügen der Garten, das gebiet der ehemaligen gardvogtey (ADELUNG), nd. gardvagedij, verwaltet vom gardvâgd (s. DÄHNERT), auch gardrichter, s. ADELUNG u. d. w.

c) 
keltisch, z. b. gael. gâradh zaun, mauer, garten, kymr. gardd garten, bret. garz, s. DIEFENBACH a. a. o., altir. gart in lubgartóir olitor ZEUSZ-EBEL 37 (gort seges 68), lubgort krautgarten CURTIUS4 200.

4) 
nach dem allen erscheint für das germ., slav., keltische z a u n als die erreichbar älteste bed., die wol auch für das griech. und lat. anzunehmen und von der aus weiter rückwärts vorzudringen ist (s. schon II, 1 am ende); nach welcher richtung, das deuten vielleicht wörter an, die zaunartiges bezeichnen mit zurücktreten

Bd. 4, Sp. 1401

des begriffs der umhegung, wie isl. gardr krippe BIÖRN 1, 270a (krippe selbst ist eigentlich auch hürde u. ähnl.), litt. žárdas m. gerüst, geflecht, z. b. zum ausbreiten von erbsen die trocknen sollen, auch scheiterhaufen (hürde), wie lett. sârts. dann wäre wol flechten der vorhergehende begriff (vergl. niederwend. grożisch, körbe flechten, grożj stall ZWAHR 103) und gerte rute träte auch herzu (vgl. gart m.), kymr. gerthi, vgl. DIEFENB. 2, 378.

5) 
wie so oft, treten aber dann auch hier wörter fragweise heran, die den gleichen lautstoff auf andrer stufe zeigen, z. b. bei DIEFENB. a. a. o. litt. kártis rute, lett. kârts, dann in dem begriffskreise von garten preusz. korto hain NESSELM. 19a, vgl. 31, mit dem begriff des flechtens hochd. hürde, goth. haúrds thür, vgl. preusz. pocorto schwelle NESSELM. 40 (po nach, unter), eig. was unter der thür ist?
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  GARTEN, satureja, s. unter gartenisop, garthagen 3.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  GÄRTEN,

1) 
mit ruten schlagen, zu gärte, gerte:

o dasz dich nicht der henker gärtt!
         CALAGII Susanna 1, 3;

schon ahd. gertan u. ä., impellere, stimulare u. ä. GRAFF 4, 256, das aber zunächst zu gart stachel gehört, wie deutlich das. aus Boeth. 118. 132, aber gart (s. d.) berührt und mischt sich mit gerte.

2) 
zu garten hortus mrh. gärten gartenarbeiten verrichten KEHREIN nachtr. 16, vgl. gärtlen, gärtnen.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  GARTENACKER, m. acker mit gartenrecht (s. dort), auch gartenfeld. KRÜNITZ 16, 393; vgl. mhd. gartacker (14. jh.) MONES zeitschr. 5, 404, der es als gartenland auffaszt.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  GARTENACKLEI, m. aquilegia hortensis. NEMNICH.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  GARTENADONIS, m. adonis autumnalis, herbstadonis, feuerröschen. ders.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  GARTENALLEE, f. baumgang im französischen gartengeschmacke. KRÜNITZ 16, 392. meist kurz allee, vergl. alleen des gartens JACOBI Wold. 1, 81, ulmenalleen 83.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  GARTENAMMER, f. emberiza hortulana, brachamsel, hortolan. NEMNICH.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  GARTENAMPFER, m. rumex patientia, englischer spinat, falscher rhabarber NEMNICH 4, 1186, lapathum hortense STIELER 45.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  GARTENANEMONE, f. anemone hortensis. ADELUNG.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  GARTENANLAGE, f. eigentlich theils die anlegung eines gartens oder neuer theile, stücke in einem garten (ein garten anlegen schon HENISCH 1360), theils und besonders der angelegte garten selber, d. h. angelegt wo vorher keiner war, besonders ein öffentlicher, wie in städten an stelle der abgetragnen wälle, daher gern im plur. und eigentlich von den anlagen so lange sie neu sind (s. neue anlagen I, 389), dann aber weiter beibehalten durch die freude an der sache; der ausdruck wird damals aufgekommen sein, als man nicht lange nach dem siebenjährigen kriege die wälle abzutragen begann, und da das mit dem siege des englischen gartengeschmacks über den französischen zusammenfiel, erklärt es sich dasz besonders von englischen anlagen die rede ist (nie von französischen) und dasz auch mit dem bloszen anlagen, z. b. in badeorten, solche meist gemeint sind. diesz anlagen ist aber selbst nur eine kürzung von gartenanlagen, das doch auch ADELUNG noch nicht hat (neue gartenanlagen u. ä. CAMPE): die schlosz- und gartenanlage (Belvedere) ward .. 1730 vollendet. GÖTHE 58, 191; die verschiedenen zwecke, welche bei gartenanlagen verfolgt werden können. SCHILLER 1236a, beidemal zugleich noch die anlegung; eine beschreibung der groszen gartenanlagen zu Hohenheim. 1236b; gartenanlagen, in den alten schutt gepflanzt (in Luxemburg). GÖTHE 43, 255; dasz der herzog ... ihm (Schillers vater) 1770 die oberaufsicht über alle herzustellenden gartenanlagen ... übertrug. STREICHER Schillers flucht von Stuttgart 3; CHR. A. SEMLER, ideen zu einer gartenlogik, oder versuch über die kunst, in englischen gartenanlagen alles widersinnige zu vermeiden. Leipzig 1803. parkanlagen GÖTHE 31, 161, zier- und nutzgartenanlagen 58, 191.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  GARTENAPFEL, m. von äpfeln in gärten gezogen, gegensatz zu den wilden oder holzäpfeln. ADELUNG.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  GARTENARBEIT, f. arbeit zur bestellung des gartens. ADELUNG. auch pluralisch: alle gärtenarbeit. HOHBERG 1, 19 (s. sp. 187), arbeit in den gärten.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  GARTENARBEITER, m. tagelöhner der die gartenarbeit thut: der alte gartenarbeiter Jacob sah kopfschüttelnd nach den bäumen. FREYTAG verl. handschr. 1, 127.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  GARTENAUFENTHALT, m. aufenthalt im garten als sommerwohnung: während meines gartenaufenthalts las ich Herders fragmente. GÖTHE 31, 85.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  GARTENAUSZÜGLER, m. ein gartengutsbesitzer als auszügler (s. auszug 5 am ende), in Sachsen u. a.
 

 

 
GART, m.  
Berechnet
(ungeprüft)
 
GARTE, m.  
Berechnet
(ungeprüft)
 
GARTENAMMER, f.  
Berechnet
(ungeprüft)
 
GARTENRÜBE, f.  
Berechnet
(ungeprüft)
 
GARTENSATUREI, f.  
Berechnet
(ungeprüft)
Berechnet
(ungeprüft)
 
GARTENSAUL, f.  
Symm.
 
GARTENWILHELM, m.  
Berechnet
(ungeprüft)
Berechnet
(ungeprüft)
 
GARTENZWIEBEL, f.  
Berechnet
(ungeprüft)
Berechnet
(ungeprüft)
 
GARZEN 
Symm.
 
GAST 
Berechnet
(ungeprüft)
 
GÄST 
Berechnet
(ungeprüft)
 
GASTGERICHT, n.  
Symm.
 
GASUHR, f.  
Berechnet
(ungeprüft)
 
GASZÄHLER, m.  
Berechnet
(ungeprüft)
 
GATER 
Symm.
Trans.
 
GATTLICH 
Berechnet
(ungeprüft)
 
GATZ 
Symm.
Trans.
 
GAUCHIGKEIT, f.  
Berechnet
(ungeprüft)
 
GAUFE, f.  
Symm.
Trans.
 
GAUIGKEIT, f.  
Berechnet
(ungeprüft)
 
GAUKE, f.  
Symm.
 
GAUKELLIEBE, f.  
Berechnet
(ungeprüft)
 
GAUKLERBANDE, f.  
Berechnet
(ungeprüft)
 
GAUKLERSPRINGER, m.  
Berechnet
(ungeprüft)
 
GAUKLERSZELT, n.  
Berechnet
(ungeprüft)
 
GAUKLERTEUFEL, m.  
Berechnet
(ungeprüft)

 

 © 2007 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier