KOTHSASZ,KOTSASZ, m. bewohner und inhaber einer kote, wie köter (s. d.). 1) hd. kotsasz, homo casatus. STIELER 2038, FRISCH 1, 540c aus einer magdeb. verordnung; diese genies gehen daher .. meistens der welt .. verloren, und ein Sülly, Colbert, Pitt und Napoleon bleiben sitzen als bedeutende kothsassen im dorfe. J. PAUL dämm. 88. MÖSER schreibt kottsassen osn. g. 1, 139, wie er kotte für kote hat. 2) gewöhnlicher ist kossate oder kossäte (FRISCH 1, 540c): cossäten oder gärtner. COLERUS hausb. 1, 11; brandenb. kossät HEYNATZ antib. Schon in dem Breslauer voc. von 1422 kossat, kussat vel gertener, achimus (mhd. wb. 1, 866a, 30), in andern md. vocc. kassate DIEF. 11c, sodasz diese nd. form damals bis in md. lande herein galt. über kossäten in Schlesien und der mark Brandenb. vgl. WOHLBRÜCK gesch. d. bisth. Lebus 1, 286 ff. auch flämisch kossaat, s. SCHUERMANS 282a, bei KIL. kossate. diese form hat uns unrechter weise lateinischen klang gewonnen. 3) kossate ist nur bequem gemacht aus nd. kotsâte, kossäte aus kotsête (z. b. weisth. 4, 679. 680, vgl. schwäb. kôszack aus kothsack 4). daher auch mlat. cotsatus, cotsetus. aber kotsete ward auch weiter gekürzt theils zu koste (s. WOHLBRÜCK a. a. 288) theils zu kotse, kotze (s. d.). von welch hohem alter das wort in sächs. landen ist, zeigt ags. cotsæta rusticus, villicus, auch cotsetla SCHMID gesetze der Angels. 549b.
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KOTHSCHANZ, f.? ich aber und noch ein anderer in bawrskleidern nahmen rückkörbe auf uns, die gewehr under den kothschänzen verborgen haltende. PHILANDER 2, 687 (686); welcher auch jetzo diesen Westreicher kothschänzen wider die feinde .. zu hülf geloffen wäre. 1, 261 (1644 s. 208). körbe zum tragen von erde, steinen u. dgl. heiszen fränk. schanz, pl. schänzen (SCHM. 3, 374), eig. schanzkörbe; das taugt leidlich für die erste stelle, in der zweiten aber werden todte so genannt.
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KOTHSCHAUFEL, f. pala. KIRSCH cornuc., CAMPE.
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KOTHSCHÄUFLER, m. der koth schaufelt: fewrschierer, straszenbesserer, kotscheufler, koler. FISCHART groszm. 72 (Sch. 603), bei RABELAIS aber allumetiers, rammoneurs de cheminées, charbonniers, FISCHART hat wol chemins gelesen;
luftschlicker, nachtarbeiter grob, kothschäufler, stadtlumpen ohn lob. SCHEIBLES flieg. bll. 165, v. j. 1621.
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KOTHSCHIEBER, m. eine art pfefferschwamm. NEMNICH.
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KOTHSCHLINGE, f. der schlingbaum, viburnum lantana. ADELUNG. SCHMELLER 3, 452.
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KOTHSCHNECKE, f. helix ampullacea, schlammschnecke.
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KOTHSEELE, f. gemeine seele. CAMPE aus Lavater, franz. âme de boue: weil ihr ein nichtswürdiger, ein vielfrasz, ein niederträchtiger, eine kothseele .. GÖTHE 36, 148 (Rameaus neffe).
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KOTHSTATT,KOTSTATT,KOTSTÄTTE, f. zu kote casa. 1) eine kote (sp. 1882) mit der dazu gehörigen hofstatt oder hofstätte: in den hof gehoiren 24 kaitstede. LACOMBLET arch. f. gesch. d. Niederrh. 1, 199; vier kothstädte zu Esbecke. HALTAUS 1126, wo auch kotstede als sing. (nd. 15. jh.) belegt ist und als brandenb. und meklenb. kotzenstäde (d. i. kotsätenstäde) in gleicher bed. angegeben ist. es heiszt auch kotstelle. 2) auch zu kote als salzkote, in der hallischen thalordnung v. 1424: komet ouch eine clage usz der halle umb kothstete, umb gebuwe ... neue mitth. d. thür.-sächs. vereins 11, 441, wol der zu einem kote gehörige raum.
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KOTHSTELLE, f. gleich kothhof, kothstätte.
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KOTHSUMPF, m. kothlache. MELISSUS ps. R 4a, s. u. dumpf m.
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KOTHTASCHE, f. östr. ein kleiner seefisch, kothtâschel n., s. HÖFER 2, 159. kotdaschen pl. HOHBERG 2, 490a.
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KOTHVOGEL, m. die kothlerche. ADELUNG. quatvogl, als scheltwort, AYRER 549, 2.
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KOTHWANZE, f. fliegenwanze. NEMNICH.
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KOTHWERK, n.1) bau aus erde oder lehm: kaatwerk, lutamentum, maur oder esterich mit kaat gemacht. FRISIUS 788a. MAALER 239b; kotwerk SCHÖNSLEDER. Bildlich: war der mensch das geschöpf gottes und nicht ... ein kothwerk des bildenden Nils, ärger als Pharaons frösche und mäuse. HERDER. Bd. 11, Sp. 1899 2) wurfmaschine, um koth u. a. zu werfen, einst bei belagerungen gebräuchlich, qwotwerk CLOSENER chr. 79 (HAUPT 4, 579), vgl. FRISCH 1, 540b. zur sache vgl. die bemerkung (von mir) unter dreckschleuder und KEISERSBERG unter koth 2, b.
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KOTHWESEN, n. von erdarbeit: in solchem mühseligen kothwesen (arbeit an einem walle) muszte ich mich eine weile aufhalten. OLEARIUS pers. ros. 2, 27.
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KOTHZOTTEL, f. kothklunker (an ziegen). PESTALOZZI 4, 167.
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KOTLOF, s. kutlof.
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KÖTNER,KÖTHNER, m. nebenform von köter, kotsasse, s. sp. 1889. ebenso köthnerei, köterei.
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KOTORF, n. enges glas: nemet ein kotorf oder urinal und bindet den an einen weingart, wann die trauben geblüet haben, und stecket einen trauben in das glas. sack der künsten (1569) B 5a. s. kutrolf.
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KOTSCHE, s. kutsche.
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KÖTSCHE, f. von einer unordentlichen hausfrau: einem ist die verstorbene eine stattliche haushälterin gewesen, dem andern eine mistfeige, schleife und kötsche. PHILANDER 1, 71, in der ausg. 1642 s. 60 eine schleife und kötsch. dasselbe ist noch in der Schweiz köz f. (lang ö) 'säuische wirtschafterin', dazu közen (lang) unreinlich, unordentlich wirtschaften, auch kleinigkeiten aus der wirtschaft veruntreuen, verközen, von liederlichen hausfrauen. STALDER 2, 123. RÜTTE 49 gibt kötzen sudelig waschen, vgl. schles. kôtschen zusammendrücken und rollen, wie teig WEINHOLD 46a. s. dazu koddern. da aber gewiss der begriff des sudelns dahinter liegt, mag folgendes adj. k o t z s c h zu jenem gehören: wenn sich ein junger gesell oder eheman mit unzüchtiger lieb .. besudelt, so wird solcher leib ein kotzscher leib. MATHESIUS hochzeitpr. D 4a. ein andres kötsche f., kötschen unter ketschen 4.
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KÖTSCHEN, schleppen, ziehen (s. ketschen): und will dise sengerin auch mit mir dorthin kötschen. BOLZ Terenz 146b.
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KOTSTATT,KOTSTELLE, s. kothstatt.
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KOTTE? auf einer hohen schůl .. war ein kleines döcterlein, ein wenig gröszer dan ein kotte. Katziporus H 3a. wenn es ein md. nd. kotte gleich kötze tragkorb gäbe (s. dort nd. köte), wäre das leidlich passend.
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KOTTE, f. gleich kutte, s. d.
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KOTTEL,KÖTTEL, s. köthel.
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KOTTELHOF, m. fartorium. DIEF. 226b (Erf. wb. von 1470 sp. 120), mitteld. für kuttelhof, schlachthof: in dem kottelhofe, wo man slachtet und da allerlei fleisch genugsam vorhanden. BUTSCHKY kanzl. 453.
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KOTTELN, schütteln, beuteln. kärntn. FROMM. 3, 119. deutschungr. zaudern, s. SCHRÖER 73a; s. auch unter katzen 2.
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KOTTENIEREN, s. kuttenieren.
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