Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLDERBAUM, m. sambucus: es möchten alle länder der welt ihre arzneibäume rühmen, wie sie wolten; so reichte doch keiner hierinnen seinem (Deutschlands) an allen zäunen und gräben wachsenden holder-baume das wasser. LOHENSTEIN 2, 334a.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLDERBEERE, f. beere des holunderbaumes: wunderbare wirkung der holderbeer. anm. weiszh. lustg. 721.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLDERBLUST, m. holunderblüthe. MURALT beschr. der pest (Zürich 1721) s. 54.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLDERBLÜTHE, f. dasselbe. eselkönig 347; weisz, kraus, wie holderblüth. FR. MÜLLER 1, 118.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLDERBRÖSZLEIN, n. zarter blüthensprosz des holunders (vergl. brosz theil 2, 399): so nemmen ein halb loht gedörrt holderpröszlin. PARACELSUS opp. 1, 684 C.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLDERBUSCH, m. holunderbusch:

ringel ringel reihe,
sind der kinder dreie,
sitzen auf dem holderbusch,
schreien alle husch husch husch.
         kinderlied.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLDERDRÜSCHEL, m. kosende benennung einer geliebten person, vgl. SCHM. 1, 681 Fromm. und drüsserlein theil 2, 1463:

mein liebe Grett, heb an und sing
das new liedla, ich künds auch gern,
vom holder drüschel und morgen stern.
         H. SACHS 3 (1588) 3, 5c.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLD-ERGÖTZLICH, adj.: Edens holdergetzliche fluren. FR. MÜLLER 1, 92.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLDERKAUZ, m.: in einem flecken, Tornauw genannt, ein meil vom läger, kompt ein hakenschütz mit seiner geselschaft desz morgens ein holderkauzen zu stoszen, bekuckt und besicht nach allem vortheil die haltstett. KIRCHHOF wendunm. 102a (1, 125 Oesterley). der sinn der redensart ist klar der: beute, raub zu erlangen; der eigentlichen bedeutung nach kann sie nicht erklärt werden.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLDERLAUS, f. aphis sambuci, eine blattlausart.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLDERMUS, n. mus von holunderbeeren. kuchenmeisterei bj.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLDERN, adj. von holder: holderin sambuceus MAALER 230b.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLDERN, verb. s. hohlern.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLDERROSE, f. viburnum opulus, schneeballen, wasserholunder, hirschholder. NEMNICH 4, 1562.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLDERSAFT, m. saft von holunderbeeren: hätten die opfernden menschen nicht nur ihre antlitze, sondern gar die bilder ihrer götter mit holdersafte gefärbt. LOHENSTEIN Arm. 2, 335a.
 
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Bd. 10, Sp. 1738

HOLDERSPROSZ, m. sprosz eines holunderbaums. holdersprossen nennt man auch die sommerflecke. RÜDIGER neuester zuwachs 2, 82.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLDERSTAB, m. stab vom holunderbaume: ein holderstab mit gold auszgefüllet. anm. weiszh. lustg. 718.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLDERSTAUDE, f. holunderstrauch. ebenda 719; dasz ein offner wäg sol gahn gegen der holderstuden für Ana Widermens husz. weisth. 1, 136 (Zürich von 1484).
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLDERSTOCK, m.

1) 
holunderstamm, mhd. holderstoc LEXER wb. 1, 1326: band das pferd an einen starken holderstock. Simpl. 1, 294 Kurz; als redensart: so (mit solchen reden) könnte man einen holderstock wirbelsinnig machen, geschweige eine junge frau. J. GOTTHELF schuldenb. s. 10.

2) 
schmeichelnamen für den geliebten oder die geliebte. die anwendung des ausdrucks in diesem sinne beruht auf dem wortspiele, dasz man den ersten theil des compositums auf hold dilectus bezieht, und den baum als sinnbild der liebe nimmt; ein teppich in der mittelalterlichen sammlung zu Basel aus dem 15. jahrh. zeigt eine jungfrau, die einem jüngling gegenüberstehend auf einen blühenden holunderbaum einen zweig mit 3 paaren verschlungener hände impft, mit umschrift: ich inpfe hie in holder trüwe. WACKERNAGEL kl. schr. 1, 229. holderstock für liebster, liebste darf wol wenigstens gegen ende des 15. jahrh. als volksmäszig angesehen werden: was er redt und thut, das richt er allein auf gute schwenk und schimpfrede, damit er seinem holderstock mit solchen scherzreden gefalle. KEISERSBERG narrensch. 43a; was sie anfangen und denken, so denken sie an iren holderstock und herzliebes Gretle. 98b; doch bildet ich mir ein, er möchte irgends .. zu einem holderstock gehen wollen (weil er sich so geputzt hatte). Simpl. 4, 37 Kurz;

das hausz das sei doch allernechst,
da er mit seinem holderstock
oft spalten manchen dicken block,
lieb und leid williglich getheilt,
manch tiefe hauszwunden geheilt.
         JOH. VAL. ANDREAE das gut leben v. 616.

es ist noch jetzt schwäbisch: so? man hat auch schon seinen holderstock? das hätt ich ihr nicht zugetraut! wer ist denn der liebste? E. MÖRIKE vier erzählungen (1856) s. 51;

ey grüesz di mein heartzagar holdarstock.
         altes schwäb. lied bei FROMM. 2, 87.

früher auch in weiterem sinne: dann wჳ sie (die welt) liebt, ist gottes grewel und feindschaft, wen sy aber als untüchtig auszwirft, der ist gottes holderstock. S. FRANK chron. 1531 98b; das seind die lieben kind, der welt holderstock. sprichw. 2, 20a.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLDERSTÖCKLEIN, n. holunderzweig: ire (der jungfrauen) sträuszlin je lenger je lieber, holderstöcklin, kränz. Garg. 122a.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLDERSTRAUCH, m.: wann nun der holderstrauch sein blüet auszspreitet. anm. weiszh. lustg. 718;

lieblich unterm blätterkranze
fleht, versteckt im holderstrauch,
mit der thräne perlenglanze
der viole blaues aug.
         J. F. KIND gedichte.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLDERZWERGLEIN, n. stehaufchen in form einer kleinen figur von holundermark: liesz ihn also hinab fallen, und ful er hernach, beide auf die füsz wie die katzen und wie die bleiene holderzwerglin. Garg. 253a.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLDGESCHMÜCKT, part.: o holdgeschmückter knabe. FR. MÜLLER 2, 346.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLDGÖTTIN, f. grazie (vgl. huldgöttin):

zeit (seit) dasz ich von euch bin, ihr liebsten Amstelinnen,
ihr jungfern bei der Mas, ihr andern holdgöttinnen.
         ZESEN adriat. Rosemund (1664) s. 8.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLDIG, adj. für einfaches hold no. 3 sp. 1735:

mit dem süszen, holdgen mund.
         TIECK Sternb. 1, 325.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLDIGKEIT, f.:

denkst, empfindest ihre holdigkeit.
         ebenda 1, 324.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLDIN, f. eine übersetzung ZESENS von grazie:

es tanzen üm si (die lustinne, Venus) rüm di fräundlichen holdinnen,
di ihre zohfen sein, di hold-sün-räuberinnen.
         adriat. Rosemund s. 303,

mit der anmerkung auf s. 326: di holdinnen] also nännen wihr di drei grazien, charites oder charitinnen. das wort wird, wiewol selten, auch nach ihm gebraucht, in dem freieren sinne von grazie, auf eine höchst anmutige, geliebte person bezogen:

holdinne (Christine von Schweden ist gemeint) lasz mich mahlen
nur deinen schatten ab, mein pinsel ist zu klein.
         RIST Parn. 227;

o lerne meine holdinn sein!
         HAGEDORN 3, 94;

Bd. 10, Sp. 1739

gern bei BÜRGER:

bei der süszen holdinn wohnet
dennoch immerdar sein sinn.
         45a;

o holdinn, kannst es glauben,
was dir mund und herz verspricht!
         ebenda;

schön, wie du, o holdinn, blüht der garten,
den des dichters phantasie dir schafft.
         79b;

werfe sich der ganzen welt gebieter
buldigend zu meinen füszen hin:
stolz verschmäh ich ihn und alle güter,
wenn ich nur des liebsten holdinn bin.
         97a.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLDLÄCHELND, part.:

dieser offene himmel
im holdlächelnden angesicht.
         VOSS 3, 79.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLDNER, m. mietbewohner. bairisch. SCHM. 1, 1090 Fromm. vgl. das fem. holde mietwohnung oben sp. 1737.
 
Verknüpfung auf diesen Artikel  HOLDSAM, adj. amabilis, jucundus, charus: ein holdsamer mensch, homo dulcis, gratiosus, acceptabilis, felle carens STIELER 852.